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Regensburg
Mittwoch, 13. Dezember 2017 5

Menschen

Lustige Anekdoten über den Brem Sepp

Eigentlich ist der Regensburger Richard Gabler als Rezitator der Heiligen Nacht bekannt. Nun hat er ein Buch geschrieben.
Von Helmut Wanner, MZ

Richard Gabler hat jahrelang an den Geschichten vom Brem Sepp geschrieben. Foto: Wanner

Regensburg.Dieser Advent hat es in sich. Richard Gabler, der bekannte Thoma-Rezitator, wird seine 300. Heilige Nacht vortragen. Auswendig, frei stehend und dabei seelenvoll lächelnd wie das leibhafte Christkindl wird er mit sonorem Bass beginnen: „Jetzt, Leuteln, jetzt lust’s amal zua!“ Das alleine wäre schon genug, sich auf die Vorweihnachtszeit zu freuen. Aber jetzt zeigt Gabler erstmals öffentlich, dass ihm der bayerische Nationaldichter auch privat – als Dichter – in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Am 22. November um 19 Uhr präsentiert er im Gasthaus Brandlbräu in der Ostengasse die bayerischen Gedichte in Buchform. Die gereimten Stücke atmen den feinen ironischen Stil des bayerischen Nationaldichters. Um die knallenden Pointen hätte ihn selbst Ludwig Thoma beneidet.

Gedichte handeln vom Brem Sepp

Alle Gedichte handeln vom Brem Sepp, seinem Schwager aus Tegernheim (sprich: „Dechaham“). Oder: Gabler hat ihm alles angedichtet. Es sind Missgeschicke, die jedem von uns schon einmal passiert sind. Wer ist noch nicht unvermutet in ein Fetthaferl hineingetappt?. Die Gedichte nehmen aufs Korn, verletzen aber nicht. Im Thoma’schen Versmaß und mit Gablers Timbre kommen die Spitzen gemütvoll daher. Ihre Wirkung ist vielfach getestet. Mit den Geschichten vom Brem Sepp hat Gabler bis jetzt noch jeden Poetry Slam im Ritterbund „Schlaraffia“ gewonnen.

„Wenn ich an den Brem Sepp denke, dann läuft’s einfach.“

Richard Gabler

Diese ausgewählte Schar biegt sich seit fast 20 Jahren vor Lachen. Der bescheidene Gabler schiebt den Erfolg auf seinen Schwager: „Wenn ich an den Brem Sepp denke, dann läuft’s einfach.“ Der Brem Sepp ist inzwischen verstorben. 50 Jahre lang hatte er seine Tenorstimme dem MGV Tegernheim geschenkt. Das ist der Chor, in dem auch der vom Kumpfmühler Markt bekannte Honigmann Hans Scheck singt. Der Brem Sepp soll ein großer und schöner Mann gewesen sein, „von dem Schlag, der ein ganzes Wirtshaus unterhalten kann – wenn er mag“. Zu seinem 60. Geburtstag seines Schwagers hatte Gabler seinen Erstling zum Geschenk gemacht. Er trug die Ode „Der Bluatpressack“ vor. Jetzt setzt ihm der Schwager mit weiteren Gedichten ein literarisches Denkmal.

Mit Richard Gabler durch den Advent

  • Buchvorstellung:

    Der Autor Richard Gabler präsentiert seine bairischen Gedichte vom Brem Sepp am Mittwoch, 22. November, 19 Uhr, im Saal des Gasthauses Brandlbräu. Der Erlös fließt in die Noma-Hilfe.

  • Die Präsentation

    dauert in etwa eine Stunde. Der Musiker und Komponist Sepp Frank und Ulrike Dirschl (Akkordeon und Gesang) werden den bairischen Abend mit entsprechenden Liedern zünftig begleiten.

  • Heilige Nacht:

    Richard Gabler wird als Rezitator zu hören sein. Am 7. 12., 19 Uhr, in der evang. Kirche in Wenzenbach; am 8. 12., 18.30 Uhr, in St. Johannes, Sünching; am 14. 12., 19 Uhr, in St. Franziskus, Burgweinting; am 15. 12., 17.30 Uhr, in St. Georg, Schwabelweis, am 17. 12., 16 Uhr, St. Michael, Neutraubling; Am 18. 12., 15 Uhr, Albertinum, Regensburg; am 20. 12., 19 Uhr, St. Ägid, Hainsacker; am 22. 12., 19 Uhr, in der Pfarrkirche Tegernheim.

Mit dem „Bluatpressack“ begann es

„Der Bluatpressack“ fußt auf einer wahren Geschichte. Damals war Josef Brem als Tegernheimer Hausmetzger, Landwirt und Fleischbeschauer ein echtes Missgeschick widerfahren. Der Vorfall machte „Woche“-Schlagzeilen. Dem Metzger war auf dem Parkplatz vom „real“ in der Donaustauferstraße ein Eimer Schweineblut ausgelaufen, während er sich im Verbrauchermarkt Gewürze für seinen berühmten roten Pressack besorgte. Als er den Einkauf beendet hatte, umstand eine Traube von Menschen sein Auto – und die Polizei war mit Blaulicht da. Der Brem Sepp musste den Kofferraum öffnen. Man glaubte, einem Kapital-Verbrechen auf der Spur zu sein. Das Ende vom Lied: „Der Sepp, mein Schwager, stellt seither, nur mehr weiße Pressäck her.“

Die pointierten Geschichten vom Brem Sepp haben in Gablers Schreibtisch geschlummert, bis sie seine Frau Lotte zum Leben erweckte. Am zweiten Advent feiert Richard Gabler seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass hat ihn seine Frau überredet, vom Brem Sepp endlich ein Buch zu machen. Kein Geringerer hat die Produktion verantwortet als Philipp Starzinger, sein angeheirateter Neffe. Starzinger ist mit „Sammelsurium Regensburg“ und „Sammelsurium Bayern“ erfolgreich. Deren Auflage geht gegen 10 000 Exemplare. Das Buch „Mei liaber Schwager, der Sepp“ ist nun auch so ein Schmuckstück geworden. Das Äußere ist nicht schöner Schein: Es lässt die Geschichten vom Brem Sepp erst richtig glänzen.

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