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Regensburg
Dienstag, 23. Januar 2018 5

Premiere

Magische Momente unter der Zirkuskuppel

Im ausverkauften Zirkuszelt präsentierten die Akrobaten des 3. Regensburger Weihnachtszirkus waghalsige Kunststücke.
Von Angelika Lukesch

  • Der weißrussische Artist Artiom zeigt seine poetische Kunst mit viel Gefühl am Cyrwheel. Foto: Tino Lex
  • Nina Borovska sang dem Publikum als Engel ein Abschiedslied. Foto: Tino Lex
  • „The Crows“ demonstrierten Kraft am Reck. Foto: Tino Lex
  • Clown Elastic nahm sich einen jungen Helfer aus dem Publikum. Foto: Tino Lex
  • Schlangenfrau Rich Metiku brachte das Publikum mit ihren unglaublichen Verrenkungen zum Staunen. Foto: Tino Lex

Regensburg.Als der Schweizer Artist Rigolo den vorletzten Ast vorsichtig und konzentriert auf die schwebende Skulptur aus zwölf Palmästen und einer Feder legt, ruhig atmend und höchst sensibel das Gleichgewicht der Kräfte in diesem lediglich aufeinandergelegten und gegeneinander austarierten Spiel der Äste beachtend, geht ein Raunen durch das Publikum. Kaum einer wagt laut zu atmen, so filigran ist das Kunstwerk, das Rigolo quasi in der Luft erschafft, indem er sich die Schwerkraft als bindendes Element einer losen Ansammlung von Teilen zunutze macht. Den letzten seiner 13 Palmäste verwendet der Akrobat, um seine Luftskulptur auf die Spitze dieses Astes zu legen, ähnlich wie ein kleines Kind den letzten Stein auf einen riesig großen, instabilen, aber doch in Form bleibenden Turm legt.

So etwas hat man in Regensburg noch nicht gesehen

Das Publikum applaudiert ob dieser Leistung enthusiastisch, denn so etwas hat man vorher in Regensburg noch nie gesehen. Rigolo jedoch ist die Ausnahmeerscheinung im Programm des 3. Regensburger Weihnachtszirkus. Er stellt, wenn man die ganze Zirkusproduktion als Skulptur betrachtet, das stille Gegengewicht zu all den anderen artistischen, waghalsigen Nummern dar, die sich durch Kraft, Geschicklichkeit und Geschwindigkeit auszeichnen. Rigolo gibt dem Weihnachtszirkus den poetischen Background.

Beim Finale präsentierten sich alle Akrobaten des Weihnachtszirkus noch einmal dem Publikum. Foto: Tino Lex

An Muskeln und Schönheit hat es bei dieser Zirkusvorstellung keinen Mangel. Was die Extreme Brothers an Muskelkraft und Körperbeherrschung zeigen, sprengt die Grenzen dessen, was man als Laie einem Körper zutrauen mag. Wer die menschliche Anatomie und die Muskelverläufe studieren will, kann dies an den Körpern der Extreme Brothers tun oder aber die Muskelberge der Artistikgruppe „The Crows“ betrachten. Diese Akrobaten kommen aus Weißrussland und sind im professionellen Sport groß geworden. Ihre waghalsigen Kunststücke an den Reckstangen strotzen gleichermaßen von Geschwindigkeit und Martialität.

Mehr Impressionen von der Premiere sehen Sie hier:

Regensburger Weihnachtscircus feiert Premiere

Elegant zu südamerikanischen Klängen tanzen die sieben kolumbianischen Mesa Brothers auf dem Hochseil vorwärts und rückwärts. Als Menschenpyramide schreiten sie mit stoischem Gleichmut unter der Zirkuskuppel auf einem dünnen Hochseil voran, gerade so, als wären sie auf der Straße unterwegs. Kraft, Schönheit und Koordination haben all diese Artisten mit der Muttermilch eingesogen und setzen sie in unterschiedlichster Form zur Unterhaltung des Publikums um.

Die Besucher waren begeistert von der Show:

Video: Angelika Lukesch

Dahinter steckt jahrelange Übung

Ob nun das Duo Artemiev am Trapez gefährliche (und schöne!) Kunststücke vollführt oder das Trio „Moi et les autres“ spektakuläre Sprünge auf dem russischen Barren zeigen mit Salti, die sich kaum zählen lassen: Die Kunststücke und die Konzentration der Artisten lassen auf jahrelange und tägliche Übung erschließen. Für Magie sorgte Jidini Magic, der hübsche Frauen am Fließband verschwinden, zersägen und wieder auftauchen lässt.

Der Schweizer Artist Rigolo erschuf eine luftige Skulptur. Foto: Tino Lex

Auf der Luftschaukel präsentiert Elisabeth Axt unglaubliche Balanceakte, während die Kontorsionistin Rich Metiku Körperverrenkungen zeigt, bei denen die Zuschauer staunen und ihren Augen nicht mehr trauen wollen. Für Poesie sorgt auch der junge weißrussische Artist Artiom, der die Schönheit der Melancholie mit seinem Cyrwheel sichtbar werden lässt. Für das Lachen im Regensburger Weihnachtszirkus ist der Zirkusregisseur Rodrigue Funke und seine pfiffige Foxterrier-Hündin Loulou, die 65 Signale versteht und ihrem Herrchen ganz klar die Schau stiehlt, zuständig, aber auch der Clown Elastic, der mit wenig Aufwand das Publikum amüsiert. Und weil ja bald Weihnachten ist, tritt die Sängerin Nina Borovska am Ende der Vorstellung, nach dem großen Finale, als Weihnachtsengel mit gigantischen Flügeln auf und entlässt das begeisterte Publikum in eine dunkle Winternacht.

Sehen Sie hier ein Video von den Proben:

Video: Angelika Lukesch

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