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Regensburg
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Justiz

Mann soll Freundin verprügelt haben

Ein 38-jähriger Regensburger steht wegen Körperverletzung vor Gericht. Er soll seine Freundin geschlagen haben.
Von Marion von Boeselager, MZ

Ein Richter hält eine Akte in den Händen: In Regensburg steht ein 38-Jähriger wegen Körperverletzung vor Gericht. Symbolfoto: dpa

Regensburg.Kaum war eine Regensburgerin bei ihrem Ex-Freund ausgezogen und im Auto auf der Fahrt zu ihrem neuen Herzblatt, da kam es im Februar beim Zwischenstopp auf einem Parkplatz schon zum Krach des neuen Pärchens – mit sichtbaren Folgen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft beleidigte der 38-Jährige seine Freundin, die am Steuer saß, als „Hure“ und „Drecksau“ und drohte, sie umzubringen. Er soll ihren Kopf gegen das Lenkrad geschlagen und ihr Faustschläge ins Gesicht versetzt haben. Das Opfer erlitt neben Schmerzen und Rötungen ein geschwollenes Auge. Am Montag stand der mutmaßliche Schläger wegen Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung vor dem Amtsgericht. Zudem soll er in einem RVV-Bus ohne gültiges Ticket erwischt worden sein.

„Ich habe meine Freundin beleidigt. Aber so schlimme Worte habe ich nicht gebraucht, nur ,blöde Kuh’ und ,Rindvieh’.“

Der Angeklagte vor Gericht

Der Angeklagte legte ein Teilgeständnis ab: „Ich habe meine Freundin beleidigt. Aber so schlimme Worte habe ich nicht gebraucht, nur ,blöde Kuh’ und ,Rindvieh’.“ Einen Schlag räumte er ein, aber mit dem Handrücken. „Bedroht hab ich sie nicht.“ Nach seinen Worten hatte er seiner neuen Freundin geholfen, ihre Sachen beim Ex zusammen zu packen. Auf der Rückfahrt habe er sie gebeten, ihn kurz bei einem Freund abzusetzen. Aber sie habe sich geweigert. „Für mich war das ein Machtkampf. Dabei war sie mir doch was schuldig.“ Vor der Attacke will er von der Frau provoziert und beleidigt worden sein. Und: „Sie hat zuerst hergeschlagen.“

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Geschädigte glänzte durch Abwesenheit

Die Geschädigte, die nach wie vor beim Angeklagten wohnt, glänzte im Prozess jedoch durch Abwesenheit. Gegen sie wurde ein Ordnungsgeld von 200 Euro, ersatzweise zwei Tage Ordnungshaft, verhängt.

Eine Passantin auf dem Parkplatz, die auf den Streit aufmerksam wurde, berichtete im Zeugenstand, sie habe „mehrere Schläge“ des Angeklagten beobachtet. Beide Kontrahenten seien ausgestiegen. Sie habe die Geschädigte zu sich gerufen und zur Polizei fahren wollen. Doch die junge Frau wollte zuerst in die Wohnung des Angreifers fahren. Dort habe sie „gemütlich“ ein paar Sachen eingepackt, eine Banane gegessen und Wasserpfeife geraucht. Dann habe sie Alkohol kaufen wollen. Doch die Zeugin überzeugte sie, mit zu ihr zu kommen, wo sie von der Polizei vernommen und dann ins Krankenhaus gebracht wurde. Einen Tag danach, so die Zeugin, „stand sie bei mir vor der Tür. Sie hat dann mein Make-up benutzt und sich mächtig aufgebretzelt. Ich schätze, sie wollte wieder zum Angeklagten.“ Als sie die Geschädigte später einmal auf der Straße traf, „hat sie nicht mal Hallo gesagt“, schloss die hilfsbereite Passantin.

Da die Aussagen der Beteiligten doch recht weit auseinander lagen, entschied Richterin Dr. Cornelia Blankenhorn, die Geschädigte bei einem Fortsetzungstermin zu hören. Zu diesem Termin will die Richterin sie vorführen lassen, um erneutem Schwänzen vorzubeugen.

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