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Regensburg
Samstag, 20. Januar 2018 11

Advent

Marktbesucher ließen viel Geld da

Schon tagsüber strömten die Kunden zu den Buden in Regensburg. Eine Hochzeitsgesellschaft stieß mit Glühwein an.
Von Julia Ried

Schon zur Eröffnung des Christkindlmarkts kamen die Besucher in Strömen.Foto: altrofoto.de

Regensburg.In aller Ruhe sah Ariane Brell am Donnerstagmittag auf dem Christkindlmarkt die Mineralien-Scheiben in der Größe von Tassen-Untersetzern am Stand von Robert Oßwald durch. Die 61-Jährige aus Neuss bei Düsseldorf besucht jedes Jahr Christkindlmärkte in Bayern – ohne feste Kaufpläne, wie sie erzählte. Doch dann nimmt sie meist Waren mit. Holzengel für ihren kleinen Weihnachtsbaum in der Ferienwohnung im Bayerischen Wald hat sie dieses Jahr in Regensburg schon gefunden, auf dem Romantischen Weihnachtsmarkt im Schloss.

Wie Ariane Brell nutzten 2017 viele Besucher die Märkte im Advent nicht nur, um eine Knackersemmel zu essen und einen Glühwein zu trinken – sondern auch, um Geschenke für ihre Lieben oder Deko-Artikel für Weihnachten einzukaufen. Dr. Wolfgang Schörnig, als Rechts- und Regionalreferent in der Stadtverwaltung zuständig für den Christkindlmarkt auf dem Regensburger Neupfarrplatz, berichteet: „Es ist das erste Jahr, dass ich sagen muss, dass auch von allen Kaufleuten positive Signale kommen.“ Auch tagsüber – die meisten Einheimischen kommen ab 17 Uhr – hatten sie Schörnig zufolge keinen Leerlauf. „Alle sagen: Es waren auch unter der Woche wesentlich mehr Touristen da als in den vergangenen Jahren“, erzählte Schörnig.

Sehr viele Besucher aus Tschechien

Walter Metzger, Verkäufer von Glühwein und anderen heißen Getränken und Sprecher der Kaufleute auf dem Christkindlmarkt auf dem Neupfarrplatz, sagte: Neben Urlaubern aus den USA und Asien hätten sehr viele Tschechen, sehr viele Österreicher den Markt besucht, erstmals seien ihm auch „einige Schweizer aufgefallen“. Seine Bilanz lautete am Donnerstag: „Besucherzahlen hervorragend, Umsatz mehr als zufriedenstellend“ – trotz eines um mehrere Tage kürzeren Christkindlmarkts in diesem Jahr mit spätem Adventsbeginn. „Wir haben das aufgeholt“, sagte er, bevor er eine Hochzeitsgesellschaft bediente: Die Regensburger Vroni und Michael Wiesneth (32 und 35) stießen mittags bei ihm mit Glühwein auf die eben geschlossene Ehe an.

Ein Video von der Feier am Glühweinstand sehen Sie hier.

Video: Simone Grebler

Während auf dem Neupfarrplatz seit diesem Jahr 40 Prozent der 70 Stände für handwerkliche Produkte reserviert sind, 20 für sonstige Waren und 40 für Essen und Getränke, gilt auf dem Romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis eine Quote von maximal 25 Prozent für Verköstigungs-Stationen. Er ist mit circa 125 Anbietern der größte Markt im Regensburger Advent. Handwerker vom Bürstenbinder bis zum Wollefilzer und Kunsthandwerker wie Goldschmied und Kürschner produzieren hier ihre Waren und bieten diese feil. Veranstalter Peter Kittel, der sich „guter Dinge“ zeigte, dass trotz sechs Öffnungstagen weniger auch 2017 eine Zahl von 300 000 Besuchern erreicht wird, stellte fest: „Selbst hergestellte Dinge sind natürlich unglaublich gefragt, vor allem bei den vielen Fremden. Je individueller, je kreativer, je ursprünglicher, desto mehr.“ 50 Prozent der Besucher kommen Kittel zufolge aus Bayern, drei Viertel aus Orten, die weiter als 150 Kilometer von Regensburg entfernt sind, viele aus Übersee. „Unglaublich viele“ Touristen von Kreuzfahrtschiffen besuchten im Advent den Schlosshof. In den Abendstunden sei der Markt dann „sehr stark frequentiert von jungen Menschen aus Regensburg und der nächsten Umgebung“.

Auf dem Lucrezia-Markt auf dem Haidplatz und Kohlenmarkt stellen Imbiss- und Getränkestände ebenfalls höchstens ein Viertel der etwa 50 Buden. Die Mehrheit der Standbetreiber verkauft selbst entworfene und produzierte Waren aus Keramik, Glas, Textilien und Holz, Metallen, Leder, Wachs und Papieren.

Individuelle Waren punkten

Dagmar Reinecke vom Förderkreis Regensburger Kunsthandwerk, der den Lucrezia-Markt veranstaltet, berichtete von wachsendem Interesse der Kunden: „Die Nachfrage ist gestiegen, weil es halt wirklich etwas Individuelles ist.“ Gut besucht war auch der „Lucrezia-Wald“: Weihnachtsbäume können Besucher dort kaufen, neben der Punsch-Station im „Hexenhäuschen“.

Der Adventsmarkt im St. Katharinenspital in Stadtamhof mit knapp 20 Buden war auch dieses Jahr mit seinen Öffnungszeiten – während der Woche ab 16 Uhr – bei vielen Menschen aus der Region beliebter Anlaufpunkt für den Feierabend- oder Samstagabend-Glühwein. Stadtmaus-Sprecher Matthias Werner sagte aber ebenfalls: Viele besorgten hier auch Weihnachtsgeschenke. Die nicht trink- oder essbaren Waren seien jedenfalls „sehr gut gekauft“ worden.

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