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Regensburg
Samstag, 23. September 2017 21° 3

Kurs

Mit dem Longboard über den Asphalt

Bei den MZ-Sommerwochen durften die Teilnehmer erste Fahrversuche auf dem langen Skateboard unternehmen.
Von Daniel Geradtz, MZ

Tim Buhl erklärte den Teilnehmern das Longboard-Fahren. Foto: Geradtz

Regensburg.Auch das richtige Fallen will gelernt sein. Ausgestattet mit der richtigen Schutzkleidung schmeißt sich Tim Buhl förmlich nach vorne, um über die Knie- und Handschoner noch ein Stück weiter über den Asphalt zu rutschen. Das nehme die Scheu vor dem eigentlichen Sturz, sagt er. Buhl ist Mitarbeiter von Adrenalin Regensburg. In dem Geschäft gibt alles, was zum Skateboard fahren gebraucht wird.

Die Teilnehmer seines Kurses tun es ihm nach. Sie sind auf Longboards unterwegs. Der Kurs war Bestandteil der „Mittelbayerische Sommerwochen“.

Das Longboard ist eine Art des Skateboard. Einige der Teilnehmer haben bereits Erfahrung mit dem Sportgerät. Dennoch haben sie bei den „Basics“ noch Schwierigkeiten. „Die Leute stehen auf dem Board und trippeln ein wenig“, erklärt Buhl über die Anlaufphase. Eigentlich sei es aber gefordert, stabil auf dem Rollbrett zu stehen und sich mit festen Tritten in Bewegung setzen. Der Profi vergleicht es mit einem Fußballer, der gegen den Ball tritt. Doch dazu müssen die Kurteilnehmer zunächst einmal wissen, wie sie stabil auf dem Board stehen.

Immer dem Finger folgen

Auch das Bremsen ist etwas, das die Anfänger erst einmal lernen müssen. Buhl fordert die Neulinge dazu auf, zunächst einmal einbeinig auf dem Brett zu fahren. Mit leichten Bewegungen in die Hocke und wieder zurück, sollen sie so ein Gefühl für das dosierte Bremsen bekommen. Denn hier ist ein anderes Vorgehen gefragt als beim Beschleunigen: Wer beim Bremsen den Fuß mit voller Kraft auf den Boden setzt, verliert schnell das Gleichgewicht. Vielmehr ist gefragt, die Fußsohle leicht über den Straßenbelag rutschen zu lassen.

Während sich Eduard noch ein bisschen schwertut, die richtige Dosierung zu finden, fällt es Joshua schon wesentlich einfacher. Er hat schon ein bisschen Erfahrung mit dem Sport.

Skateboard und Longboard

  • Skateboard:

    Ein Skateboard besteht aus einem Brett und zwei Achsen mit jeweils zwei Rollen. Die Form und die Maße des Bretts hängen von der jeweiligen Art des Skateboards ab.

  • Longboard:

    Ein Longboard ist mit einer Länge zwischen 90 und 150 Zentimetern ein vergleichsweise langes Skateboard.

  • Zubehör:

    Durch das Zubehör kann das Brett auf die persönlichen Vorlieben angepasst und abgestimmt werden. So kann durch verschiedene „Bushings“ das Lenkverhalten eines Skateboards verändert werden.

  • Disziplinen:

    Beim Skateboarden gibt es verschiedene Disziplinen. Dazu zählen unter anderem Downhill-Fahrten auf asphaltierten Straßen oder das Trick-Fahren in einer Skate-Anlage.

  • Geschwindigkeit:

    Die gemessene Höchstgeschwindigkeit beim Skateboard-Fahren liegt bei 100,66 km/h.

Dann steht das Kurvenfahren auf der Tagesordnung. Mit ausgestrecktem Zeigefinger steht Buhl auf dem Langboard. „Ihr fahrt immer dahin wo der Finger hin zeigt“, sagt er. Durch die Gewichtsverlagerung schlägt das Brett schließlich den Weg in die eine oder die andere Richtung ein. Die Haltung des Fahrers bleibt davon unberührt. „Das Wichtigste bei allem, was du auf dem Skateboard machst, ist Körperhaltung“, erklärt Tim Buhl. Er ist seit mehr als zehn Jahren in der Szene unterwegs, seit zwei Jahren dann auf dem Longboard.

Nun baut er mit kleinen Plastikhindernissen einen Slalom-Kurs auf. Zu Beginn haben die Hütchen noch einen größeren Abstand, später wird es kniffliger. Auf abfallender Strecke haben die Teilnehmer dann auch die höchste Geschwindigkeit. Buhl macht es einmal vor, dann sind die anderen dran. Von der Seite beobachtet er die Teilnehmer. „Julian fährt schon viel sicherer. Jetzt hat er die Fußstellung gerafft und kann die Kurven fahren“, stellt er fest. Bei Eduard, er ist der älteste Teilnehmer, sieht das Fahren noch nicht so rund aus.

Boarden fordert den ganzen Körper

„Habt ihr noch Kraft?“, fragt Buhl nach dem knapp zweistündigen Kurs. Denn nun hat er mit den Teilnehmern vor, alle gelernten Fähigkeiten auf einmal abzurufen. Entlang der asphaltierten Wege geht es einmal um die Fußballarena herum.

Teilnehmerin Anne ist die erste, die wieder am Startpunkt ankommt. Auch sie hatte bereits erste Erfahrungen auf dem Skateboard. Doch mit einem sogenannten „Pennyboard“ – es ist ein sehr kurzes Board – ist sie nicht glücklich geworden. Dann ist sie auf das Longboard umgestiegen. Nach dem Kurs sagt sie: „Ich bin jetzt schon sicherer beim Bremsen.“ Schwierigkeiten bereiten ihr noch Rechtskurven. „Linkskurven sind hingegen kein Problem.“ Kursleiter Tim Buhl weiß, dass das häufig an persönlichen Präferenzen liegt. Dem einen würde der Richtungswechsel nach links, dem anderen der nach rechts leichter fallen.

Er findet, dass das Skateboarden eine Sportart ist, die den ganzen Körper fordert. „Nach langen Abfahrten sind es zunächst die Oberschenkel, die man spürt. Aber prinzipiell werden durch die Körperspannung alle Muskeln beansprucht“, sagt er.

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