mz_logo

Regensburg
Sonntag, 19. November 2017 5

Ausbau

Mit Flexibilität gegen den Dauerstau

Ab 2018 wird die A3 bei Regensburg zur Großbaustelle. Die IHK sucht nach Lösungen, die einen Verkehrsinfarkt verhindern.
Von Christof Seidl, MZ

Der sechsstreifige Ausbau wird die Stauanfälligkeit der Autobahn A3 im Raum Regensburg weiter erhöhen. Foto: dpa

Regensburg.Industrie, Pendler, Politik: Alle wollen den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A3 zwischen dem Kreuz Regensburg und Rosenhof – und alle fürchten nun während der mindestens fünfjährigen Bauphase ein Verkehrschaos. Über 75000 Einpendler täglich und ein hoher Anteil an Schwerlastverkehr führen in den Stoßzeiten schon heute regelmäßig zu kritischen Verhältnissen auf den Straßen um Regensburg. Jede Behinderung auf der A3 führt zu Stauungen, die sich wie ein Virus in der ganzen Region verbreiten. Erst am Dienstagmorgen sorgte ein Lkw-Unfall in der Nähe des Autobahnkreuzes dafür, dass stundenlang nichts mehr ging.

„Wir haben keine Ausweichrouten“

Christian Unzner, Chef der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion Südbayern (links), erklärte die Verkehrssituation beim Ausbau der A3 ab 2018. Mit im Bild Dr. Christoph Häusler, Leiter der Verkehrsentwicklung beim Landkreis Regensburg, und Stadtrat Dr. Thomas Burger (rechts), der Bürgermeisterin Gertrud Schmalz-Schwarzfischer vertrat. Foto: Seidl

Wie wird das erst, wenn die A3 in Baustellenbereichen auf vier schmale Spuren ohne Seitenstreifen reduziert wird? Und was kann man tun, um die Situation zu verbessern? Mit dieser Frage konfrontierten die Teilnehmer einer Veranstaltung bei der IHK Regensburg Christian Unzner. Die Antwort fiel dem Chef der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion Südbayern, nicht leicht. „Wir haben keine Ausweichrouten“, erklärte er. Das städtische Verkehrsnetz sei auf die Autobahn ausgelegt, es gebe keine leistungsfähigen Alternativen.

Die Autobahndirektion Südbayern werde deshalb versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Baustellenabschnitte sollen langfristig ausgelegt werden, um den Gewöhnungseffekt zu nutzen, Haltebuchten sollen eingerichtet werden, wo immer das technisch machbar ist. Denn das größte Problem in Baustellenbereichen seien Pannenfahrzeuge, betonte Unzner.

Die fast 200 Meter lange Brücke der A3 über die Bahnstrecke bei Burgweinting bildet im Februar 2018 den Startschuss der Ausbau-Phase. Foto: Lex

Welche Stellen stauanfällig sein werden, lässt sich nach seinen Angaben nicht vorhersagen. Zwar gebe es Erfahrungswerte, aber keine zuverlässigen Prognosen, denn jede neue Baustelle sei anders. Bei Bedarf werde man aber nachbessern.

Um die Bauzeiten kurz zu halten, werden die Baufirmen von Montag bis Samstag im Zweischichtbetrieb arbeiten, solange es hell ist. Nachtschichten werde es nur in Ausnahmefällen geben, auch weil das im städtischen Umfeld schon aus Lärmschutzgründen schwierig sei. Zu einer Frage nach dem Ausweichverkehr, sagte der Autobahnexperte, dieser lasse sich nicht verhindern. Es werde immer Verkehrsteilnehmer geben, die sich Schleichwege suchen. Wo sich diese Routen bilden werden, sei noch nicht klar. Wenn dadurch neue Probleme entstehen, sind die örtlichen Verkehrsbehörden gefordert.

Aus der Diskussion kam der Vorschlag, während der Bauzeit verstärkt auf Bus und Bahn zu setzen. Um Pendler zum Umsteigen zu bewegen, könnte der Regensburger Verkehrsbund doch ein kostenloses Ticket für bestimmte Strecken anbieten. Für diese Idee konnte sich Dr. Christoph Häusler, Leiter der Verkehrsentwicklung beim Landkreis Regensburg, nicht erwärmen. „Ein bisserl“ müsse ein solches Ticket schon kosten. Dr. Thomas Burger meinte für die Stadt Regensburg, man solle erst einmal Angebote des RVV wie das Jobticket bekannt machen.

Social Media sollen helfen

Informationspolitik ist ein Instrument, auf das die Autobahndirektion setzen wird. Unzner kündigte eine umfangreiche Kommunikation an. Es werde eine eigene Internetseite für die Baumaßnahmen geben, zudem werde man Social Media wie Facebook oder WhatsApp nutzen. Stadt und Gemeinden könnten ihre Seiten mit diesem Angebot verlinken. Burger empfahl einen Verweis auf den Internetauftritt des RVV. Auch einen Flyer soll es geben.

Die Idee, solche Informationen auch ausländischen Speditionen zukommen zu lassen, unterstützte Unzner, das werde sich auch über die Fahrzeiten von selbst regulieren. Allerdings dürfe man nicht davon ausgehen, dass ein Lkw-Fahrer, der aus Rumänien kommt und nach Rotterdam will, wegen einer Stunde Stau seine Route ändert.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes appellierte in seiner Ansprache an die Unternehmer in der Region, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen: „Jeder Mitarbeiter in Bus und Bahn und jeder Lkw außerhalb der Hauptverkehrszeiten hilft.“

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht