mz_logo

Regensburg
Dienstag, 21. November 2017 7

Spendenlauf

Montessori-Schüler liefen für Afrika

450 Mädchen und Jungen zeigten in Prüfening Einsatz. Der Erlös kommt bedürftigen Kindern in Kenia und Ghana zugute.
Von Daniel Steffen, MZ

Entlang des Erdbeerfeldes in Prüfening herrschte munterer Betrieb. 450 Montessori-Schüler gaben beim Spendenlauf ihr Bestes. Fotos: Steffen

Regensburg.Durch den Nebel rund um das Erdbeerfeld in Prüfening drehten sie fleißig ihre Runden: Die 450 Schüler der Montessori-Schule zeigten Herz und unterstützt mit ihrer Teilnahme am schulinternen Spendenlauf gleich zwei Spendenzwecke. Zugunsten der „Extension Public School“ in Ghana und der „Precious Hope School“ in Kenia brachte jede gelaufene Runde Spenden ein. Eltern, Großeltern, Nachbarn und Bekannte hatten sich als Sponsoren zur Verfügung gestellt und spendeten pro gelaufener Runde einen bestimmten Geldbetrag. Da sich die Kinder bis zu fünf Sponsoren aussuchen konnten, kam ein beachtlicher Spendenbetrag zusammen.

15 175 Euro sind im Spendentopf

So freute sich Martina Stauß vom Schulleitungsteam über einen Betrag in Höhe von 15 175 Euro, der für die genannten Schulen in Afrika verwendet werden soll. Gemeinsam mit dem Elternbeirat hatte Stauß die Veranstaltung organisiert: Um 9 Uhr hatte sich das erste Drittel der Schüler auf den Weg rund um das Erdbeerfeld gemacht, später folgten die weiteren Kinder. In einem Zeitraum von 45 Minuten konnten sie so viele Runden laufen – oder auch gehen – wie sie wollten. Ob jemand nur eine Runde oder gleich acht Runden absolvierte, war jedem Teilnehmer selbst überlassen. 800 Meter war jede Runde lang, pro Runde gab es für die Teilnehmer ein grünes Bändchen als Beleg für die erbrachte Leistung.

Nach dem Lauf wartete auf die Schüler eine kleine Stärkung.

Der Ehrgeiz hielt die Grund- und Mittelschüler auf Trab – so auch die achtjährige Eleni von der „Dachs“-Klasse. Sie lief am Mittwoch vier Runden. „Es war schön, aber anstrengend“, sagte sie anschließend. Auch wusste sie, welchen Zwecken der Spendenlauf zugute kommt. „In Afrika wird ein Schulbus gebraucht.“ Dies trifft für die Precious Hope School in Kenia zu, die derzeit von 155 Kindern aus Elendsvierteln besucht wird. Bislang steht diesen zum Lernen nur ein angemieteter Raum zur Verfügung, doch ein neues Schulgebäude wird bis zum Ende des Jahres fertig.

Es ist geplant, 45 weitere Kinder aufzunehmen. Da diese Kinder mehrere Kilometer von der Schule entfernt wohnen, ist dringend ein Schulbus vonnöten. Dank Katrin Orlamünder aus Hemau, die seit geraumer Zeit mit der Schule in Kenia in Kontakt steht, sind die Montessori-Schüler über die Situation der afrikanischen Schüler im Bilde. In Prüfening hatte sie mehrere Vorträge zum Thema gehalten.

Für mehr soziale Verantwortung

Bedürftig sind ebenfalls die Schüler der Odumase Extension Public School im ghanaischen Kumasi. Ihnen fehlt es an Unterrichtsmaterialien wie Büchern und Arbeitsheften, ebenfalls benötigen die Kinder dort Stifte, Spitzer, Lineale und andere Schulsachen. Aus einem Teil des Spendenlauf-Erlöses will die Montessori-Schule nun die benötigten Dinge beschaffen.

Das Projekt

  • Initiator:

    Der kenianische Lehrer Jairus Orangi hatte die Vision, in seiner Heimat eine Schule für die Ärmsten der Armen zu bauen. So gründete er in Zusammenarbeit mit der christlichen Gemeinschaft „Leben im Licht“ das Projekt „Strahlende Kinderaugen Kenia“, um die Precious Hope School zu realisieren.

  • Schulbau:

    Die Schule ist bereits im Bau und wird bis zum Jahresende fertiggestellt. Sie befindet sich im Mtwapa, etwa 20 Kilometer nördlich von Mombasa, der zweitgrößten Stadt in Kenia. Fünf neue Klassenzimmer entstehen. Bislang steht den 155 Schulkindern nur ein angemieteter Raum zur Verfügung. (mds)

„Unsere Schule bemüht sich, durch diese Aktion eine Atmosphäre des Respekts zu fördern und unseren Schülern zu helfen, sich verstärkt sozial zu engagieren“, hieß es in einem Infoblatt zum Spendenlauf. Wie Martina Stauß sagte, soll der Lauf im kommenden Jahr erneut stattfinden.

Für ihren sportlichen Einsatz wurden die Montessori-Schüler mit frischem Obst, Brezen und Tee belohnt. Bei der Durchführung des Laufs haben nicht nur Lehrer, sondern auch viele Eltern fleißig mit angepackt. Zudem feuerten die Eltern ihre Kinder an oder liefen selbst ein paar Runden.

Weitere Geschichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht