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Regensburg
Montag, 22. Januar 2018 7

Konflikt

Mühleninsel: Rettung in Sicht

Anwohner wehren sich gegen Abriss der Gareis-Insel am Wöhrd in Regensburg. Am Runden Tisch suchten die Beteiligten Lösungen.

Blick in den Mühlenkanal: Die mit Blumen geschmückte Brücke in den Garten der Renners. Fotos: altrofoto.de

Regensburg.Eigentlich sollte die Mühleninsel, auch Gareis-Insel genannt, am nördlichen Donauufer an der Wöhrdstraße plattgemacht werden. Der Grund: die nördliche Stützmauer ist nicht mehr standsicher. Daher wurde drei Familien, welche die Insel-Gärten nutzen, die Nutzungsrechte gekündigt. Dagegen wehrten sich die Anwohner (die MZ berichtete!) und legten Widerspruch ein. Auch der ehemalige Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Egon Greipl, verurteilte die angekündigte Aktion des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Regensburg.

Beteiligte setzten sich bei Rundem Tisch zusammen

Die Fronten schienen verhärtet, doch nun zeichnet sich eine Lösung ab zwischen den bisherigen Nutzern auf der einen und dem WSA Regensburg als Grundstückseigentümer auf der anderen Seite. Dies erklärten die Stadt Regensburg und das WSA in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Beteiligten setzten sich bei einem Runden Tisch zusammen und vereinbarten, eine Lösung zu finden, mit der sich alle Beteiligten anfreunden können - neben der Stadt und dem WSA auch das Landesamt für Denkmalpflege, der Anglerbund und der Verein DoNaReA sowie die Anwohner.

„Genau so müssen wir denken, um unkonventionelle Ansätze und damit die beste Lösung zu finden.“

Rolf Diesler, Leiter des WSA Regensburg

Schnell wurden die ursprünglichen Überlegungen relativiert, die Insel oder zumindest einen Teil abzutragen um den Druck von der historischen Quadermauer am Mühlkanal zu nehmen. Rolf Diesler, Leiter des WSA Regensburg, entschuldigte sich für die Irritationen, die durch das bisherige Vorgehen bei den Nutzern entstanden sind. Sie hatten mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die Kündigung ihrer Pachtverträge erhalten und dürfen die Insel nicht mehr betreten. Die Stützmauer hat sich laut Diesler so stark geneigt, dass sie akut einsturzgefährdet ist. Diese Tatsache besteht weiterhin, wohl aber ist der Ton auf beiden Seiten milder geworden.

Die Gareis-Insel darf weiter betreten werden

Anwohnerin Christa Renner in ihrem Garten. Foto: altrofoto.de

In einem ersten Schritt soll die Mauer jetzt gesichert werden, damit von ihr keine Gefahr mehr ausgeht. Die Insel darf danach auch wieder betreten werden. Im Gegenzug darf das WWA die Häuser untersuchen, um die Arbeiten für den Hochwasserschutz vorzubereiten. Wie die Mauer und damit die Insel letztendlich gesichert wird, soll untersucht werden. Eine Idee war, den Mühlkanal für die Dauer der Arbeiten sowohl für den Hochwasserschutz als auch für die Wiederherstellung der Standsicherheit komplett zu verfüllen. Rolf Diesler freute sich über diese Idee: „Genau so müssen wir denken, um unkonventionelle Ansätze und damit die beste Lösung zu finden.“ Auch Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer ist zufrieden mit dem Verlauf der ersten Gespräche: „Mir war es wichtig, dass man zukünftig miteinander nicht übereinander spricht, und wir gemeinsam nach konstruktiven Lösungen suchen. Zudem war es mir seit Beginn der Gespräche über die Mühleninsel ein Anliegen, dass dieses so besondere und stadtbildprägende Ensemble erhalten bleibt.“

Die Mühleninsel liegt direkt gegenüber der historischen Wurstkuchl, unterhalb der Steinernen Brücke. Foto: Archiv/altrofoto.de

Die Mühleninsel liegt direkt gegenüber der historischen Wurstkuchl, unterhalb der Steinernen Brücke, im Herzen des Weltkulturerbes Regensburg und ist beliebtes Fotomotiv. 24 Vertreterinnen und Vertreter der drei Familien und der Fachleute waren an den Runden Tisch im WSA gekommen.

Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Regensburg plant zusammen mit der Stadt Regensburg unabhängig von der Sicherung der Mühleninsel, den technischen Hochwasserschutz an den Gebäuden zu verbessern. In den kommenden Monaten sollen für beide Maßnahmen Pläne ausgearbeitet und im Rahmen weiterer Runden Tische diskutiert werden.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hatte den Runden Tisch nach dem erfolgreichen Vorbild der Schillerwiesen angeregt. Dort war 2014 nach Gehölzpflegemaßnahmen am Donau-Damm eine Lösung gefunden worden, die den innerstädtischen Park sogar noch aufgewertet hat.

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Regensburger Mühlviertel

  • Das Ensemble:

    Das Ensemble am Nordufer gibt einen Eindruck von der Zeit, als an beiden Wöhrden und auf den Beschlächten der Steinernen Brücke eine Anzahl von Mühlen betrieben wurden.

  • Die Mühlen:

    So befinden bzw. befanden sich in der Wöhrdstraße die ehemalige Obere und Untere Mühle (Haus Nr. 2 und 6) und die ehemalige Lederermühle (Nr. 10), die davor bereits als reichsstädtische Gewürzmühle gedient hatte.

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