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Regensburg
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Fasching

Narren ziehen wieder durch die Altstadt

2018 organisiert die Narragonia erneut einen Regensburger Faschingszug. Teilnehmer aus ganz Ostbayern werden erwartet.
von Michael Sperger

Beim Faschingszug im vergangenen Jahr herrschte auf dem Narrenschiff der Narragonia ausgelassene Stimmung. Fotos: Steffen (4), altrofoto

Regensburg.Diesenbach hat einen, selbst das kleine Dorf Sarching hat auch einen und in Köfering gibt es den wohl Bekanntesten in der Region. Die Rede ist vom Faschingszug. Lange Zeit war auf den Straßen der Stadt Regensburg zur Faschingszeit dagegen Ruhe eingekehrt. „Hohe Auflagen in Bezug auf Sicherheit, Straßenreinigung und Absperrung haben es uns finanziell fast unmöglich gemacht, den Zug weiterzuführen“, erinnert sich Erich Lichtl, Präsident der Karnevalsgesellschaft Narragonia. Diese hatte in der Vergangenheit zusammen mit der Lusticania den Zug durch die Domstadt organisiert.

2016 kam dann vonseiten der Stadt Regensburg das Anliegen, wieder einen Faschingszug durch die Altstadt zu veranstalten. „Wir haben uns mit Unterstützung der Stadt der Sache angenommen“, sagt Lichtl. Im zwei-Jahres-Rhythmus wollten die Narren durch die Straßen ziehen. Bei der Premiere im vergangenen Jahr nahmen etwa 70 Faschingsgesellschaften an dem Umzug teil.

Ostbayerischer Faschingszug

Bei der zweiten Auflage am 4. Februar im kommenden Jahr kommt den Regensburgern sogar noch eine weitere besondere Ehre zuteil. Die Narragonia holt zu ihrem 170-jährigen Bestehen den ostbayerischen Faschingszug in die Oberpfalz. Nicht nur aus Stadt und Landkreis Regensburg werden die Teilnehmer kommen. „Wir erwarten Faschingsgesellschaften von Weiden bis nach Passau. Die ganze Oberpfalz und Niederbayern ist eingeladen, in Regensburg mit uns zu feiern“, sagt Lichtl. Einige Anmeldungen seien schon eingegangen.

Zur neuen Saison zeigen wir hier elf Neuerungen, Highlights und Geschichten der elf Faschingsgesellschaften aus Stadt und Landkreis. Klicken Sie auf die Pfeile rechts unter den Folien, um sich durch die Übersicht zu navigieren. Nutzen Sie ihr Smartphone, wischen Sie die Folien nach links.

Bis zum 20. Januar haben die Faschingsgesellschaften noch die Möglichkeit, sich bei der Narragonia anzumelden. „Auch Vereine, Firmen oder private Gruppen sind mit Faschingswagen, als Fußgruppe oder auch mit einem Mottowagen willkommen“, sagt Lichtl.

Die größten Faschingsveranstaltungen in der Region finden Sie hier auf unserer Karte. Zoomen Sie sich hinein, um sich über die Termine und weitere Details zu informieren.

In der Albertstraße werden sich die Faschingsfreunde gegen Mittag versammeln und dann am Nachmittag über die Maximilianstraße durch die Altstadt bis zum Neupfarrplatz ziehen. Dort steigt dann auf zwei Bühnen eine große Faschingsparty. Die betroffenen Straßen sind für den Zeitraum des Zugs gesperrt. Das erfordert einiges an bürokratischem Aufwand – schon im vergangenen Sommer.

„Seit Juni haben wir mit der Stadt an einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept für den Faschingszug gearbeitet. Die Vorbereitungen für den Zug sind für uns ein Kraftakt“, sagt Lichtl. Neben Terminen bei einer Vielzahl von Ämtern der Stadt standen auch Gespräche mit den freiwilligen Feuerwehren aus dem Landkreis Regensburg an. Diese unterstützen die Faschingsgesellschaft auch dieses Jahr wieder bei den Absperrungen. Für die Auswirkungen auf den Busverkehr standen auch Termine bei den Regensburger Verkehrsbetrieben auf dem Programm. „Die Vorbereitungen für so ein Großprojekt sind wirklich sehr vielseitig“, bilanziert Lichtl.

Alles Wissenswerte zum Fasching in der Region lesen Sie hier.

Die Unterstützung vieler Sponsoren war nötig, damit der Verein mit 160 Mitgliedern den Aufwand auch finanziell überhaupt bewerkstelligen konnte.

Seit 170 Jahren gibt es die Karnevalsgesellschaft Narragonia schon. Damit sind die Regensburger die älteste Karnevalsgesellschaft in Bayern, die zweitälteste in ganz Deutschland. „Auf diese lange Tradition baut der Verein noch heute. Wir halten die lange Geschichte am Leben“, erklärt Lichtl stolz.

Gründer war aus Mainz

In Bayern feiert man traditionell Fasching. Trotzdem nennt sich die Narragonia seit ihrem Bestehen „Karnevalsgesellschaft“. Auch das habe einen traditionsreichen Hintergrund. „Der Name geht auf unseren Gründer zurück“, erklärt Lichtl. Dr. Carl Wolfgang Gerster rief 1848 die Karnevalsgesellschaft ins Leben. Der Arzt stammte aus Mainz, weshalb die Narren damals vom rheinischen Karneval geprägt waren.

Bis heute hat sich der Verein durch ehrenamtliches Engagement am Leben gehalten.

Traditionell stürmten die beiden Karnevalsgesellschaften am 11.11. das Alte Rathaus.

Darauf ist man bei der Narragonia stolz. Auch die Durchführung des ostbayerischen Faschingszugs im kommenden Februar soll ein Aushängeschild für die Regensburger Faschingskultur werden. „Wir geben alles, um Regensburg würdig zu repräsentieren und einen schönen Umzug zu planen“, sagt Lichtl im Hinblick auf das Highlight im kommenden Jahr.

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