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Regensburg
Freitag, 24. November 2017 13° 3

Kunst

Neu trifft Alt am Dachauplatz

Die Arbeiten in Regensburg sind abgeschlossen. Doch nach einem Test musste die „Fontana Regina“ wieder trockengelegt werden.
von Mario Geisenhanslüke, MZ

„Fontana Regina“ – Spätestens im Frühjahr 2018 soll am Dachauplatz das Wasser fließen. Foto: Lex

Regensburg.Ein maroder Platz zwischen Parkhaus und Rathaus. Ein kaputter Brunnen, dessen offene Leitungen gefährlich waren. Dann eine spontan verlegte grüne Rollrasenfläche. Der Dachauplatz und mit ihm die Regensburger haben in den vergangenen Jahren einiges mitgemacht. Doch langsam ist ein Ende in Sicht: Denn die Bauarbeiten sind abgeschlossen und der neue Brunnen ist fertig. Die Baustelle wird noch in diesem Monat aus dem Stadtbild verschwunden sein. Ob der neue Brunnen allerdings noch in diesem Jahr leuchten und sprudeln wird, ist noch offen.

Michael Lehmann, der im Gartenamt der Stadt Regensburg die Abteilung für Grünflächenplanung und Grünflächenneubau leitet, scheint jedenfalls sehr zufrieden zu sein, dass die Bauarbeiten innerhalb von rund drei Monaten abgeschlossen werden konnten. Schließlich war erst am 21. Juli der Grundstein für das Brunnenprojekt „Fontana Regina“ gelegt worden. Jetzt sagt Lehmann: „Das wird ein optischer Hingucker, der lange in der Innenstadt gefehlt hat.“

Die Technik funktioniert

Ob der Brunnen, den der Berliner Künstler Hans J. Wiegner entworfen hat, allerdings noch in diesem Jahr in Betrieb geht, ist noch offen. Laut Lehmann ist die Brunnentechnik soweit installiert. In der vergangenen Woche gab es einen erfolgreichen Probelauf, im Zuge dessen der Künstler zusammen mit dem Kulturamt die Farben in Kombination mit dem Wasser abgestimmt hat. Lehmann sagt: „Der Testlauf war erfolgreich, alles funktioniert.“ Jetzt seien nur noch die Pflasterarbeiten und einige wenige Nachjustierungen der Technik nötig. Die technische Abnahme werde wohl in der kommenden Woche erfolgen. So oder so verspricht Lehmann: „Für die Bürger ist die Baustelle Ende des Monats verschwunden.“

Kaputter Platz, Rollrasen und jetzt ein neuer Brunnen: Die jüngere Geschichte des Dachauplatzes sehen sie in unserer Bildergalerie:

Der lange Weg zum neuen Dachauplatz

Nach dem Testlauf musste der Brunnen allerdings zunächst wieder trockengelegt werden, damit er überhaupt technisch abgenommen werden kann. Ist das geschehen, wird der an das Hochbauamt übergeben, das die Brunnen in Regensburg offiziell betreibt. Deshalb erklärt Lehmann: „Ob wir ihn noch anfahren, um ihn im November wieder trocken zu legen, ist noch offen. Vielleicht passiert das auch zum ersten Mal im Frühjahr.“ Dies scheint aktuell am wahrscheinlichsten zu sein.

Langer Weg zum neuen Platz

Der Künstler greift das antike Säulenmotiv des Platzes auf. Foto: Lex

Der Weg zum neuen Dachauplatz samt neuem Brunnen war ein langer. Über die Neugestaltung des geschichtsträchtigen Platzes und einen Ersatz für den kaputten Brunnen hatte der Stadtrat in etlichen Ausschusssitzungen diskutiert. Dann gab es einen Brunnenwettbewerb, den Hans Jörg Wiegner gewonnen hat. Dass der Berliner kein Unbekannter ist und zum Beispiel mit einer Lichtinstallation in einer Röhre des alten Elbtunnels in Hamburg vor etlichen Jahren für Aufsehen gesorgt hat, half ihm dabei wenig. Die Konzepte müssten nämlich anonym eingereicht werden.

„Jetzt beginnt eine Übergangszeit, in der Alt und Neu nebeneinander existieren.“

Michael Lehmann

Sein Entwurf „Fontana Regina“ überzeugte Jury und Stadtrat dennoch: einstimmig. Sein Brunnen greift das antike Säulenmotiv auf und erinnert so an die römische Vergangenheit des Platzes. Die Installation besteht aus sieben mattierten Glassäulen, die wiederum aus einem Bündel von sechs Glasrohren aus bruchfestem Weißglas bestehen. Das Wasserbecken und die Lichtsäulen werden in stets wechselnde Farben getaucht.

Bäume bleiben am Leben

Doch der lange Weg zum neuen Dachauplatz ist noch nicht vorbei. „Jetzt beginnt eine Übergangszeit, in der Alt und Neu nebeneinander existieren“, erklärt Lehmann. Denn drei Bäume aus dem Altbestand des Platzen würden nicht einfach entfernt. Hier sei die klare Absprache, dass diese so lange am Leben erhalten werden, wie es geht. Schließlich seien sie noch sehr vital.

Deshalb „stößt die neue Platzgestaltung an die alte“. Dies werde auch klar erkennbar sein. Hinzukommt, dass auch die neuen Möbel erst im Frühjahr aufgestellt werden. Hier sei ebenfalls noch unklar, ob sie aus dem großen Möbelkonzept kommen, oder ob es eine individuelle Lösung geben werde. Außerdem soll der Dachauplatz, wie schon lange angekündigt, einen kleinen Kiosk bekommen. Das Design des Kiosks soll sich dabei an das des Brunnens anpassen. Der Baugrund samt Leitungen ist schon fertig. Bau und Betrieb des Kiosks werden noch ausgeschrieben. Klar sei allerdings schon jetzt: Alkoholische Getränke dürfen nicht ausgeschenkt werden.

Und so wird das nächste Kapitel der Geschichte des Dachauplatzes geschrieben. Spätestens im Frühjahr.

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