mz_logo

Regensburg
Montag, 20. November 2017 5

Projekt

Neue Regensburger Hütte erhält „Zuwachs“

Nach einer holprigen Genehmigungsphase soll der Umbau im Frühsommer starten. Der Alpenverein setzt dabei auf mehr Komfort.
Von Stefan Gruber, MZ

Ein Holzanbau wird die grundlegend sanierte Neue Regensburger Hütte im Stubaital ergänzen. Animation: Architekt Rainer Köberl

Regensburg. Auf der höchsten Baustelle Regensburgs sollen ab Juni die Bagger anrollen. Genau genommen sollen sie anfliegen. Der Ort ist nämlich nur zu Fuß oder eben mit dem Helikopter zu erreichen. Die Neue Regensburger Hütte, auf 2286 Meter Höhe im Tiroler Stubaital gelegen, soll nun endlich um- und angebaut werden. Die Alpenvereins-Sektion Regensburg nimmt mit dem 3,2-Millionen-Euro-Projekt ihr größtes Bauvorhaben seit der Errichtung der Kletterhalle in Kareth in Angriff.

Erste Überlegungen vor 15 Jahren

Gut 15 Jahre liegen die ersten Überlegungen mittlerweile zurück, die beliebte Bergsteigerunterkunft hoch über Falbeson zeitgemäß zu sanieren. Doch die Realisierung wurde zurückgestellt, der Bau der Kletterhalle wurde vorgezogen. Vor fünf Jahren haben Hüttenreferent Franz Schon und sein Stellvertreter Andreas Schöbel einen erneuten Vorstoß gestartet.

Doch auch der war zunächst nicht von Erfolg gekrönt. Der Tiroler Naturschutz verweigerte die Zustimmung, wollte den geplanten Anbau in anderer Form und Platzierung realisiert sehen. Für die Regensburger DAV-Sektion begann ein Hürdenlauf durch den Behördendschungel mit Umplanungen, erneutem Genehmigungsverfahren und Einschaltung der Bezirkshauptmannschaft. Das letzte Wort sprach vor nun einem Jahr ein Gericht.

Im Sommer hatte eine neue Wirtsfamilie die Regensburger Hütte übernommen. Mehr dazu lesen Sie hier.

„Jetzt müssten aber alle Steine aus dem Weg geräumt sein“, meint Franz Schon. Im Mai oder Juni rechnet er mit dem Baubeginn. Da die Arbeiten aber nur bis Oktober möglich sind, dürfte sich die Fertigstellung drei Sommer hinziehen. Mehr als 1000 Hubschrauberflüge werden für den Transport von Material, Personal und Maschinen erforderlich sein.

Das Projekt setzt sich aus verschiedenen Abschnitten zusammen. Die bereits in Teilen erneuerte Materialseilbahn rückt mit ihrer Bergstation näher an das Hauptgebäude heran. Nicht zuletzt die unkompliziertere Versorgung der Küche soll somit gewährleistet werden. Diese erhält einen Anbau, auch die Terrasse wird vergrößert.

Anbau komplett aus Holz

Die eigentliche Regensburger Hütte, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht, soll behutsam renoviert werden. Die Küche wird laut Schon innerhalb des Gebäudes verlegt und grundlegend erneuert. Vier Gasträume werden künftig zur Verfügung stehen. Auf neuen Komfort dürfen sich die Bergsteiger in den Lagern und Zimmern freuen, auch der Sanitärbereich wird saniert. Der Brandschutz des gesamten Gebäudes wird im Zuge des Umbaus auf den heute gültigen Stand gebracht.

Ein echter Hingucker dürfte aber der komplett in Holz erstellte Anbau werden. Das dreistöckige Gebäude wird im Erdgeschoss einen Seminarraum sowie Personalzimmer erhalten, in den beiden oberen Geschossen werden Vier- und Zweibettzimmer sowie großzügige Wasch- und Duschräume mit Panoramaausblick Platz finden. Ein wettergeschützter Gang soll den Anbau mit der bisherigen Hütte verbinden. Von den aktuell 101 Schlafplätzen sind 20 aufgrund der Brandschutzauflagen sowie Personalbelegung nicht nutzbar. „Wir wollten vor allem mehr Doppel- und Vierbettzimmer realisieren“, erklärt Franz Schon. „Dieser Komfort wird heute erwartet.“

Weitere Häuser der DAV-Sektion

  • Brixen

    Das Berg- und Skiheim in Brixen im Thale bei Kitzbühel ist als ganzjährig geführtes Selbstversorgerhaus konzipiert. Insgesamt stehen 29 Schlafplätze in Doppel- und Mehrbettzimmern zur Verfügung.

  • Ötztal

    Die Talherberge Zwieselstein im Ötztal ist ein Selbstversorgerhaus mit 17 Zimmerlagern und 18 Betten im Großlager. Die Lage des Hauses zwischen Sölden und Gurgl eröffnet Wintersportlern wie Wanderern viele Möglichkeiten.

  • Hanselberghütte

    Die Hanselberghütte liegt bei Oberndorf zwischen Matting und Bad Abbach. Die Selbstversorgerhütte bietet zwölf einfache Übernachtungsplätze. Der Aufenthaltsraum für Veranstaltungen fasst etwa 20 Personen.Fotos: DAV Regensburg

  • Kooperation mit Gasthöfen

    Mit zwei Gasthöfen hat der Alpenverein Regensburg Kooperationsverträge geschlossen. Sektionsmitglieder können die Häuser vergünstigt nutzen. Maurerwirt in Rosenau: Das Haus bietet einen idealen Stützpunkt für Touren ins Pyhrn-Priel-Gebiet. Vier Doppel- bzw. Dreibettzimmer sowie zwei Ferienwohnungen stehen zur Verfügung. Der Vorderschappachhof in Hüttschlag (Großarltal) bietet sich für Tourengeher und Pistenskifahrer an. Ein Doppel- und zwei Mehrbettzimmer sowie drei Wohnungen sind vorhanden.

Weitere Nachrichten zu Ski und Bergwelt finden Sie hier.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht