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Regensburg
Mittwoch, 13. Dezember 2017 3

Kirche

Neues Pfarrer-Ehepaar in St. Matthäus

Feierlich wurden Marjaana-Wagner und Hannes Wagner von der evangelischen Gemeinde im Regensburger Stadtosten empfangen.
von Roland Ebner, MZ

Die jungen Pfarrer vor St. Matthäus Foto: er

Kasernenviertel.Fremd sein und ankommen - in einer neuen Stadt, in einer neuen Gemeinde und dort gemeinsam „in ökumenischer Verbundenheit“ das Zusammenleben gestalten. Dies waren Leitworte der Einführungspredigt von Pfarrerin Marjaana Marttunen-Wagner in St. Matthäus.

In einem sonntäglichen Festgottesdienst umrahmt vom evangelischen Posaunenchor, ist sie nun gemeinsam mit Ehemann Hannes Wagner von Dekan Eckhard Herrmann in St. Matthäus installiert worden. Nach dem Wegzug des bisherigen Pfarrers Gottfried Stark werden die beiden Pastoren künftig die evangelische Gemeinde im Regensburger Stadtosten mitgestalten.

„Städte mit Flüssen sind schön“

Ihre Pfarr-Station zuvor war Klingenberg/Wörth am Main in Unterfranken. Etwa 11 000 Menschen leben dort. Und die beiden Geistlichen haben sich „auch sehr wohl gefühlt“, wie sie versichern im Gespräch mit der MZ. „Doch es hat uns weitergezogen, in eine größere Stadt, in ein anderes Dekanat, zu anderen Kollegen“, erläutert Pfarrer Hannes Wagner (46) und Ehefrau Marjaana (43) ergänzt: „Wenn‘s am Schönsten ist, soll man halt gehen.“

Mit der Handauflegung durch Dekan Eckhard Herrmann (links) wurde das Pfarrer-Ehepaar installiert. Fotos: er

Und dann war plötzlich eine Stelle in Regensburg frei und es hat ihnen gleich hier gefallen, hier in der „größeren Stadt“: „Die Menschen, die Landschaft - Städte mit Flüssen sind einfach schön!“, so Hannes Wagner. „Nun freuen wir uns auf unsere neue Gemeinde St. Matthäus mit ihrem Kindergarten. Wir hoffen, dass wir und auch unsere vier Kinder an diesem noch unbekannten Ufer bald Fuß fassen werden“, erklärt die Pastorin.

Und Marlene (12), Simon (10), Paula (7) und Adam (3) sollen ihren Worten zufolge „auch aufgrund der größeren Bandbreite an Kultur in dieser Stadt einen weiteren Horizont entwickeln können“. Außerdem ist da noch die christliche Toleranz: „Toleranz lernt man in dieser Gemeinde wohl sehr schnell aufgrund des hohen Ausländeranteils“, betont Pfarrer Wagner.
Der „weite Horizont“ samt „Toleranz“ kennzeichnet beide sowieso. Marjaana Marttunen-Wagner ist in Helsinki geboren: „Sowohl die finnische als auch deutsche Sprache und Kultur haben mich geprägt. Das habe ich stets als Reichtum erlebt und blicke daher auch als Theologin gerne ‚über den Tellerrand’ hinaus.“

Nach Schulzeit in Köln und Wuppertal folgte ihr Theologiestudium in Bonn, Jerusalem und Heidelberg. Vikariat in Aschaffenburg und eben die Pfarrstelle in Klingenberg/ Wörth ab 2005 waren die weiteren Stationen.

„In den letzten Jahren hat mich eine Seelsorgeausbildung am Klinikum Würzburg für meine Arbeit als Pfarrerin sehr bereichert“, versichert die Pastorin. Das Gespräch mit anderen bringe sie persönlich in ihrem Glauben „immer wieder in Bewegung“.

„Getragen im Leben“ fühlt sie sich immer von der Musik, „die ja in St. Matthäus auch vielseitig zum Klingen kommt“. Ein großes Lob zollt sie in dem Zusammenhang bereits jetzt dem Posaunenchor St. Matthäus.

Ökumenisches Studienjahr

Ehemann Hannes, geborener Kulmbacher, ist aufgewachsen in Neumarkt/Opf. Zum Bankkaufmann wurde er ausgebildet nach dem Abitur, hat sich dann nach dem Zivildienst zum Theologiestudium entschlossen, in Erlangen, Jerusalem und Heidelberg. „Vor allem das ökumenische Studienjahr in Jerusalem hat mich für mein Leben geprägt. Nicht nur durch die Nähe zu den biblischen Stätten, sondern auch, weil ich dort meine Frau kennengelernt habe“, betont der Pfarrer. Und: „Den christlichen Glauben habe ich beruflich und privat immer wieder und immer neu als tröstend und befreiend erlebt.“

Das gab Marttunen-Wagner in ihrer Predigt auch den zahlreichen Gläubigen mit auf den Weg: „Suchet nach dem Besten, nach dem Frieden untereinander, so könnt ihr als Gemeinde im Regensburger Südosten weiter einladend euren Glauben leben.“

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Amtsantritt zum November

  • Grundsteinlegung

    für St. Matthäus war im Oktober 1953, Einweihung im Jahr darauf. Im selben Jahr konnte auch der Kindergarten aus der Behelfseinrichtung in der Hornstraße umziehen.

  • Kennzeichnend

    für die evangelische Gemeinde im Kasernenviertel ist u.a. der hohe Anteil zugezogener Menschen; so haben etwa 40 Prozent der Kindergartenkinder ausländische Wurzeln.

  • Das Pfarrerehepaar

    Marjaana Marttunen-Wagner und Hannes Wagner hat zum 1. November seinen Dienst angetreten. Es hat sich bisher schon 13 Jahre eine Stelle geteilt. Jetzt ist die Pfarrerin zunächst Ansprechpartnerin für die Gemeinde; der Pfarrer übernimmt den Schuldienst und voraussichtlich ab März ein halbe zweite Pfarrerstelle. (er)

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