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Regensburg
Montag, 20. November 2017 5

Tourismus

Regensburg: Gäste bleiben länger

Die Tourismus GmbH will die Verweildauer von Touristen steigern. Erfolge sind sichtbar. Das Stadtmarketing rechnet auch 2014 mit vielen Besuchern.
Von Erika Neufeld, MZ

Regensburg.Im vergangenen Jahr waren weniger Gäste in Regensburg, berichtet Sabine Thiele. Trotzdem ist die Geschäftsführerin der Regensburg Tourismus GmbH weder unzufrieden noch beunruhigt. „Es sind zwar weniger Besucher gekommen, dafür blieben sie aber durchschnittlich länger in der Stadt“, sagt sie erfreut.

Genau dieses Ziel verfolgen Thiele und ihre knapp 30 Mitarbeiter bereits seit dem Jahr 2005. Damals lag die Verweildauer der Gäste bei 1,6 Tage. Innerhalb von acht Jahren konnte sie auf 1,8 Tage erhöht werden. Eine Steigerung von 0,2 Prozent mag einem Laien vielleicht nicht beachtenswert erscheinen, doch Sabine Thiele weiß es besser. „Um Touristen länger in der Stadt zu halten, braucht es großes Engagement und vor allem viel Geduld“, erklärt sie. „Es ist ein langfristiges Ziel – denn die Verweildauer erhöht sich nur langsam.“

Gäste aus Übersee bleiben länger

Genau deshalb ist die Steigerung in den letzten Jahren für sie und die Mitarbeiter ein Erfolg. Auf diesem ruhen sie sich aber nicht aus, sondern wollen auch künftig daran anknüpfend das Ziel verfolgen. Wie schon in den Vorjahren blieben im Jahr 2013 Gäste aus Übersee am längsten in der Domstadt. Spitzenreiter sind Touristen aus Asien und Afrika mit 2,8 und 2,5 Übernachtungen. Aber auch Gäste aus den USA halten sich gern länger in Regensburg auf. Von Januar bis Oktober 2013 reisten 8625 US-Amerikaner an und blieben durchschnittlich zwei Tage.

Genau das ist im Sinne der Tourismus GmbH. Sie will die Qualität des Aufenthalts fördern – und eben nicht den Tages- oder Massentourismus. Dafür habe die Welterbestadt zu viel zu bieten, sagt Sabine Thiele. Sie verrät, wie sie die Aufenthaltsdauer beeinflussen können. Überwiegend werden Arrangements angeboten, die mindestens zwei Tage beinhalten, statt wie früher oft nur einen Tag. „Wenn sich allerdings Kunden an uns wenden, die nur einen Tag in Regensburg verbringen wollen, werden sie selbstverständlich genauso umfassend und gut betreut wie die anderen Gäste“, erzählt sie. „Werbung machen wir dafür aber nicht.“

Reisegründe sind verschieden

Mit gezielter Marketingarbeit versuchen die Mitarbeiter der Tourismus GmbH Menschen aus aller Welt für die Domstadt zu begeistern. Sieben Mitarbeiter waren dafür auch im vergangenen Jahr in den unterschiedlichsten Ländern unterwegs. Sie wissen: In jedem Land stehen andere Aspekte im Vordergrund.

Japaner begeistern sich insbesondere für Städte, die zum Unesco-Welterbe gehören, erzählt Sabine Thiele. Die Highlights in Regensburg sind für sie die Steinerne Brücke, der Dom, die Regensburger Domspatzen, das Schloss und der Immerwährender Reichstag. Österreicher fühlen sich aufgrund der Verbindung Sissis zu der Fürstenfamilie von Thurn und Taxis mit Regensburg verbunden – eine Schlossbesichtigung steht bei ihnen meistens auf dem Programm. Amerikaner dagegen haben ganz einfach eine besondere Vorliebe für bayerische Städte und Traditionen.

Die Welterbestadt Regensburg mit ihrer Nähe zu München kann auf allen dieser drei Märkte punkten, erzählt die Geschäftsführerin der Tourismus GmbH stolz. Das konnte auch im vergangenen Jahr wieder beobachtet werden. Eine der stärksten Besuchergruppen waren die Österreicher, gefolgt von US-Amerikanern. „Wenn unsere Mitarbeiterin im Außendienst in New York für einen Urlaub in Regensburg wirbt, dann berichtet sie unter anderem von der Dult, als dem Mini-Oktoberfest, und trägt dabei ein Dirndl“, erzählt Sabine Thiele.

Städtereisende sind in der Überzahl

Die größte touristische Gruppe bilden Gäste aus dem Inland und dem europäischen Ausland. 341839 deutsche Städtereisende reisten in den ersten zehn Monaten an und blieben im Durchschnitt 1,8 Tage. Unter den Gästen aus den europäischen Nachbarländern sind allerdings nicht nur Touristen, erklärt Sabine Thiele. „Etwa 50 Prozent der Übernachtungsgäste sind Wirtschaftsleute und Arbeitnehmer.“ Viele kommen aus Belgien, den Niederlanden oder Rumänien.

Anders als bei der Regensburg Tourismus GmbH stehen bei den Mitarbeitern des Stadtmarketings nicht ausländische Touristen oder Übernachtungsgäste im Vordergrund. Ihnen geht es gerade um Tagestouristen, für die sie Veranstaltungen organisieren und Tagesprogramme planen. „Unsere Zielgruppe befindet sich in einer Reichweite von etwa 150 Kilometer“, erklärt Michael Quast, Geschäftsführer des Stadtmarketings Regensburg. Im vergangenen Jahr zog die Veranstaltung Nacht.Schafft.Wissen rund 10000 Besucher, überwiegend aus der Oberpfalz, nach Regensburg. Der Antikmarkt im Juni konnte die Besucherzahl toppen, rund 25000 Besucher wurden gezählt. Michael Quast rechnet auch beim diesjährigen Antikmarkt mit einem ähnlichen Besucheransturm. Seine Mitarbeiter und er wollen an den Erfolgen des vergangenen Jahres anknüpfen – das allgemeine sowie das Parkplatz-Marketing sollen 2014 weiter intensiviert, die Organisation des Antikmarktes mit Gutachtern als Ansprechpartner verfeinert werden.

„2014 wird ein tolles Jahr“, freut sich auch Sabine Thiele – und verweist dabei vor allem auf die Landesausstellung „Ludwig der Bayer“. Diese könnte viele zusätzliche Touristen anlocken, auch aus dem europäischen Ausland – die dann hoffentlich länger als 1,8 Tage in der Domstadt bleiben.

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