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Regensburg
Montag, 20. November 2017 11

Asyl

Schönheitssalon für Flüchtlingsfrauen

Der Verein In Via hilft Migrantinnen in Regensburg mit niederschwelligen Angeboten und lernt so ihre Sorgen kennen.

Tut einfach gut: Im Beauty-Salon des Projekts „Zuhause in Bayern“ ließen sich Flüchtlingsfrauen von ehrenamtlich tätigen Migrantinnen wie Hadel, selbst Kosmetikerin und Religionslehrerin, schminken. Foto: Michaela Simon

Regensburg.Von Migrantinnen für Migrantinnen: Ein Besuch im „Beauty-Salon“ des In-Via-Projekts „Zuhause in Bayern“ ließ Flüchtlingsfrauen in Regensburg den Alltag vergessen und neuen Mut schöpfen. Masken, Wimperntusche, Glätteisen – fast wie in einem echten Beauty-Salon reihten sich die Schönheitsutensilien in dem Raum der Gemeinschaftsunterkunft der Regierung der Oberpfalz aneinander, den der gemeinnützige Verein „Campus Asyl“ zur Verfügung gestellt hatte. In der einen Ecke der Schminktisch mit Spiegel, daneben im „Wartebereich“ gemütliche Sofas, kleine Snacks und genügend Platz für spielende Kinder: Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des bei In Via Kofiza („Kontakt-, Förderungs- und Integrationszentrum für außereuropäische Frauen und deren Familien“) angesiedelten Projekts „Zuhause in Bayern“ hatten einen gemütlichen Ort geschaffen, der zum Genießen, zur Begegnung und zum Erfahrungsaustausch einlud.

Probleme für kurze Zeit vergessen

Wer wollte, konnte sich die Brauen zupfen, die Haare stylen und ein Make-up auflegen lassen. Oder einfach nur vorbeikommen, zuschauen und reden. Für Layla (Name geändert), eine junge Mutter aus dem Irak, war das Angebot wie ein Kurzurlaub: „Ich habe keine Zeit, mir selbst etwas Gutes zu tun. Wenn das andere für mich machen, ist das einfach toll.“ Eines ihrer Kinder ist krank und muss oft zum Arzt, der Alltag lässt keinen Platz, an sich selbst zu denken. „Ich liebe den Beauty-Salon“, sagt Layla, „wenn ich hier bin und mit anderen Frauen rede, kann ich für einen kurzen Moment meine Probleme vergessen.“ Doch wie die anderen Migrantinnen auch nimmt sie von diesem Abend mehr mit als nur ein „schönes Gesicht“.

Beitrag zur Integration

  • Das Anliegen:

    Hilfe für Frauen aus fremden Ländern ist schon seit vielen Jahren ein Anliegen des Caritasfachverbands In Via.

  • Über „Zuhause in Bayern“

    Für Anton Stadler, Geschäftsführer des Regensburger Diözesanverbands, trägt auch das Projekt „Zuhause in Bayern“ zur Integration bei. „Das ist eine gute Ergänzung zu unseren bisherigen Arbeitsfeldern Au-pair-Vermittlung und Bahnhofsmission Regensburg.“

  • Ansprechpartner für „Zuhause in Bayern“:

    Maria Simon, München, Tel. 0157 / 74 01 58 09, E-Mail: michaela.simon@invia-bayern.de

Ein Wohlfühlangebot mit Mehrwert also: „Wir möchten einfach mit den Frauen, die oft isoliert leben, ins Gespräch kommen, mehr von ihnen erfahren und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind“, so Michaela Simon, Koordinatorin für „Zuhause in Bayern“. In einem „sicheren Rahmen“ wie dem Beauty-Salon ließen sich leichter Fragen zum Leben hierzulande stellen und Informationen aus erster Hand von Migrantinnen erhalten, die schon länger hier sind: „Das Knowhow unserer Ehrenamtlichen macht den Neuangekommenen Mut.“ Mit dem jungen, mehrfach ausgezeichneten Projekt „Zuhause in Bayern“ schafft der katholische Frauenfachverband In Via Bayern e.V. gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden in Würzburg, Nürnberg und Regensburg ein Netzwerk zwischen Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen, die schon Fuß fassen konnten. „Ihnen bieten wir die Möglichkeit, selbst ehrenamtlich tätig zu werden, um Flüchtlingsfrauen den Einstieg hierzulande zu erleichtern“, so die Regensburger Ansprechpartnerinnen Natalia Lyczywek und Ruzanna Isoyan. Der Beauty-Salon ist nur ein Engagement von vielen, mit denen Ehrenamtliche wie Hadel anderen Flüchtlingsfrauen zur Seite stehen.

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„Gutes Gefühl, etwas zu geben“

„Wir begleiten die Frauen zum Arzt oder auf ein Amt, übersetzen für sie oder helfen bei der Wohnungs- und Jobsuche“, so die junge Syrerin, „es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass ich etwas geben kann.“ Das von der Deutschen Fernsehlotterie und Spenden geförderte In-Via-Projekt macht Interessierte fit für dieses Ehrenamt. In Regensburg haben sich mehr als zehn Migrantinnen schulen lassen. Mit Angeboten wie dem Beauty-Salon, Ausflügen oder Theaterbesuchen erreichen die Regensburger Ehrenamtlichen viele Geflüchtete, die sonst keine Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch sehen.

„Zuhause in Bayern“ arbeitet vor Ort auch mit anderen Flüchtlingsinitiativen zusammen, sucht das Gespräch mit Behörden oder ist im September auf der Regensburger „Engagement“-Messe vertreten.

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