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Regensburg
Sonntag, 21. Januar 2018 10

Gedenktag

Schulen erteilen Rassismus Absage

Der Soroptimist International Club feierte in Regensburg mit Bildungseinrichtungen das Gedenken an die Menschenrechtscharta.
Von Aaron Graßl

Hermann Hage, Referent für Bildung, Sport und Freizeit der Stadt Regensburg (von links), Doris Merk, Präsidentin der Soroptimistinnen Regensburg, Staatsministerin Emilia Müller, Regina Hellwig-Schmid, Preisträgerin Frauen Europas-Deutschland 2004 und Schulleiterin Angela Hendschke-Lug feierten zusammen mit den Regensburger Schulen den Tag der Menschenrechte. Foto: Graßl

Regensburg.Am 10. Dezember 1948 wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) verabschiedet. Damit reagierte die UN unmittelbar auf die schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs. Seither wird der 10. Dezember jedes Jahr aufs Neue als Tag der Menschenrechte begangen.

Anlässlich dieses Gedenktags veranstaltete der Soroptimist International Club Regensburg einen Festakt an der Beruflichen Oberschule (FOS/BOS), bei dem Regensburger Schulen ihr Engagement gegen Rassismus zum Ausdruck brachten. Schulleiterin Angela Hendschke-Lug betonte, dass die seit 1948 bestehende Menschenrechtscharta für jedes menschliche Leben auf der Welt gelte. Jedoch sei dieses Ziel noch lange nicht erreicht. Darum sei es nötig, ein Signal zu setzen und gegen Rassismus und Ausgrenzung vorzugehen. Hierbei müsse man darauf achten, wie es um die Einhaltung der Menschenrechte im nahen Umfeld stehe.

Die hohe Bedeutung dieses Gedenktages offenbarte sich auch in der Anwesenheit von Emilia Müller, bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Sie betonte die nun fast 70 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte der AEMR, die jedoch noch nicht zu Ende geschrieben sei. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung sei kein Selbstläufer. „Demokratie ist nie nur Gabe, sondern immer auch Aufgabe“, bekräftigte die Ministerin. Daher sei das Engagement der Courage-Schulen von großer Wichtigkeit.

Stellung der Frau

  • Organisation:

    Soroptimist International ist eine Organisation berufstätiger Frauen mit gesellschaftlichem Engagement. Sie befassen sich mit Fragen der rechtlichen, sozialen und beruflichen Stellung der Frau und vertreten deren Position in der öffentlichen Diskussion.

  • Diskriminierung:

    „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bietet Kindern, Jugendlichen und Lehrern die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Um den Titel erwerben zu können, müssen sich mindestens 70 Prozent der Schüler und Pädagogen mit ihrer Unterschrift verpflichten.

Bei den Courage-Schulen handelt es sich um Träger der Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Diese wird an Einrichtungen verliehen, die sich bewusst und aktiv gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt einsetzen. Deutschlandweit dürfen bereits über 2500 Schulen diesen Titel tragen. In Bayern sind es über 520. „Courage-Schule zu sein ist keine Auszeichnung für Vergangenes, sondern eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft“, appellierte Emilia Müller an die Titelträger.

Im Zuge der Festveranstaltung von Soroptimist stellten sieben Regensburger Schulen vor, wie sie im Schulalltag dem Anspruch „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gerecht werden. So setzte beispielsweise das Albrecht-Altdorfer Gymnasium jenen Schülern ein Denkmal, welche einst ihre Schule besuchten, jedoch unter dem Regime der Nationalsozialisten verfolgt und vertrieben wurden. Durch dieses Gedenken solle auf das große Unrecht aufmerksam gemacht und aus der Vergangenheit gelernt werden.

Die Städtische Berufsschule II begann einst mit einer Integrationsklasse bestehend aus elf Schülern. Heute werden dort 140 Schüler mit Migrations- und Fluchthintergrund in neun Klassen betreut. Die Otto-Schwerdt-Mittelschule richtete den Podcast „Radio MC“ ein, um Mitschülern die Bedeutung des Wortes „Courage“ näher zu erläutern.

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