mz_logo

Regensburg
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Gericht

Sex-Tat: Zwei Jahre und neun Monate Haft

Ein 25-Jähriger soll eine Frau an Neujahr überfallen haben. Das Urteil erging wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung.

Der Angeklagte wurde mit Handschellen hereingeführt. Foto: Boeselager

Regensburg.Im Prozess um eine Sex-Attacke gegen eine Fußgängerin (47) am Neujahrsmorgen in Kumpfmühl ist das Urteil gefallen. Der 25-Jährige Angeklagte ist zu einer Haft von zwei Jahren und neun Monaten ohne Bewährung wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung verurteilt worden. Der Mann war während der Tat alkoholisiert. Es wurde eine maximale Blutalkoholkonzentration von 1,23 Promille gemessen.

So verliefen die Plädoyers

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von vier Jahren Gefängnis gefordert. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Georg Kimmerl konnte wegen widersprüchlicher Aussagen des Opfers nicht mehr mit der nötigen Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um eine Vergewaltigung gehandelt hat. Die Zeugin hatte sich im Laufe der Beweisaufnahme unterschiedlich dazu geäußert, ob der Verurteilte bei der Tat Handschuhe getragen habe

Der 25-Jährige hatte das Opfer am Neujahrsmorgen um 5.25 Uhr in der Kumpfmühlerstraße angetroffen. Er sprach die 47-Jährige mit „Hi Baby“ an und folgte ihr dann unbemerkt. Nach einer Weile packte er die Frau „überfallartig von hinten“, so das Gericht. Er hielt ihr eine Hand vor Mund und Nase, wodurch er ihr das Atmen erschwerte. Beim Versuch, um Hilfe zu schreien, biss sich das Opfer auf die Lippe. Deswegen handele es sich um Körperverletzung.

So verlief der 2. Prozesstag

Ausschlaggebend, den Täter nicht wegen Vergewaltigung zu verurteilen, waren für Kimmerl andere Gründe. Bei der ersten Aussage gegenüber der Polizei äußerte das Opfer, keine Schmerzen verspürt zu haben. Bei der anschließenden Untersuchung seien schon Folgen zu spüren gewesen. In der Verhandlung sprach sie später von starken Schmerzen am Tag des Vorfalls.

Die Diskrepanz zwischen den beiden Aussagen am Tattag fiel der Kammer auf. „Dies lässt sich mit Aufregung oder Schock nach Ansicht der Kammer nicht mehr so einfach erklären“, sagte der Vorsitzende Richter. Denn zwischen der Vernehmung und der ärztlichen Untersuchung hätten mehrere Stunden gelegen. Ebenso machte das Opfer unterschiedliche Aussagen darüber, ob der Mann in sie eingedrungen sei oder ob es nur eine äußerliche Manipulation gegeben habe.

Weil das Opfer laut Gericht „überhaupt keine Chance hatte, sich des Angriffs zu erwehren“, könne bei der Tat nicht von einem minderschweren Fall gesprochen werden. Die Frau leidet seitdem an den psychischen Folgen der Tat.

Bei der Urteilsfindung bewertete die Kammer positiv, dass der Täter ein Geständnis ablegte und Reue bekundete. Der Täter habe zudem erklärt, dass er die Wirkung des Alkohols nicht gekannt habe. Auch sei ihm nicht klar gewesen sei, dass das Opfer zum Tatzeitpunkt bereits 47 Jahre alt gewesen sei. Hätte er dies gewusst, wäre es nicht zum Übergriff gekommen.

Weitere Gerichtsberichte aus der Region finden Sie im MZ-Special:

„Aus dem Gerichtssaal“

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht