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Regensburg
Sonntag, 19. November 2017 7

Übung

Sie probten erfolgreich den Ernstfall

Die Feuerwehr Harting spielte bei City Mail Regensburg einen Einsatz durch. Der Kommandant ist mit der Leistung zufrieden.
Von Daniel Geradtz, MZ

  • Im Rauch suchten die Feuerwehrkameraden nach der verletzten Person, die sie in wenigen Minuten fanden. Fotos: Lex (3), Geradtz (1)
  • Die Feuerwehr Harting spielte bei City Mail Regensburg einen Einsatz durch. Foto: Lex
  • Die Feuerwehr Harting spielte bei City Mail Regensburg einen Einsatz durch. Foto: Lex
  • Die Feuerwehr Harting spielte bei City Mail Regensburg einen Einsatz durch. Foto: Lex
  • Die Feuerwehr Harting spielte bei City Mail Regensburg einen Einsatz durch. Foto: Lex

Regensburg.Plötzlich breitet sich in der Produktionshalle Rauch aus. Es dauert nur wenige Minuten, bis er so dicht ist, dass die Brandmeldeanlage anspringt. Schon bald sieht man kaum noch die eigene Hand vor den Augen.

Wäre es eine echte Notfallsituation, würde jetzt jede Sekunde zählen. Doch an diesem Tag ist es lediglich eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Harting bei der Firma City Mail Regensburg. Dennoch rücken die Kammeraden schnell aus. Etwa acht Minuten, nachdem die Integrierte Leitstelle Regensburg den Alarm auslöst, sind sie am Ort des Geschehens angekommen.

Im Einsatz sind an diesem Tag 19 Feuerwehrleute. Sie sind mit einem Löschgruppenfahrzeug und einem Gerätewagen ausgerückt. Hätte es sich um eine richtige Notfallsituation gehandelt, wären zusätzlich weitere Wehren und der Rettungsdienst alarmiert worden. Im Vorfeld der Übung informierte der Kommandant Reinhard Frummet die Integrierte Leitstelle in Regensburg allerdings darüber, dass es sich nicht um einen Ernstfall handele. Deswegen rückten nur seine Leute in die Rathenaustraße aus.

Feuerwehr arbeitet schnell

Der Schlauch wurde ausgerollt, kam aber nicht zum Einsatz. Fotos: Lex (3), Geradtz (1)

Zwei Feuerwehrkräfte erkunden die Halle. Die beiden Vorausgeschickten werden als Angriffstrupp bezeichnet. Mit schwerer Atemschutzausrüstung bahnen sie sich den Weg durch das unbekannte Gebäude. Mit der Taschenlampe leuchten sie jeden Winkel aus. Schon bald finden sie eine Person, die sie nach draußen in Sicherheit bringen. Dort würde sie im Ernstfall vom Rettungsdienst versorgt.

Das Einsatzstichwort lautete „Rauchentwicklung und eine vermisste Person“. Beim Herausnehmen einer Kiste aus einem Hochregal wurde ein Mitarbeiter von dem Gegenstand erfasst – so lautet das Szenario. Der in der Kiste enthaltene Stoff hat sich entzündet und gilt als Verursacher des fiktiven Brands.

Zwei Fahrzeuge waren im Einsatz. Fotos: Lex (3), Geradtz (1)

Zügig verlassen die Mitarbeiter von City Mail Regensburg die Halle. Sie finden sich an einem Sammelpunkt beim benachbarten Druckzentrum der Mittelbayerischen ein. Gleich mehrfach wird die Vollzähligkeit der Mitarbeiter überprüft. Die Bereichsleiter schauen, ob alle Mitarbeiter ihrer Zuständigkeitsbereiche da sind, der Produktionsleiter trägt die Gesamtverantwortung.

Auch wenn laut der ersten Meldung nur ein Mitarbeiter fehlt, wirft der sogenannte Angriffstrupp noch einen Blick in die weiteren Räume. Hinter den Paletten, unter den Tischen und auf dem Boden warten aber keine zusätzlichen Überraschungen auf sie. Schnell finden sie auch den Brandherd und deaktivieren ihn. In diesem Fall ist es lediglich eine Nebelmaschine. Löschwasser brauchen die Feuerwehrleute nicht.

„Die primäre Aufgabe des Angriffstrupp ist es, Personen im Gebäude zu finden und in Sicherheit zu bringen. Falls ihnen dabei etwas passieren sollte, steht auch noch ein Rettungstrupp bereit“, so Kommandant Reinhard Frummet. Doch der wird bei dieser Übung nicht gebraucht, denn zu keinem Zeitpunkt besteht eine Gefahr für die Einsatzkräfte.

Deswegen beginnen die Feuerwehrler damit, mit einem Hochleistungsventilator Luft in die Halle strömen zu lassen, nachdem sie als menschenleer deklariert wurde. Kommandant Frummet erklärt: „Im Regelfall haben Produktionsanlagen wie diese eine eigene Absauganlage. Aber in Wohnhäusern müssen wir mit dem Ventilator versuchen, das Gebäude rauchfrei zu bekommen.“

Nachdem die Übung abgeschlossen und das Material wieder auf den Fahrzeugen verladen ist, ist Frummet mit dem Ablauf des Einsatzes zufrieden. Er hat die Zeiten mitgestoppt. Nach exakt 3:56 Minuten seien seine Leute ausgerückt. Nicht einmal zehn Minuten später war die Erkundung erledigt. „Das ist eine gute Zeit“, sagt er.

Die Abläufe werden besprochen.Fotos: Lex (3), Geradtz (1)

Unter den 19 Feuerwehrkameraden waren auch fünf Anwärter, die sich einen Überblick über das Einsatzvorgehen machten. Zwei bis drei Mal proben die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Harting den Ernstfall im Rahmen solcher Großübungen. Dabei sind in der Vergangenheit Situationen wie Zugunglücke oder Hochwassereinsätze simuliert worden.

Übung offenbart Schwachstellen

Auch bei der Firma City Mail Regensburg haben die Mitarbeiter gut reagiert. Geschäftsführerin Michaela Fichtl resümiert: „Alles hat sehr gut geklappt. Die Mitarbeiter haben die Halle ruhig und diszipliniert verlassen. Es ist keine Hektik entstanden.“ Auch der Mitarbeiter, der die verletzte Person darstellte, habe sich seiner Rolle gerecht verhalten. Fichtl fand, die Übung sei eine gute Probe für den Ernstfall gewesen.

Eine Schwachstelle hat der Übungseinsatz allerdings offenbart: Der Verschlussdeckel des Hydranten außerhalb des Geländes war nur schwer zu öffnen. Kommandant Frummet führt dies auf den Lkw-Verkehr zurück, der täglich durch das Gewerbegebiet rollt und somit auch den Deckel verfestigt. Es müsse gemeinsam mit dem Wasserversorger nach einer anderen Lösung gesucht werden.

„Wir haben zwar 1000 Liter in unserem Löschgruppenfahrzeug. Aber das reicht für einen Autobrand, nicht für einen Brand in einer solchen Halle“, erklärte der Kommandant. Idealerweise würde der Zugang zum Hydranten auf den Gehweg oder den Grünstreifen verlegt, sagt er.

Bei City Mail Regensburg war der Zeitplan an diesem Abend eng getaktet. Die Übung fand im Arbeitsalltag statt. Deswegen sei es wichtig gewesen, dass sie nur eine gute halbe Stunde gedauert habe, so die Geschäftsführerin. Passend zum Abrücken der Feuerwehr rollte die nächste Ladung zuzustellender Briefe auf dem Hof ein.

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