mz_logo

Regensburg
Freitag, 20. Oktober 2017 19° 3

Ernährung

Sie suchen Regensburgs „geilstes Essen“

Kristina Springer und Simon Reichel stellen regionale Händler vor – persönlich. Dabei verlassen sie sich auf ihr Bauchgefühl.
Von Micha Matthes, MZ

  • Beim „Französischen Abend“ im Café 190° konnten Teilnehmer vor Ort einen regionalen Händler und die Produkte, die er verkauft, kennenlernen. Zusammen mit dem Luculicious-Team organisiert Kristina Springer (r.) die verschiedenen Veranstaltungen des Start-Ups. Foto: Luculicious
  • Simon Reichel hat das Start-Up Luculicious gegründet. Foto: mt
  • Für besonders viel Aufsehen haben Reichel und Springer bislang mit den sogenannten Secret Tastings – den geheimen Verkostungen – gesorgt. Dazu melden sich die Teilnehmer blind an und treffen sich an einem öffentlichen Ort. Wo es dann hingeht und was sie letztlich für Leckereien kosten dürfen, bleibt bis zuletzt geheim. Foto: Luculicious
  • Am Wochenende können Regensburger beim zweiten Luculicious Food Market im Degginger wieder ausgiebig Neues probieren und gleichzeitig Händler und Produzenten aus der Region kennenlernen. Foto: Luculicious
  • Für besonders viel Aufsehen haben Reichel und Springer bislang mit den sogenannten Secret Tastings – den geheimen Verkostungen – gesorgt. Dazu melden sich die Teilnehmer blind an und treffen sich an einem öffentlichen Ort. Wo es dann hingeht und was sie letztlich für Leckereien kosten dürfen, bleibt bis zuletzt geheim. Foto: Luculicious

Regensburg.Wer am Wochenende frühstückt, ist selber schuld. Denn dann bleibt wohl nicht mehr viel Platz im Magen, um Neues zu probieren. Und dazu gibt es am Samstag und Sonntag, jeweils ab 11 Uhr, beim zweiten Luculicious Food Market im Degginger wieder ausgiebig Gelegenheit. Wein, Käse, Fleisch, selbst gemachte Nudeln und Pestos, Marmeladen, Schokolade, Obst und Gemüse, Kaffee und Gebäck: Natürlich geht es dann ums Schmecken und Entdecken. Die Organisatoren Simon Reichel und seine Mitarbeiterin Kristina Springer haben es sich zum Ziel gesetzt, regionale, qualitativ hochwertige Produkte vorzustellen – und auch deren Produzenten oder Händler. Es geht ihnen aber auch noch um mehr.

Mit ihrem Start-Up Luculicious wollen sie die Nahrungsmittel und ihre Zubereitung zum Erlebnis machen, Wissen vermitteln und der Regensburger Food-Szene mehr Leben einhauchen. Ausgangspunkt war 2015 eine Online-Plattform – eine Art Suchmaschine für gutes Essen aus der Region, mit der man sich gezielt über Produkte und Händler informieren kann. Weil man online aber nichts schmeckt, organisieren Reichel und Springer daneben noch eine Reihe von Veranstaltungen. Dazu gehören Kochkurse oder Dinnerabende. Ihr neuster Coup: sogenannte „Crashkurse“. „Sie sollen in 45 bis 60 Minuten einen Einstieg bieten“, sagt Reichel. Die Teilnehmer erfahren dann direkt in den Geschäften vom Fachmann etwas über die Kombination aus Brie und Rotwein, lernen, wie man Fleisch richtig zerlegt oder lassen sich von einem Konditor zeigen, wie man einen Mohnteig macht. „Ziel dahinter ist immer, dass die Regensburger die Geschäfte und die Leute hinter dem Produkt kennenlernen.“

Ein Interview mit dem Regensburger Slow-Food-Chef Christoph Hauser lesen Sie hier.

Geheime Leckerbissen entdecken

Für besonders viel Aufsehen haben Reichel und Springer bislang mit den sogenannten Secret Tastings – den geheimen Verkostungen – gesorgt. Dazu melden sich die Teilnehmer blind an und treffen sich an einem öffentlichen Ort. Wo es dann hingeht und was sie letztlich für Leckereien kosten dürfen, bleibt bis zuletzt geheim. Foto: Luculicious

Für besonders viel Aufsehen haben Reichel und Springer bislang aber mit den sogenannten Secret Tastings – den geheimen Verkostungen – gesorgt. Dazu melden sich die Teilnehmer blind an und treffen sich an einem öffentlichen Ort. Wo es dann hingeht und was sie letztlich für Leckereien kosten dürfen, bleibt bis zuletzt geheim. Beim letzten Termin gab es Cupcakes, Kaffeespezialitäten und viele neugierige Fragen an den Konditor und den Barista. „Allein dadurch, dass man nicht sofort weiß, wo es hingeht, wen man kennenlernt oder was es zu verkosten gibt, macht es Spaß“, sagt Reichel. Die Tastings sind als Einstieg gedacht. „Wir können nicht die ganze Produktpalette vorstellen. Es soll die Leute kitzeln.“

Die Wahlenstraße, in der das Degginger liegt, bekommt bald eine Schönheitskur

Reichel und Springer haben keine Koch-Ausbildung, sie wollen auch keine Restaurantkritiker sein. „Dadurch, dass wir beide sehr gerne Essen, entdecken wir vieles zufällig in der Stadt“, sagt Springer. Und so gehen sie auch völlig unvoreingenommen bei der Auswahl ihrer Geschäftspartner vor, die sie selbst immer nur als „Partner“ bezeichnen. „Letztlich muss es uns einfach schmecken und wir müssen uns gut mit den Leuten verstehen“, sagt Reichel. Wie immer, wenn es etwas mit Essen zu tun hat, gilt: Das Bauchgefühl ist entscheidend. „Unser Fokus liegt nicht auf der Zahl der Partner, sondern darauf, dass es ein schönes, sich ergänzendes Netzwerk ist.“

Am Wochenende können Regensburger beim zweiten Luculicious Food Market im Degginger wieder ausgiebig Neues probieren und gleichzeitig Händler und Produzenten aus der Region kennenlernen. Foto: Luculicious

Mit rund 30 Partnern arbeiten Reichl und Springer bisher zusammen, ungefähr 20 von ihnen werden beim Luculicious Food Market präsent sein. „Es gibt supergeiles Essen in Regensburg, es gibt superinteressante Leute, die das vertreiben oder selbst produzieren. Denen bieten wir im Degginger eine Bühne“, sagt Reichel. „Und die Regensburger sollen sich zentral durchschlemmen können.“ Den Besuchern steht es dabei natürlich frei, einfach nur durch den Indoor-Markt zu schlendern, eine Kleinigkeit zu probieren oder zu Mittag zu essen. Es wird aber auch Workshops zu verschiedenen Themen geben, zu denen man sich noch vor Ort anmelden kann. Den Organisatoren ist es auch wichtig, die Kulinarik mit Bereichen wie Literatur und Kunst zu vernetzen. So stellt nicht nur der Autor Oliver van Essenberg sein Buch „Lebensart genießen“ vor, es wird auch einen Stand geben, an dem Siebdrucke produziert werden.

„Gaumen des Jahres“ gesucht

Am Wochenende können Regensburger beim zweiten Luculicious Food Market im Degginger wieder ausgiebig Neues probieren und gleichzeitig Händler und Produzenten aus der Region kennenlernen. Foto: Luculicious

Das Markttreiben geht von 11 Uhr bis 19.30 Uhr. Danach gibt es an beiden Tagen noch ein Abendprogramm: Am Samstag wird an einer großen Tafel ein Fünf-Gänge-Menü aus den Produkten der Partner aufgetischt. „Eine Kombination von Regensburg auf mehreren Tellern“, sagt Reichel. Wer an dem Dinner teilnimmt, zahlt 35 Euro, von denen sechs Euro für das Altersarmut-Projekt „Mahlzeitenpatenschaften“ der Malteser gespendet werden. Die Idee dahinter lautet: ein Essen für ein Essen. Jede Person, die teilnimmt, finanziert gleichzeitig einer bedürftigen Person eine Mahlzeit. Am Sonntag wird dann der „Gaumen des Jahres“ gesucht. Teilnehmer absolvieren dazu auf der Bühne des Degginger „kulinarische Challenges“ wie Blindverkostung oder Tellerdekoration.

Weitere Nachrichten aus Regensburg finden Sie hier.

Aktuelle Nachrichten von mittelbayerische.de jetzt auch über WhatsApp. Hier anmelden: http://www.mittelbayerische.de/whatsapp.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht