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Regensburg
Mittwoch, 13. Dezember 2017 5

Glosse

Steter Tropfen am Uni-Klo macht Ärger

Etwa 14 Tage lang lief die Spülung eines WCs im 1. Stock der Zentralen Bibliothek an der Uni in Regensburg im Dauerbetrieb.
von Heinz Klein, MZ

Den 50 Jahre alten Unibau am Laufen zu halten, macht sicher viel Arbeit. Und tröpfeln ist bei so vielen Schüsseln manchmal unvermeidlich. Symbolfoto: Ralf Hirschberger/dpa

Regensburg.Na, wie läuft’s? Das ist eine geläufige Frage. Wenn es läuft, ist das in der Regel eine gute Nachricht. In seltenen Fällen läuft es aber auch mal zu gut, so dass das unter Umständen schlecht sein kann. So geschehen an der Regensburger Universität. Dort lief etwa 14 Tage lang die Spülung eines WCs im 1. Stock der Zentralen Bibliothek im Dauerbetrieb.

Das Unheil kam aus der WC-Schüssel, die die Wassermassen einer permanent laufenden Spülung offenbar nicht mehr fassen konnte und bisweilen für Überschwemmungen im Herren-WC sorgte, berichtete ein Student. Seit etwa zwei Wochen gehe das schon so, ohne dass sich jemand darum kümmere, so die Schilderung des Studiosus. Am Samstag vorletzter Woche sei fast das ganze Herren-WC unter Wasser gestanden, so dass die Erledigung einschlägiger Geschäfte trockenen Fußes kaum mehr möglich gewesen sei.

Die Folgen des tropfenden Missstands

Nun ist ein WC ein Ort, an dem bisweilen auch Geschäfte von hoher Dringlichkeit erledigt werden müssen. Da ist gute Erreichbarkeit von Bedeutung. Dringlich wäre aber auch die Beseitigung jenes tropfenden Missstands, dessen Folgen sich unheilvoll addieren können. Man hat in der Presse schon von ruinösen Forderungen von Wasserwerken gelesen, die den Besitzer eines permanent gluckernden WCs beim Anblick der Wasserrechnung in Tränen ausbrechen ließen. 2000 Euro sollte ein Student bezahlen, in dessen Studentenbude fünf Wochen lang das WC lief, während er anderswo die Semesterferien genoss. Zudem bleibt neben dem finanziellen Schaden auch die ökologische Seite: sinnlose Verschwendung wertvollen Trinkwassers!

Soll nun eine ortsansässige Zeitung eine große Bildungseinrichtung wie eine Universität mit 21 000 Studierenden darauf hinweisen, dass bei ihr eine WC-Spülung dauergluckert? Und womöglich auch noch darüber berichten? Es erfordert schon fast ein wenig Mut, der Abteilung für Kommunikation, die ansonsten feine Erfolge wissenschaftlicher Forschung kommuniziert, mit so was Banalem zu kommen: Eine tröpfelnde Klospülung …

Die leise Anfrage bezüglich des stillen Örtchens löste bei der Abteilung für Kommunikation leichtes Befremden aus. Doch allein die Vorstellung, dass es an der Universität hunderte von WC-Schüsseln geben muss – wenn da nur ein Prozent tröpfelt? Das ließ uns handeln.

742 Sanitärräume gibt es an der Uni Regensburg

Die Abteilung für Kommunikation lieferte die gewünschten Fakten. 742 Sanitärräume mit jeweils mehreren WCs, mitunter auch Waschräumen, Duschen, Umkleiden gibt es an der Uni Regensburg, dazu Sanitäranlagen in circa 400 Laborräumen. Durchschnittlich treten pro Jahr rund 1200 Störungen auf. Die werden nach Dringlichkeit abgearbeitet. Eine Sanierung von Toiletten ließ sich die Uni seit 2014 1,9 Millionen Euro kosten.

Den 50 Jahre alten Unibau am Laufen zu halten, macht sicher viel Arbeit. Und tröpfeln ist bei so vielen Schüsseln manchmal unvermeidlich. Das kann man verstehen. Warum aber ein Student einer Zeitung davon erzählt und nicht der Verwaltung, das versteht man am Uniberg nicht so recht. Die Überschwemmung sei Tagesgespräch gewesen und die Verwaltung müsse ja bestimmt selbst hin und wieder auf dieses Örtchen … sagte der „Verräter“.

Sei’s drum. Wir haben darüber berichtet. Keine Skandalmeldung, leichter Lesestoff, so dahingetröpfelt, sozusagen. Dass das schon im Vorfeld an einem höheren Örtchen helle Empörung auslöste, das wäre dann schon wieder eine andere Geschichte.

Immerhin: Das WC ist repariert. Still ruht der See, nichts tröpfelt mehr. Nur wenn’s sein soll, rauscht es.

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