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Regensburg
Montag, 22. Januar 2018 11

Justiz

Studenten auf Facebook übel beleidigt

Ein 56-jähriger Regensburger teilte heftig gegen die Kirche aus. Er muss 1000 Euro an soziale Organisation zahlen.
Von Marion von Boeselager

Auf dem sozialen Netzwerk Facebook verunglimpfte ein 56-jähriger Regensburger einen Studenten. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Regensburg.Persönliche Beleidigungen gegen einen tiefreligiösen Studenten und Seitenhiebe in Richtung Kirche teilte ein 56-jähriger Regensburger an einem Juli-Abend in einer Facebook-Gruppe im Internet aus. So schrieb der Mann auf der öffentlich einsehbaren Plattform unter anderem: „...die drei größten Witzfiguren: Gloria, Müller, und da gibt es doch noch so einen abgotten Typen ... Ist mir schlecht von eurer Scheinheiligkeit!“ Weiter wetterte der User über „Anschauungen aus dem Mittelalter“ und bezeichnete den Studenten als „Löschkasper vor dem Herrn“, als „Lachnummer“, der „keinen A... in der Hose“ habe. „Melde das doch der Inquisition!“ Der so Gekränkte erstattete Anzeige. Der 56-Jährige stand am Mittwoch wegen Beleidigung vor dem Amtsgericht.

Angeklagter gab Entgleisungen zu

Über seinen Anwalt Josef Fischer räumte der Angeklagte die Verunglimpfungen ein. Er erklärte die Entgleisungen damit, dass der Anzeigeerstatter auf Facebook „extremkirchliche Einstellungen“ zum Thema Missbrauchsskandal bei den Domspatzen geäußert habe. „Es ging mir dabei nicht gegen die Kirche an sich, sondern darum, dass die Missbrauchsfälle unter den Tisch gekehrt werden sollten. Da bin ich übers Ziel hinausgeschossen.“

„Es ging mir dabei nicht gegen die Kirche an sich, sondern darum, dass die Missbrauchsfälle unter den Tisch gekehrt werden sollten. Da bin ich übers Ziel hinausgeschossen.“

Der Angeklagte

Auf Frage von Richter Stitzinger, ob der Angeklagte vielleicht noch andere Probleme habe, meinte er: „Nein, ich bin glücklich geschieden. Aber vielleicht haben ein paar Glas Wein die Buchstaben gelockert.“ Die Sache tue ihm leid. Die Einträge habe er gelöscht. Der beleidigte 23-Jährige musste nicht mehr vor Gericht aussagen. Der Angeklagte bat ihn um Verzeihung für seinen Fehltritt: „Ich entschuldige mich hiermit in aller Form für die teilweise persönlichen Angriffe.“ Der Student nahm die Entschuldigung an.

Gericht stellte das Verfahren ein

In Hinblick auf das bisher straffreie Vorleben des Angeklagten und seine Entschuldigung stellte das Gericht das Verfahren gegen Auflage ein. Der 56-Jährige muss 1000 Euro an eine Organisation zahlen, die schwerkranken Kinder in Kliniken beisteht: dem Verein „Rote Nasen Deutschland“.

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