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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Energie

Südost-Link: Trassenvorschlag ist da

Die Netzbetreiber werden an diesem Mittwoch den Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur einreichen.

Über die Trassen soll Windenergie nach Bayern geleitet werden. Foto: dpa

Regensburg.Der Verlauf der Stromautobahn Südost-Link konkretisiert sich. Am Dienstagnachmittag veröffentlichte Tennet die Pläne für einen 1000 Meter breiten Erdkabel-Korridor sowie die verbliebenen möglichen Alternativrouten, die nun bei der Bundesnetzagentur zur Eröffnung des Genehmigungsverfahrens eingereicht werden.

Die Stromtrasse wird aus Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt kommend quer durch die Oberpfalz verlaufen und über die Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/Waldnaab, Schwandorf und Regensburg ins Kraftwerk Isar bei Landshut führen. Die Korridorvorschläge seien aber noch keineswegs fixiert, betonten die Netzbetreiber. Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von Tennet, erklärte gestern Nachmittag, dass man versucht habe, einen Korridor zu finden, der die Region möglichst wenig belaste und die Hinweise der Bürger vor Ort mit berücksichtige. „Das haben wir über die umfassendste Bürgerbeteiligung, die es je für ein Netzausbauprojekt gab, erreicht.“

Hier sehen Sie die Trassenkorridore:

Klicken Sie auf die Namen der einzelnen betroffenen Landkreise, um zu detaillierten Karten zu gelangen:
Regensburg,
Kelheim/Landshut,
Schwandorf/Amberg-Sulzbach,
Neustadt a. d. Waldnaab,
Tirschenreuth.

Der favorisierte Korridor für die Erdverkabelung tangiert Windischeschenbach und Weiden, führt an Schwandorf vorbei und durch den östlichen Landkreis Regensburg nach Niederbayern. Alternativrouten über den Landkreis Amberg-Sulzbach sind nicht mehr vorgesehen. Auch das Naab-Tal ist nicht mehr Teil der Planungen. Eine teure und aufwändige Unterquerung der Donau, die in etwa auf Höhe von Wörth angedacht war, könnte durch den Neubau einer Brücke bei Pfatter umgangen werden. In diesem Fall könnte die Brücke für die Stromtrasse mitgenutzt werden.

Landrätin: Wir brauchen die Trasse nicht

Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger ist eine erklärte Gegnerin der Stromtrasse. Daran haben auch die konkretisierten Planungen nichts geändert. Die Strecke diene ihrer Meinung nach in erster Linie dazu, Braunkohlestrom nach Bayern zu transportieren. „Wir brauchen den Südost-Link nicht“, bekräftigte sie gestern erneut. Der Schwandorfer Landrat Landrat Thomas Ebeling erklärt: „Tennet hat viele Karten veröffentlicht, die wir im Detail noch näher analysieren werden. Da die Leitung als Erdkabel verlegt wird, kann man den weiteren Untersuchungen und Verfahrensschritten beruhigt entgegensehen. Ich gehe nämlich davon aus, dass die Menschen eine unterirdische Leitung akzeptieren werden. Dabei ist natürlich die Entschädigungsfrage mit den Grundstückseigentümern zu klären.“

Der Oberpfälzer CSU-Chef und Finanzstaatssekretär Albert Füracker erklärte: „Ich erwarte wie bisher, dass Tennet versucht, weitestgehend vor Ort Konsens über den genauen Trassenverlauf herzustellen.“ Das sei speziell dort nötig, wo der SüdOstLink parallel zum Ostbayernring verläuft.

Schwandorf fordert Bündelung mit Ostbayernring

Der Schwandorfer Landtagsabgeordnete Franz Schindler (SPD) betonte ebenfalls, dass der Ersatzneubau des Ostbayernrings mit der möglichen Gleichstromtrasse Südost-Link gebündelt und unter der Erde verlegt werden müsse, so wie dies der Schwandorfer Stadtrat einstimmig gefordert habe. „Es ist niemandem zu erklären, warum das gleiche Unternehmen mit dem Ostbayernring weiterhin durch das Naabtal gehen möchte und mit der Gleichstromtrasse westlich an Schwandorf vorbei, zumal es technisch machbar ist, Gleichstrom und Wechselstrom unter der Erde zu verlegen und damit dem Bündelungsgebot entsprochen werden könnte“, so Schindler. Falls Tennet an der bisherigen Planung für den Ostbayernring durch das Naabtal festhalten möchte, müsse sie sich auf langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen einstellen, warnt der Landtagsabgeordnerte. Tennet hatte in einem Gespräch mit unserem Medienhaus erklärt, dass aus technischen Gründen eine Erdverkabelung für die Wechselstromtrasse Ostbayernring nicht zur Verfügung stehe.

Der Südost-Link soll frühestens ab 2025 als Gleichstrom-Erdkabelverbindung Windstrom aus Ostdeutschland nach Bayern transportieren. Mit einer Baugenehmigung der Bundesnetzagentur wird nicht vor 2021 gerechnet.

Alle Hintergründe zu Trassenplänen finden Sie hier.

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