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Regensburg
Samstag, 18. November 2017 5

Jubiläum

Viel Lob für eine verdiente „Nervensäge“

Der Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl erreichte viel in zehn Jahren. Auch, weil der Chef so gut „sägte“.
Von Peter Themessl, MZ

Mustergültig saniert: das Salettl im Karl Bauer-ParkFoto: Steffen

Kumpfmühl.Zehn Jahre sind (k)ein Alter, aber was hat der Geschichts- und Kulturverein (GKVR) in diesen zehn Jahren nicht alles geleistet: direkt nach Gründung ein tausendjähriges Jubiläum des Stadtteils Kumpfmühl gestemmt, eine Fünfhundert-Seiten-Festschrift und sechs Periodika finanziert und in Druck gebracht, Ausstellungen organisiert, Preise ausgelobt und verliehen, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aktiviert und ein verfallenes Gartenhaus zu sorgsam renovierter Blüte gebracht.

In seinem Festvortrag erinnerte Lorenz Blaibl vom Amt für Archiv- und Denkmalpflege daran, dass die Geschichte Regensburgs auch die seiner Stadtteile ist, die ihrerseits ihre eigene Geschichte haben. Angefangen vom römischen Kohortenlager vor 2000 Jahren, die erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren und der Eingemeindung vor fast 200 Jahren sei Kumpfmühl der älteste Stadtteil. Der erst zehnjährige Geschichts- und Kulturverein habe „historische Lobby-Arbeit“ betrieben und sich auf die Fahnen geschrieben, die Geschichte Kumpfmühls nicht nur zu erinnern, sondern auch an künftige Generationen weiter zu geben. Zudem hat der GKVR durch unermüdlichen Einsatz zwei historische Gebäude vor dem Abriss bewahrt: das Baumgartner-Haus an der Kumpfmühler Straße und das „Salettl“ im Karl-Bauer-Park hinter dem Bürgerheim Kumpfmühl. Mit der Restaurierung des „Salettls“ sei diese künftige Nutzung beispielhaft gelungen, so Blaibl.

Das alles ist undenkbar ohne den umtriebigen Vorsitzenden Hubert H. Wartner, der von einem Grußredner, Stadtrat und Freund Dr. Tobias Burger augenzwinkernd eine „Nervensäge“ genannt wurde. „Eine Nervensäge müssen Sie manchmal sein, um Dinge voranzubringen“, erinnerte Stadtrat Burger. „Denn Sie brauchen einen, der sägt.“

Kommendes Jahr plant der GKVR weitere Jubiläen: Denn seit 1808 gehört Kumpfmühl zur Stadt und wurde 1938 offiziell eingemeindet. Der Name Kumpfmühl geht übrigens auf eine „Kumpfmühle“ zurück, (von „Kumpfe“, gleichbedeutend für Trog oder Wasserbehälter). Die Mühle wurde im Dezember 1944 durch Bombentreffer vollständig zerstört.

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