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Regensburg
Donnerstag, 14. Dezember 2017 7

Parteien

Wild gewählt, Wolbergs mischt sich ein

Margit Wild holt 35 Stimmen der SPD-Delegierten. Vor der Wahl des Bezirksrat-Kandidaten Koch sprach der suspendierte OB.
Von Daniel Steffen, MZ

Nach ihrer erfolgreichen Bewerbung um das Amt der Landtagskandidatin gab es für Margit Wild Glückwünsche von allen Seiten. Foto: Steffen

Regensburg.Die SPD im Stimmkreis 305 Regensburg-Stadt sprach sich für eine dritte Legislaturperiode der Landtagsabgeordneten Margit Wild aus. Als einzige Kandidatin hatte sich in der Gaststätte Prüfeninger Schlossgarten für das Amt beworben und verbuchte 35 von 51 Delegiertenstimmen für sich. 14 Delegierte stimmten mit „Nein“, zwei ungültige Stimmen waren am Freitagabend abgegeben worden. Sie sehe die SPD „vor gewaltigen Herausforderungen“, betonte Wild.

Mit der AfD sei eine Partei in den Bundestag eingezogen, die „in weiten Teilen rechts“ sei, hieß es. Ferner sei es im Hinblick auf die Landtagswahlen im kommenden Jahr möglich, „dass mehr Parteien im Landtag sitzen“. Bezüglich des Einzugs der AfD könne man nur hoffen, dies so weit wie möglich zu verhindern, betonte Wild. Dies wolle man aber nicht so versuchen wie die CSU, indem die Partei weiter nach rechts rücke. Aufgabe der SPD sei vielmehr, den Wählern zu verdeutlichen, wie solidarisches Zusammenleben funktioniere. Ferner sei wichtig, Sorgen, Ängste und Unsicherheiten in der Bevölkerung ernst zu nehmen, sagte Wild. Als Beispiel nahm sie die Angst vor zu geringer Rente und die Angst der Eltern davor dass ihre Kinder keinen Studienplatz bekommen.

Wild: „Habe Ideen und bin kreativ“

Margit Wild zeigte sich kämpferisch. Foto: Steffen

Ferner betonte sie, dass auch Bayern die Heimat der Sozialdemokraten sei und erinnerte an Kurt Eisner, der einst den Freistaat Bayern ausgerufen habe. Sich selbst schätze Wild als einen Menschen ein, der „gut zuhören“, aber auch „die Klappe halten“ könne. Sie habe Ideen, sei kreativ und wünsche sich einen „spannenden Wahlkampf“, der dieses Mal ein „besonders schwierig“ sein werde, betonte die Landtagsabgeordnete.

In das Rennen als Stimmkreisbewerber für den Bezirkstag gingen gleich drei Kandidaten. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Dr. Klaus Rappert, Wenzenbachs Bürgermeister Sebastian Koch, und Markus Panzer als einer der stellvertretenden SPD-Stadtverbandsvorsitzenden buhlten um die Gunst der Delegierten. Die Entscheidung konnte erst im zweiten Wahlgang herbeigeführt werden, nachdem der unterlegene Rappert auf den zweiten Wahlgang verzichtet hatte. Im zweiten Durchgang setzte sich Bürgermeister Koch durch, auf den 33 Stimmen entfielen. Markus Panzer erzielte 18 Stimmen und konnte zuvor auf die Rückendeckung des suspendierten Oberbürgermeisters Joachim Wolbergs zählen, der sich offen für die Wahl Panzers ausgesprochen hatte.

Auch Wolbergs ergriff das Wort

Joachim Wolbergs sprach sich deutlich für Markus Panzer aus. Foto: Steffen

Als Nicht-Amtsträger könne sich Panzer voll und ganz auf die Aufgabe als Bezirksrat konzentrieren, sagte Wolbergs vor den Wahlgängen. Zudem spreche die langjährige Erfahrung als Vorsitzender des Bezirksjugendrings für Panzer. Ferner brachte Wolbergs das Argument der „Ämterhäufung“ ein, mit dem er einst selbst konfrontiert worden sei – und riet so von einer Wahl des SPD-Fraktionsvorsitzenden sowie des amtierenden Wenzenbacher Bürgermeisters ab.

Auch fiel am Abend der Name Norbert Hartl: Dem (nicht anwesenden) vormaligen SPD-Fraktionsvorsitzenden dankte Wolbergs für dessen zehnjährige Arbeit als Bezirksrat, auch wenn es momentan „opportun“ sei, dies zu tun.

Auf die Wahlentscheidung hatten diese Statements keinen großen Einfluss mehr. Somit bedankte sich Wahlsieger Koch bei den Delegierten für das Vertrauen. Der Wenzenbacher Rathaus-Chef sprach sich für einen bürgerfreundlichen Bezirkstag aus und bemängelte, dass es derzeit kaum möglich sei, etwas über die Arbeit des genannten Organs zu erfahren. Unter anderem schlug er ein „Rat- und Informationssystem für alle“ vor, welches den Bezirkstag als solchen wahrnehmbar mache. Für seinen angestrebten Posten sehe Koch durchaus Chancen, zumal die ebenfalls geschwächte CSU „nicht unbezwingbar“ sei. „Wir können daher das Direktmandat in Angriff nehmen“, sagte Koch.

Zur Wahlkreiskandidatin für den Landtag wählten die Sozialdemokraten Dr. Carolin Wagner, als Wahlkreiskandidat für den Bezirkstag hatte sich Heinrich Kielhorn erfolgreich beworben. Beide blieben bei der Wahl ohne Mitbewerber. Die Versammlungsleitung hatten MdL Franz Schindler, Stadträtin Katja Vogel und Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer inne.

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