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Regensburg
Freitag, 24. November 2017 13° 2

Asyl

200 protestieren gegen Transitzentrum

Die Regensburger lehnen die geplante Einrichtung in der Pionierkaserne ab. Kommende Woche soll ein Bündnis gegründet werden.
Von Katharina Eberwein, MZ

Zahlreiche Demonstranten gegen das geplante Transitzentrum in Regensburg versammelten sich am Bismarckplatz. Fotos: Eberwein

Regensburg.Sie wollen sich mit Flüchtlingen solidarisieren und ihnen eine Stimme geben: Mitglieder der Bürgerinitiative Asyl, der Grünen Jugend, des Bayerischen Flüchtlingsrats, Engagierte von Campus Asyl, Amnesty International und Pro Asyl. Unter dem Motto „We are here and we will fight“, „Wir sind hier und wir werden kämpfen“, versammelten sich rund 200 Menschen am Freitag um 16 Uhr auf dem Bismarckplatz, um gegen ein bereits beschlossenes Transitzentrum für Flüchtlinge in Regensburg zu demonstrieren.

Ziel ist die schnelle Abschiebung

Gemeinsam zogen die Demonstranten durch die Innenstadt.

Im umstrittenen Transitzentrum sollen nach einem Beschluss der bayerischen Staatsregierung Menschen mit sogenannter „geringer Bleibeperspektive“ untergebracht werden. Über ihre Abschiebung soll schnell entschieden werden. Daher werden Transitzentren auch ungeschönt als Abschiebelager bezeichnet. Vor allem Menschen aus den Westbalkanstaaten und der Ukraine werden laut dem Bayerischen Flüchtlingsrat in die Transitzentren eingewiesen.

Der Flüchtlingsrat bemängelt unter anderem die fehlende Privatsphäre in den Lagern und die Abschirmung nach außen. Dies stelle vor allem für traumatisierte Geflüchtete eine starke Belastung dar. Auch müssten in diesen Zentren gewisse Standards nicht eingehalten werden. So könnten dort untergebrachte Kinder beispielsweise keinen kontinuierlichen Schulunterricht besuchen, vielmehr würden sie ersatzweise in den Zentren unterrichtet.

Die Kritik

  • Pläne:

    In Regensburg soll im Sommer ein Transitzentrum in Betrieb genommen werden, in dem Menschen mit sogenannter „geringer Bleibeperspektive“ bis zu ihrer Abschiebung wohnen sollen. Transitzentren gibt es bereits in Bamberg und Manching/Ingolstadt.

  • Zustände:

    Durch diese Zentren soll ein beschleunigtes Asylverfahren möglich gemacht werden. Deshalb werden sie auch „Abschiebelager“ genannt. Kritiker bemängeln die Zustände in den Lagern scharf. So würden zum Beispiel die Privatsphäre eingeschränkt und die Isolation verstärkt.

Eigentlich ist jedes Kind schulpflichtig, das sich drei Monate und länger in Deutschland aufhält. Verstärkt würden die Zustände in den Zentren durch die teils monatelange Aufenthaltsdauer. Denn das Asyl-Schnellverfahren ziehe sich häufig hin.

Transitzentren sind in Bayern nach einem Beschluss der Staatsregierung vom März 2017 bereits in Bamberg und Manching/Ingolstadt entstanden. Das Zentrum Manching/Ingolstadt besteht aus der Max-Immelmann-Kaserne und diversen entlegenen Containerunterkünften. In Regensburg soll die Pionierkaserne als Transitzentrum im Sommer in Betrieb gehen.

Am Mittwoch ist Treffen geplant

Die Regensburger Demonstranten beziehen klar Stellung: gegen Abschiebelager, gegen jede Abschiebung und für ein Bleiberecht für alle. Gegen das geplante Abschiebelager in Regensburg wollen sie ein offenes Bündnis gründen, bei dem sich jeder engagieren kann.

Dazu wird es am kommenden Mittwoch um 19 Uhr ein Treffen in der Erhardigasse 7 geben. Weitere Veranstaltungen in Regensburg sind auf der Webseite der Bürger-Initiative Asyl zu finden.

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