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Regensburg
Montag, 24. Juli 2017 20° 6

Umwelt

Auch Tiere sind Geschöpfe Gottes

Aktivisten demonstrierten vor dem Dom. Sie prangerten die Doppelmoral an und plädierten für eine vegane Ernährung an den hohen Feiertagen.
Von Tino Lex, MZ

Die Aktion der Tierrechtler machte so manchen Passanten betroffen. Foto: Lex

Regensburg.Eine etwas andere Aktion startete am Gründonnerstag der Verein Tierrechte Aktiv Regensburg auf dem Regensburger Domplatz. „Ostern steht vor der Tür. Ein christliches Fest. Es wird aufgetischt. Osterlamm, die Kinder suchen Eier im Garten. Alles soll harmonisch sein, alles friedlich, alles christlich. Wir gedenken dem Tod Jesu, der für uns am Kreuz gestorben und auferstanden ist“, wandte sich die Vorsitzende des Vereins, Sabine Wolff, an die zum Teil verschreckten Passanten.

Wie friedlich sei es aber, ein Osterlamm zu töten und zu essen? Ein Lamm, das gerade geboren sei und seiner Mutter entrissen wurde, so die Aktivistin. Zudem fragte sie, wie christlich sei es, es in Kauf zu nehmen, dass männliche Küken und vergast zerschreddert und Legehennen gequält würden?

Wolff sprach von einer Doppelmoral. Halbnackt und blutend konnte man die Aktivisten mit Tiermasken ans Kreuz gebunden sehen. Wolff versicherte, dass diese Aktion absolut nicht als Blasphemie zu verstehen sei – im Gegenteil: Hier gehe es um Mitgefühl und um die Demut vor der Schöpfung. Es sei eine „antiblasphemische Aktion“! Es solle gezeigt werden, was es bedeute, leidensfähige Wesen für einen Gaumenkitzel zu opfern. Sie lebten in Qual, hätten panische Todesangst und starben.

Der Fleischkonsum in der westlichen Gesellschaft habe gravierende Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. So würden jedes Jahr allein in Deutschland rund zwei Milliarden Tiere getötet. Die Aufzucht von Tieren in Tierfabriken (99 Prozent des Fleisches komme aus Tierfabriken) sei grausam und respektlos gegenüber dem Leben.

Inzwischen dürfe auch jedem bekannt sein, dass Fleischkonsum den Welthunger in höchstem Maße mit verursache. Aus einem Kilogramm Fleisch könne man 17 Kilogramm Getreide gewinnen, wenn es nicht durch den Magen der gezüchteten Tiere ginge. Dies sei eine ökologische Katastrophe.

Der Verzehr von Tieren sei schlecht für die Gesundheit und werde mit vielen Krankheiten und Beschwerden, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit in Verbindung gebracht. Deshalb plädiert Sabine Wolff für eine vegane Ernährung.

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