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Regensburg
Montag, 25. September 2017 19° 5

Austausch

Auf dem „BarCamp“ sprudelten die Ideen

Im Vielberth-Gebäude an der Universität Regensburg war Spontanität gefragt. Die Tagungsteilnehmer diskutierten über die verschiedensten Themenfelder.
von Daniel Steffen, MZ

In lockerer Atmosphäre: Doris Schuppe referierte im Vielberth-Gebäude über nützliche Apps für unterwegs. Foto: mds

Regensburg.Zugegebenermaßen, der Name kann in die Irre führen: Bei einem „BarCamp“ geht es weder um alkoholische Getränke noch um Zelte, die irgendwo aufgeschlagen werden. Die Veranstalter können von den Verwechslungen ein Lied singen und sind umso mehr bemüht, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Sie sprechen von einer „Ad-hoc-Nicht-Konferenz“ und betonen den spontanen Geist der Veranstaltungen: Menschen mit völligen unterschiedlichen Interessen treffen für ein oder zwei Tage zusammen, um über die verschiedensten Themenfelder zu debattieren. Man weiß vorher im Prinzip nicht, wie das Programm abläuft, nur einige Vorträge sind im Vorfeld gelistet.

Die passive Zuschauerrolle ist bei den Zusammenkünften passé: Wenn jemand selbst kein Referat über ein Thema seiner Wahl hält, dann teilt er zumindest über die Veranstaltung via Twitter oder Blog mit, macht sie auf seine persönliche Weise publik. Noch bis Sonntag ist dies an der Uni Regensburg der Fall: Im Vielberth-Gebäude geht es in jeweils einstündigen Veranstaltungen um Themen wie SocialMedia, Speed-Dating oder auch Content-Marketing. Anders als bei einer klassischen Vorlesung schalten sich die Teilnehmer aktiv in die Diskussion ein und bereichern sich auf diese Weise gegenseitig. Und ist jemand nicht physisch dabei, wird er im Internet mit Informationen versorgt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Dominik Schön, Alexandra Graßler und Daniel Dengler. Sie haben die Aufgabe, den Ablauf so zu koordinieren, dass die Referate und die Raumbelegung kurzfristig geplant werden können. Am Samstagvormittag herrschte unter anderem am Thema „Zeigt her Eure Apps“ reges Interesse. Bloggerin Doris Schuppe berichtete über ihre Erfahrungen über Programme wie „Trello Projektmanagement“, „Haiku Deck“ & Co.

Im deutlich kleineren Kreis stellte Waldemar Sessler sein Thema „ DIY - Modernes kreatives Schaffen“ vor. Konkret ging es um die organisierte Do-it-yourself-Bewegung, die sich zum Selbermachen bekennt und sich dabei industrieller Technik bedient. Die Motive seien völlig unterschiedlich: Der eine will den ein oder anderen Euro sparen, der andere sich selbst verwirklichen und seine Kreativität ausleben. Sessler ist Vorsitzender des Netzwerks Planraum, das sich als „organisatorisches Rahmenwerk zum Entwickeln und Voranbringen von Ideen und Vorstellungen“ versteht. Der freie Austausch von Ideen in gemütlicher Atmosphäre macht wie die kreative Praxis den Kern der Vereinsarbeit aus.

Andreas Wohlgemuth gab zeitgleich Tipps für den Weg zur Selbstständigkeit mit und berichtete unter anderem über seine anfänglichen Fehler. Schon mit 16 Jahren habe er „die erste Firma gegründet“. Allein aus finanziellen Erwägungen und ohne Herzblut eine Geschäftsidee zu verfolgen, sei ebenso bedenklich wie ein vages Geschäftsmodell, warnte Wohlgemuth. Im Prinzip müsse man wie bei einer „Aufzugspräsentation“ in 30 Sekunden sein Geschäftsmodell vorstellen und die Alleinstellungsmerkmale beim Namen nennen können, sagte er.

Das erste BarCamp in Regensburg zählte am Wochenende rund 60 Teilnehmer. Anders als es bei universitären Veranstaltungen üblich ist, verwenden die Referenten einen Alias-Namen, der sich über Twitter verfolgen lässt.

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