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Regensburg
Samstag, 16. Dezember 2017 6

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Auf der Suche nach Glücksgefühlen

Sieben Menschen aus den Branchen Kultur, Wirtschaft und Sport berichteten in Regensburg von ihren Erlebnissen.
Von Lena Schroeder

„Glück ist subjektiv“: Wirtschaftspsychologe Peter Fischer. Foto: Lex

Regensburg.Regensburg erlebt glückliche Wochen: In diesen Tagen ist das Buch „Glückskind“ von Steven Uhly in aller Munde. Von Ende April bis Anfang August finden zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen der Aktion „Regensburg liest ein Buch“ statt. So lud die Rewag am Montagabend zu einer Diskussionsrunde mit sieben Gesprächspartnern aus ganz unterschiedlichen Branchen ein. Dabei drehte es sich vor allem um die Frage: Wann und wie empfinden die Teilnehmer in ihrem Beruf Glücksgefühle?

Unter den Gästen in der von Gerd Otto moderierten Runde war auch Prof. Dr. Peter Fischer vom Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie der Universität Regensburg. Dieser stellte klar: Glück ist subjektiv. „Was den einen glücklich macht, lässt den anderen völlig kalt“, erklärte Fischer. „Glücklich ist derjenige, der mehr positive Gedanken und Emotionen erlebt als negative.“

Zu wenig Geld macht unglücklich

Zum Zusammenhang von Geld und Glück sagte Fischer: „Geld allein macht nicht glücklich, zu wenig davon macht unglücklich.“ In den letzten Jahren habe die Glücksforschung einen immer größeren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen.

Aus dem Kulturbetrieb sprachen der Chef-Choreograph des Regensburger Theaters, Yuki Mori, sowie der österreichische Bariton Matthias Wölbitsch über ihre Glücksmomente bei der Arbeit. Mori skizzierte den langen und oftmals schweren Weg von der Idee bis zum fertigen Bühnenstück. „Ich bin froh, wenn alles vorbei ist“, erklärte er seine Erleichterung über eine gelungene Aufführung. Wölbitsch gab einen seiner größten Glücksmomente seiner Karriere preis: „Das Glück kam zu mir in Form des Meisterkurses bei Brigitte Fassbaender. Es war ein Glücksfall von ihr ausgewählt zu werden.“

In sportlicher Hinsicht dürfte in Regensburg nicht nur so mancher Fan einen wahren Glücksrausch erlebt haben, auch die Spieler des SSV Jahn sind glücklich, wie Profikicker Michael Faber betonte: „Ich habe die letzten Wochen mit dem Aufstieg in die dritte Liga viel Glück empfunden.“ Auf seine Verletzung angesprochen sagte Faber: „Man ist umso glücklicher, wenn man wieder gesund ist und spielen darf.“ Eine wichtige Rolle bei der Genesung spiele die Unterstützung der Familie und Freunde.

„Familie spielt eine große Rolle

Das konnte auch Regensburgs Nachwuchssportlerin des Jahres Lisa Schöppl nur bestätigen: „Familie spielt eine große Rolle. Ich bin sehr glücklich, dass meine Familie mich unterstützt.“ Auch für den Leiter Medien und Kommunikation des SSV Jahn, Martin Koch, war der jüngste Glücksmoment der Aufstieg in die dritte Liga. „Es war ein unfassbares Glücksgefühl, die Leute zu begeistern.“ Vielleicht werde während der EM eine ähnliche Glückswelle ganz Deutschland erfassen.

Rewag-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes definierte Glücksgefühle aus unternehmerischer Sicht: „Wenn ich spüre, dass die Belegschaft glücklich ist, macht mich das zufrieden.“

Abschließend hatte das Publikum die Gelegenheit, Fragen an die Diskussionsrunde zu stellen. Gibt es Abstufungen im Glück? Kann man berufliches und privates Glück trennen? Hier gaben die meisten der Teilnehmer zu, berufliche und private Emotionen häufig zu vermischen, auch wenn sie es gerne vermeiden würden.

Die Berichte zu „Regensburg liest ein Buch“ finden Sie in unserem Spezial!

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