mz_logo

Regensburg
Samstag, 19. August 2017 22° 6

Themenwoche

Außergewöhnliche Vereine im Blick

Weit mehr als 1000 Vereine gibt es in Stadt und Landkreis Regensburg. Unsere Reporter haben fünf kuriose Clubs besucht.
Von Heinz Klein und Thomas Kreissl, MZ

Techniken wie diese wurden entwickelt, um in Krisensituationen schnell flüchten zu können. Lernen kann man sie beim Verein Parkour Regensburg. Er ist einer von fünf außergewöhnlichen Vereinen, die unsere Reporter besucht haben. Foto: Klein

Regensburg.Die Bandbreite ist riesig. Weit mehr als 1000 Vereine gibt es in Stadt und Landkreis Regensburg. Das Feld der Tätigkeiten, das sie abdecken, ist beinahe unübersehbar. Wir haben in den vergangenen Tagen fünf außergewöhnliche Vereine in der Region besucht und ein klein wenig hineingeschnuppert in das, womit sich die Mitglieder beschäftigen. Sie sind Stopsl-Träger, widmen sich den Künsten, ihnen gehört ein Berg, sie sammeln Whisky und sie überwinden Hindernisse.

Kommt nur noch selten zum Einsatz: Das Outfit des Stopslclubs Frauenzell Foto: Klein

Haben Sie einen Stopsl dabei? Ohne kostet’s nämlich 50 Cent. Aber selbst Klaus Beer hat nicht immer einen Stopsl in der Tasche. Im Auto schon. Doch wenn er keinen Stopsl hätte, wer bitte sollte dann noch einen Stopsl haben? Denn Klaus Beer ist der Vorsitzende des Stopsl-clubs Frauenzell. Unser Reporter Heinz Klein hat ihn besucht.

Geheimsecretarius Jong van Westerbeek (links) und Bruck’nwart Pieter van Boekhuis im niederländtischen Ornat Fotos: Kreissl

Bruck’nwart Pieter van Boekhuis und sein Geheimsecretarius Jong van Westerbeek sparen sich heute das „Van“. Denn sie sind nicht in offizieller Mission ins Vereinslokal der Regensburger Gruppe des Niederländter Freundschaftsbundes gekommen. Und deshalb müssen sie sich auch nicht mit der Kurzform des lateinischen „Vivat Amicitia Nostra“ begrüßen. „Es lebe unsere Freundschaft“, heißt das und steht für das Motto des kleinen Vereins. Ausnahmsweise lassen die beiden auch ihre wahre Identität – das „Vulgärleben“ – nicht an der Garderobe ihres Vereinsheims zurück, des Lokälyns, wie es auf Niederländtisch heißt. Ausnahmsweise durfte unser Reporter Thomas Kreissl mit hinein.

Der Turm ist das Wahrzeichen des Schlossbergs. Die Mitglieder bereiten derzeit das Turmfest am 13. August vor. Fotos: Kreissl

Und dann durfte er auch noch auf einen Berg. Der gehört einem Verein. Also gut, jetzt nicht im rein rechtlichen Sinn. Die knapp 440 Meter Anhöhe, zu deren Füßen sich der Ort Regenstauf ausbreitet, ist Gemeindegebiet und Wahrzeichen zugleich. Ohne den 100 Meter über dem Fluss Regen aufragenden Schlossberg samt seinem Turm wäre die Ansicht von Regenstauf gar nicht vorstellbar. Der dicht bewaltete Hügel, auf dem vor 500 Jahren zwar kein Schloss, aber immerhin eine Burg stand, ist heute ein kleines Naturparadies mit malerischen Wanderwegen und vielen Vogelarten. Seit mehr als 120 Jahren sorgt der Bergverein Regenstauf dafür, dass das so bleibt.

Pit Krause in einem seiner Whisky-Keller. Rund 7000 Flaschen umfasst sein Bestand an Whisk(e)ys, Rum und Cognacs. Foto: Klein

Mitgliederversammlungen sind so gar nichts für Peter (Pit) Krause. Beim Whisky- und Spirituosenclub „slowdrink“ nennt man die Zusammenkünfte vielmehr „Tastings“. Das Wort steht für „schmecken“ und Vereinsmeierei oder hierarchische Strukturen wären nun gar nicht nach dem Geschmack des renommierten Whisky-Kenners. So hat er einen offenen Club für feine Getränke ohne Verpflichtung für Teilnehmer ins Leben gerufen und Freunde feiner Spirituosen um sich geschart, die kultiviert mit Sachverstand feine Tropfen an stimmigen Locations genießen und genussfreundlich ihr Trinkwissen um die „komplexesten Getränke der Welt“ mehren. Es geht um trinken ohne die zwei Buchstaben „be“ davor, überzeugte sich Reporter Heinz Klein.

Max Rieder ist parkourmäßig unterwegs: das heißt, möglichst effizient und direkt von A nach B zu kommen. Foto: Parkour/Rauch

Danach verfolgte er einen Verein auf der Flucht. Denn die Techniken, die beim Verein Parkour Regensburg vermittelt werden, wurden ursprünglich entwickelt, um in Krisensituationen schnell flüchten zu können. Das älteste Mitglied ist 47, die Jüngsten sind zehn Jahre alt und bald wird es auch dreijährige Teilnehmer geben. Der Verein wurde 2012 gegründet und hat inzwischen mehr als 170 Mitglieder – Tendenz stark steigend. „Wir sind ein junger und moderner Verein“, sagt der 1. Vorsitzende Max Rieder: „Eine offene Community, in die man auch erstmal reinschnuppern darf.“

Und das sind die Regensburger Vereine in Zahlen:

Vereine in der Region Regensburg

Alle Geschichten rund um die Themenwoche „Vereine im Wandel“ finden Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht