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Regensburg
Mittwoch, 20. September 2017 17° 6

Kultur

Baukunst im Blick

Die Architektouren präsentieren acht Vorzeigeprojekte in und um Regensburg: vom Mini-Gartenhaus bis zum großen neuen Gymnasium.
Von Marianne Sperb, MZ

Schwarz auf Weiß: ein Atelier in Wenzenbach, entworfen von Fabi Architekten Foto: Herbert Stolz

Regensburg.. Baukunst boomt. Die Architektouren der Bayerischen Architektenkammer stoßen jedes Jahr auf gewaltiges Interesse, Tendenz: steigend. 2013 machen sich in Bayern 279 Vorzeigeprojekte besuchsbereit. Bauherren öffnen ihre Häuser, Architekten erläutern ihre Entwurfsideen und gemeinsam stehen die Entwerfer und die Nutzer den Gästen Rede und Antwort.

„Architektur leben!“ ist Motto der Architektouren am 29. und 30. Juni. Neben imposanten öffentlichen Projekten rückt die Reihe 2013 auffallend viele Kleinbauten in den Blick. Regensburg und Umgebung, sonst mit einem wuchtigen Angebot vertreten, bieten heuer nur ein schmales Programm. An den nur acht Adressen lässt sich aber eine große Bandbreite aktueller Baukunst studieren.

Wellblechbaracke, neu interpretiert

Ein Riese im Programm ist das neue Gymnasium Lappersdorf, entworfen vom Donaustaufer Büro Gutthann (mit HIW Straubing). Die Architekten setzten in die sanften Hängen im Norden von Regensburg einen kräftigen Solitär mit dreigeschossiger Halle. Der großzügige Innenhof nimmt spielerisch die Topographie auf; 400 bis 500 Menschen können hier Theater oder Konzerte erleben. Der Komplex für knapp 800 Schüler im Endausbau entstand in nur zehn Monaten.

Gegen das Gymnasium mit rund 7400 Quadratmetern Nutzfläche ist das Gartengerätehaus für Dr. Elke Pelz ein Zwerg. Der Winzling im Erikaweg bietet auf gerade mal sieben Quadratmetern Raum für alles, was es im Garten braucht. Architekt Helmut Hien nennt sein Haus augenzwinkernd eine „Wellblechbaracken-Neuinterpretation in Sichtbeton-Wellblech-Bauweise“, zitiert ihn das Deutsche Architektenblatt. Der Mini-Bau, so das Blatt, setzt sich wohltuend ab von Modellen aus dem Baumarkt im Jodelstil.

Thomas Jäger wünschte sich einen Ort zum Arbeiten und Wohnen. Das Büro Stefan Fabi entwarf dem Wenzenbacher Unternehmer, der in Möbel- und Lichtdesign zuhause ist, ein schwarz-weißes Atelier. Das Projekt mit rund 100 Quadratmetern Fläche erwies sich als klein, aber knifflig, so Kristina Binder von Fabi Architekten. Auf dem Mini-Grundstück und auf felsigem Grund wurde rund zwei Jahre lang gebaut. Platz fürs Waschen und Schlafen ist in einem weißen Untergeschoss verstaut, das dem Grundriss des früheren Wartehäuschens am Ort folgt. Darüber legt sich ein schwarzer Kubus quer, mit Raum fürs Denken, Relaxen, Zeichnen, Essen.

Schulen, Privathäusern, Studios, Läden, Firmengebäude: Architektouristen haben am Wochenende die Wahl. Die neue Kinderkrippe an die Kirche St. Markus (Architektur: Carola Setz/ Markus Donhauser), öffnet seine Tür, Dr. Hans Thalhammer lässt Architekturfreunde in sein Penthouse in der Haydnstraße (Büro Juretzka Weiden), in Tegernheim kann man die neuen Labors für Lebensmittel- und Umweltanalyse studieren (Brune+Brune Göttingen) und in der Regensburger Gesandtenstraße den Laden Hubert H 2 (Berschneider+Berschneider Pilsach).

Ausgezeichnet: die Busdrehscheibe

Architekt Christian Kirchberger hat an der Uni einen Blickfang gesetzt. Seine Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH), geplant für die Regensburger Verkehrsbetriebe, bringt alle Bedürfnisse der ÖPNV-Nutzers unter Dach und Fach und signalisiert gleichzeitig ordentlich Tempo mit einem schwungvoll ausgreifendem Betondach. In Berlin erhielt der Bau gerade eine Anerkennung von der Jury des Deutschen Architekturpreises 2013. Die Haltestelle wird auch Station der kinderArchitektouren. TANO (Treffpunkt Architektur Niederbayern/Oberpfalz der Architektenkammer) macht schon den Jüngsten Lust auf Architektur. Beim Betonworkshop gießen Kinder ab Jahren Betonkiesel, angeleitet von Silke Bausenwein und Ingrid Westerboer.

Die Termine auf einen Blick:

Kinderkrippe St. Markus, Killermannstraße 56c in Regensburg, Sonntag (11 bis 14.30 Uhr)

Laden Hubert H 2 Gesandtenstraße 7 in Regensburg, Samstag (15 Uhr)

Penthouse Haydnstraße 17 in Regensburg, Sonntag (14 Uhr)

Atelier Schön46, Schöneberger Straße 46 in Wenzenbach, Sonntag (11 Uhr) Gymnasium Lappersdorf: Am Sportzentrum 2, Samstag (10 bis 14 Uhr)

ZOH am Campus: Universitätsstraße/Albertus-Magnus-Straße, Samstag (16 Uhr) und Sonntag (14 Uhr); Workshop für Kinder ab acht Jahren „Kiesel aus Beton“, Samstag (14 bis 18 Uhr), Anmeldung: Silke Bausenwein, info@architektur-vor-ort.net, (0 94 53) 99 66 17

S2-Laborgebäude, Von-Heyden-Straße 11 in Tegernheim, Samstag und Sonntag (je 10 bis 15 Uhr)

Gartengerätehaus am: Erikaweg 80 in Regensburg, Samstag (15 bis 17 Uhr) und Sonntag (11 bis 12.30 Uhr)

Alle Projekte kann man im Booklet nachblättern, zu bestellen unter info@byak.de oder per Telefon (0 89) 139 88 00. Das Programm kann man auf der Architektouren-App 2013 kostenlos downloaden und im Internet finden:

http://architektouren.byak.de/byak.html

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