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Regensburg
Mittwoch, 28. Juni 2017 27° 2

Projekt

Bürger wollen schönen Stadteingang

Die Stadt will den Bereich zwischen Bahnhof und Maxstraße neu gestalten. Eine MZ-Umfrage zeigt: Leser legen auf Optik Wert.
Von Katharina Eichinger, MZ

Von den Bürgern hagelt es Kritik zur momentanen Situation des Bereichs vor dem Hauptbahnhof. Foto: Stadt/Effenhauser

Regensburg.In knapp zwei Wochen beginnt die zweite Ideenwerkstatt zum Projekt „Stadtraum gemeinsam gestalten“. Konkret geht es um die Neugestaltung des Areals zwischen Bahnhof und Maximilianstraße. Ende März fand die erste Runde statt. Hunderte Regensburger nutzten die Gelegenheit, sich mit Fachleuten auszutauschen oder in Arbeitsgemeinschaften mit anderen Bürgern Ideen zu entwickeln – am Ende zeugten die mit Blättern und Zetteln beklebten Fensterfronten des Saals im „Parkside“ von vielen Ideen und Anregungen.

Parallel zur Ideenwerkstatt wollte unser Medienhaus wissen, welche Wünsche die Bürger haben. Im März veröffentlichten wir auf unserer Website einen Fragebogen mit fünf Fragen zu RKK, ZOB und der aktuellen Situation zwischen Hauptbahnhof und Maximilianstraße. „Das Gelände zwischen Hauptbahnhof und Fußgängerzone wirkt nicht einladend.“ „Es herrscht Verkehrschaos.“ „Die Fußgängerführung ist schlecht.“ Das Urteil vieler Leser ist vernichtend.

„Touristen, die mit der Bahn anreisen, müssen einen grauenhaften ersten Eindruck von unserer Stadt haben.“

Ein MZ-Leser in der Online-Umfrage der Mittelbayerischen auf die Frage zur Situation am Hauptbahnhof.

Bis zu 500 Antworten haben die Nutzer von www.mittelbayerische.de in unserer nicht repräsentativen Umfrage gegeben. Zwei der Fragen, die wir gestellt haben, hatten vorgefertigte Auswahlmöglichkeiten. Bei den drei anderen konnten die Teilnehmer eigene Antworten formulieren.

Gebiet ist wenig einladend

In einer Frage schrieben die Leser, was sie an der aktuellen Situation zwischen Hauptbahnhof und Maximilianstraße stört. Mehr als die Hälfte der 210 gegebenen Antworten beschäftigt sich mit dem Ambiente des Areals: Der Bereich wirke nicht einladend, sondern heruntergekommen, heißt es mehrmals. Er sei wenig repräsentativ für Regensburg. Die Geschäfte seien unattraktiv. Die städtebauliche Gestaltung sei wenig einprägsam, formuliert ein Teilnehmer seinen Missmut.

„Der ZOB muss auf den „Deckel“ nördlich des CinemaxX, der Verkehr für Busse sollte sich auf die D.-Martin-Luther-Straße in Nord-Süd-Richtung beschränken.“

Wie kann das Areal zwischen Bahnhof und Maximilianstraße aufgewertet werden? Das antwortete ein MZ-Leser.

Auch die Situation der Fußgänger lasse zu wünschen übrig. Viele  Nutzer bemängelten, dass der Bereich Albertstraße/ Ernst-Reuter-Platz unsicher sei. Immer wieder wird der Begriff „sozialer Brennpunkt“ genannt. Dazu trage auch das Klientel bei, Alkohol und Drogen seien ein Problem. Mangelnde Polizeipräsenz und schlechte Beleuchtung würden nicht helfen, die Situation zu entspannen. „In der Nacht nicht gefahrenlos begehbar“, schreibt ein Teilnehmer.

211 Antworten erhielten wir auf die Frage, wie die Regensburger Politik dieses Areal, das als Stadteingang dient, aufwerten kann. Viele wünschen sich mehr Grünflächen, beziehungsweise eine Neugestaltung des Parks. Auch mehr Sicherheit und Sauberkeit werden oft genannt. Immer wieder ist in den Kommentaren von Brunnen die Rede. Die Gebäude sollen modernisiert beziehungsweise neu gestaltet werden, wünschen sich andere.

Der Busbahnhof sei nicht optimal organisiert, bemängeln die Teilnehmer. Deswegen wünschen sie sich, dass er zum Beispiel an einer anderen Stelle untergebracht wird.

„Es sollte nicht allzu viel Fläche verbrauchen und vor allem auch über eine Tiefgarage verfügen, um die Parksituation zu entspannen.“

Ein MZ-Leser in der Online-Umfrage der Mittelbayerischen auf die Frage, was ein RKK wie das geplante leisten soll.

Ende des vergangenen Jahres brachte der suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs eine Variante ins Spiel: die Überdeckelung der Gleise beim Hauptbahnhof und auf der entstehenden Plattform die Realisierung einer zentralen Busdrehscheibe. Neben der Situation des Busbahnhofs stößt auch die Verkehrssituation den Menschen sauer auf. „Verkehr soweit wie möglich abbauen“, schreibt einer. „Verlängerung des verkehrsberuhigten Teils der Maxstraße zum Bahnhof“, wünscht sich ein anderer.

In unserer dritten offenen Frage, wollten wir von unseren Lesern wissen, was ein RKK leisten muss. Immer wieder heißt es in den Kommentaren der 208 Teilnehmer „Konzerte und Veranstaltungen“. Vor allem auf eine „flexible Nutzung“ des Zentrums hoffen die Bürger. Viele wünschen sich, dass die Räumlichkeiten von Jedermann angemietet werden können.

Mehr „Kultur“ als „Kongress“

Der Ruf nach Konzerten wurde scheinbar in der ersten Ideenwerkstatt schon erhört. „Kultur“ soll größergeschrieben werden als „Kongress“, sagte der Bregenzer Architekt Günther Prechter im März. Auch Parkmöglichkeiten wünschen sich viele Teilnehmer der Umfrage. „Das RKK muss ein sehr großes Parkhaus haben, auch für öffentliche Nutzung“, schreibt ein Bürger. Neben dem, was der Veranstaltungskalender zu bieten hat, legen die Regensburger Wert auf die Optik des Gebäudes. Immer wieder äußern sich Leser zu der Gestaltung des Zentrums. Ihre Meinungen gehen auseinander. „Kein zu futuristischer Bau, sondern ein Gebäude, das fließend in die Umgebung eingebaut wird und mit ihr ein vollkommenes Bild schafft“, wünscht sich einer. Von einer „visionären Architektur“ spricht ein anderer.

„Einziger Trost: der Alleengürtel! Regensburg soll grün sein und seinen Besuchern an seinem „Entree“ einen Eindruck davon vermitteln, was es ist: eine offene Stadt.“

Die Gedanken eines MZ-Lesers in der Online-Umfrage auf die Frage zur Situation am Hauptbahnhof

An dem Projekt „Stadtraum gemeinsam gestalten“ werde weiterhin gearbeitet, sagt Kristina Kraus, Pressesprecherin der Stadt. Die Planungsbüros haben die Ideen der Bürger gesammelt und entwickeln nun mehrere Szenarien. Sie dienen dann als Diskussionsgrundlage für die zweite Ideenwerkstatt vom 3. bis 5. Mai. Auch aus dieser Veranstaltung sollen die Planer mit Input nach Hause gehen. Die Vorschläge, die sie auf dieser Basis erarbeiten, werden im Herbst den Regensburgern zur Befragung vorgelegt.

Weitere Artikel, Grafiken und einen Zeitstrahl zum geplanten RKK finden Sie auf www.mittelbayerische.de/rkk

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