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Sport

Challenge Regensburg ist das Ziel

Challenge statt Ironman: OB Wolbergs will ab 2016 einen neuen Anlauf nehmen. Ein Sportgipfel soll für Zustimmung sorgen.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Challenge statt Ironman: Hier jubelt Timo Bracht über seinen Sieg 2014 in Roth. Mit einem neuen Anbieter wird Triathlon in seiner längsten Form über 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und 42 Kilometer laufen auch für Regensburg wieder ein konkretes Thema. Foto: Daniel Karmann/dpa

Regensburg. Erst einmal war der Wunsch der Vater des Gedankens: Am liebsten hätte Joachim Wolbergs schon 2015 wieder einen großen Triathlon in Regensburg gehabt. Jetzt hat der Oberbürgermeister gemerkt: „Im Augenblick ist es nach einigen Gesprächen politisch noch schwierig, das Ganze auf eine breite Basis zu stellen.“ Aufgeschoben ist für Wolbergs aber nicht aufgehoben: Das Stadtoberhaupt will in den nächsten Monaten alles tun, um für die wegen der Ironman-Vergangenheit so umstrittene Triathlon-Sache wieder eine „breite Akzeptanz in Bürgerschaft, Sport und Politik“ herzustellen. 2016 solle die neue Partnerschaft mit der Team-Challenge GmbH greifen, die aus dem Rennen in Roth hervorging, dort seit Jahren das größte Langdistanz-Rennen der Welt veranstaltet und inzwischen weltweit 44 Rennen organisiert. Challenge ist das englische Wort für Herausforderung: Vor der stehen nicht nur die Teilnehmer, die die 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer laufen, sondern nun auch der Oberbürgermeister.

Die „Großen“ werden geladen

Der nächste Schritt ist ein Sport-Gipfel, zu dem Joachim Wolbergs unter dem Motto „Regensburg bewegt sich“ Ende Oktober/Anfang November die Veranstalter aller wichtigen sportlichen Großereignisse der Stadt an einen Tisch bringen will – also die Läufer des LLC Marathon (Regensburg-Marathon), die Radfahrer von Veloclub und Bike-Team (Arber-Radmarathon und Weltkulttour), die Leichtathleten der LG Telis Finanz (Sparkassen-Gala) sowie Purendure als Ausrichter des im August erstmalig durchgeführten Frauenlaufs.

Auf diesem Gipfel will Joachim Wolbergs die neuen Pläne mit einem neuen Partner vorstellen, die sich massiv vom bisherigen Ablauf unterscheiden soll: „Es geht nicht mehr nur um ein Wochenende, sondern um mehrere Etappen. Das wird ordentlich Geld kosten, doch ich werde mich bemühen, den Stadtrat zu überzeugen, dass das große Bedeutung hat. Roth zeigt, welche Maßstäbe mit einem regionalen und familiären Großereignis gesetzt werden können. Challenge und ein örtlicher Veranstalter sind dafür für uns die bestgeeigneten Partner.“

Dass es 2015 nur eine Art Vorbereitungsprogramm geben wird, stört Challenge-Chef Felix Walchshöfer im Moment nur wenig, im Gegenteil: „Für uns geht es darum, dass es langfristig und verlässlich aufgebaut ist. Wenn es dafür Zeit braucht, ist das auch in Ordnung“, sagt der 33-Jährige, dessen 2007 verstorbener Vater Herbert Roth aufgebaut hatte. Bis 2001 gehörte das Rennen übrigens selbst noch zur Ironman-Serie. Inzwischen hat sich die Marke Challenge zu einer weltweiten Serie entwickelt, die zum Beispiel gerade dabei ist, in Bahrain ein Triathlonrennen mit dem Rekord-Preisgeld von 500 000 Euro auf die Beine zu stellen.

„Ich gebe zu, ich war zunächst skeptisch, als ich die Einladung nach Regensburg zu den Gesprächen bekam“, sagt Felix Walchshöfer über die erste Kontaktaufnahme aus Regensburg. „Ich konnte nicht einschätzen, wie viel verbrannte Erde es hier gab. Um die Athleten ging es dabei nicht. Die waren immer alle voll des Lobes von Regensburg.“ Jetzt sieht Walchshöfer eine gute Chance auf einen Neubeginn. „Ich bin von der Einladung und der Offenheit des Oberbürgermeisters sehr angetan.“

Walchshöfer kennt die Vorbehalte gegen eine große Triathlon-Veranstaltung aus eigener Erfahrung nur zu gut. „Wenn es nicht nach ein, zwei Jahren sterben soll, dann muss man die Bevölkerung abholen und mitnehmen. Wir sind nicht nur für verrückte Ausdauer-Junkies da, sondern für jeden.“ In Roth etwa entwickelte sich so aus den „vielen Gesprächen“, unter anderem „mit den acht beteiligten Bürgermeistern“ eine Festival-Woche. „Wir mussten weg vom Ein-Tages-Event und wollten mit einer Quotierung von 40 Prozent ausländischer Starter auch die Verweilzeit erhöhen. Wir haben jetzt 5700 Teilnehmer beim Triathlon, bieten Staffeln, einen Kinder-Triatlon und einen Frauenlauf an, damit jeder mitmachen kann, und kommen insgesamt auf über 10 000 Starter“, sagt Walchshöfer. Auch in Regensburg soll eine breite Palette an Challenge-Veranstaltungen über die Bühne gehen.

Roth „in 30 Sekunden ausverkauft“

Regensburg wäre (wie beim Ironman auch, wo Regensburg die zweite Langdistanz-Station neben Frankfurt war) der neben Roth zweite deutsche Challenge-Ort. Die räumliche Nähe hält Felix Walchshöfer für eher förderlich, zum Beispiel auch beim Erfahrungsaustausch. „Ich sehe das nicht als Gefahr, sondern als neue Herausforderung und riesengroße Chance. Roth war beim letzten Mal nach 30 Sekunden für das nächste Jahr ausverkauft. Und wir würden die Chance auch gerne wahrnehmen. Wenn es nicht klappen sollte, ist das für uns aber auch kein Beinbruch.“

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