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Regensburg
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Kultur

Degginger: Der Probebetrieb läuft

Das Regensburger Kreativforum feiert Richtfest im neuen Quartier. Nach Weihnachten stehen weitere Bauarbeiten an.
Von Daniel Geradtz, MZ

Regensburg.Das Konzept steht schon seit Mai fest, die Eröffnung hätte eigentlich im vergangenen Monat stattfinden sollen. Aber bis Samstag ist das Deggingerhaus in der Wahlenstraße eine Baustelle. Anlässlich des Richtfests wurden am Freitag dennoch zum ersten Mal die Pforten geöffnet. Aber nach einem Probemonat ist am 23. Dezember erst mal Schluss: Unter anderem müssen zum Schallschutz zusätzliche Glasscheiben eingesetzt werden, um die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen.

Die Erdgeschossräume des geschichtsträchtigen Gebäudes aus dem 14. und 15. Jahrhundert sollen dann ab März eine endgültige neue Heimat für Poetry-Slams, Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen sein. In den oberen Etagen sind andere Mieter untergebracht, unter anderem das Stadtmarketing.

Der Kultur- und Kreativszene stehen in drei Räumen rund 400 Quadratmeter Fläche zur Verfügung: Der Konzertbereich mit angeschlossener Gastronomie, der Pop-up-Store und der Workshop-Raum. Alle sind temporär nutzbar, werden also ganz individuell an Interessenten vermietet.

15-jähriger Mietvertrag

Der Pop-up-Raum kann vielseitig verwendet werden. „Wir stellen uns vor, dass er als Atelier, Ausstellungsraum oder Einzelhandelsverkaufsbereich fungiert“, sagt Sebastian Knopp, der als Clustermanager bei der Stadt für die Kreativwirtschaft zuständig ist. Aktuell haben sich die Organisatoren des Dilly-Dally-Markts dort eingemietet und verkaufen modische Produkte. „Sie haben den Raum innerhalb von eineinhalb Tagen eingerichtet“, sagt Knopp.

Den Workshop-Raum belegt momentan eine Kreativgruppe, die einen besonderen Bierkrug für die Spitalbrauerei entwirft. „Es wäre toll, wenn wir jährlich einen limitierten Krug auf den Markt bringen könnten, der aus dem Deggingerhaus stammt“, sagt Spitalmeister Willibald Koller.

Clustermanager Knopp sieht gar noch weitere Verwendungsmöglichkeiten. Wer als Freiberufler einen Raum bräuchte, um Kunden zu empfangen und Präsentationen abzuhalten, „kann sich bei uns für ein paar Stunden einmieten“, sagt er. Er könne aus eigenen Erfahrungen berichten, dass dafür die eigenen vier Wände nicht immer dafür geeignet seien.

Für Carola Kupfer, Sprecherin des Kreativforums, ist die Arbeit mit der Eröffnung noch nicht erledigt: „Wir haben mit zwölf Branchen zusammengesessen und Formate entwickelt, die nun hier getestet werden.“ Nun gelte es, ein Netzwerk zu schaffen. Dabei will sie „auch die Wirtschaft“ mit einbeziehen.

Der Mietvertrag zwischen Hauseigentümer und Stadt ist auf 15 Jahre angelegt. In der Vergangenheit waren die Baukosten immer wieder ein Thema, weil der im Stadtrat beschlossene Etat möglicherweise überschritten werden muss. Denn die Maßnahmen wurden im Wesentlichen auf städtische Initiative hin durchgeführt.

Der Umbau koste die Stadt eigentlich nichts, intervenierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. „Der Betrag wird durch die Mietkosten gedeckt. Und die sind nicht einmal im fünfstelligen Bereich.“ Den genauen Betrag dürfe er nicht nennen, weil der Stadtrat den Beschluss in einer nichtöffentlichen Sitzung getroffen hat. Aber man habe sich „auf faire Konditionen verständigt“.

Offenes Raumkonzept

Für die Gestaltung war die Architektengruppe Pure verantwortlich. Sie habe sich bewusst für eine offene Gestaltung der Räume entschieden, um einen Austausch innerhalb der Kulturszene zu fördern, sagt Markus Semmelmann. Wenn es für eine Veranstaltung nötig ist, werden die Bereiche mit mobilen Stellwänden abgetrennt.

Wenn der Betrieb im nächsten Monat wieder eingestellt wird, geht die Arbeit auch für die Innenarchitekten in eine neue Runde. Sie wollen aus den Erfahrungen des Testmonats lernen und sie für die weitere Gestaltung berücksichtigen. „Es müssen unter anderem noch die Veranstaltungstechnik, das Beleuchtungskonzept und eine stationäre Bühne eingebaut werden“, berichtet Knopp. Dann wird die integrierte Bar ihren Regelbetrieb aufnehmen und auch Speisen für die Gäste anbieten.

Programm zum Richtfest

  • Samstag, 12 Uhr:

    Tag der offenen Türen mit Kunstaktionen.

  • Sonntag, 10.30 Uhr:

    Impulsvortrag und Podiumsdiskussion zum Thema „Kreative Stadt-Akteure an der Schnittstelle zwischen Ehrenamt, Kultur und Wirtschaftsförderung“

  • Montag, 18.30 Uhr:

    Creative Monday

  • Nach dem einmonatigen Probebetrieb:

    Das Degginger wird dann wieder geschlossen. Die endgültige Eröffnung ist für den kommenden März geplant. Zwischendurch finden Einzelaktionen von Künstlern statt.

Deggingerhaus

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