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Regensburg
Montag, 23. Oktober 2017 12° 7

Sonderausstellung

Der Mensch Kepler steht im Mittelpunkt

Von 10. Mai bis 5. Oktober ist im Kepler-Gedächtnishaus die Ausstellung „Mensch, Kepler“ zu sehen. Gestaltet haben sie Studierende der Uni Regensburg.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Matthias Freitag, Melanie Burgemeister, Carola Grüninger-Schmitz, Prof. Dr. Walter Koschmal, Dr. Esther Gajek, Prof. Dr. Daniel Drascek und Anna Opitz (v.l.) bei der Eröffnung der Ausstellung Foto: Knobloch
  • Die Studentinnen Lisa Hermsen, Franziska Rabus und Anne Huth (v.l.) berichten von der Arbeit an der Ausstellung. Foto: Knobloch
  • Der Rapper P-Luma alias Physik-Student Pascal Brunner hat den Kepler-Text „Mysterium Cosmographicum“ auf Latein und Deutsch als Sprechgesang vertont. Foto: Knobloch

Regensburg.Die drei Keplerschen Gesetze kannte Maximilian Emmerich aus seinem Physik-Studium. Mit dem Menschen Johannes Kepler hat er sich aber erst in den vergangenen Wochen intensiv befasst – für die grafische Darstellung des berühmten Astronomen in der Sonderausstellung „Mensch, Kepler! Alt bekannt – neu entdeckt“ stand er Modell. Moderne Kleidungsstücke werden hier mit einem historischen Porträt Keplers kombiniert.

Ab diesem Samstag (10. Mai 2014) ist die Ausstellung im Kepler-Gedächtnishaus zu sehen. Die Eröffnung fand am Freitag im Rahmen des Europatags an der Universität Regensburg statt. Denn gestaltet wurde die Ausstellung von Studierenden der Vergleichenden Kulturwissenschaft und der Ost-West-Studien. Prof. Dr. Walter Koschmal, der Leiter des Europaeums der Uni Regensburg, lobte das Engagement der Studierenden: „Sie haben Außergewöhnliches auf die Beine gestellt.“ Auch der Vertreter der Museen der Stadt Regensburg, Matthias Freitag, zeigte sich „begeistert“ von der Sonderausstellung. Die Studierenden stellen dabei den Menschen Kepler in den Mittelpunkt. Sie zeichnen die Spuren nach, die er an seinen Lebensorten – auch in Regensburg – hinterlassen hat, nehmen sein Reisegepäck unter die Lupe und beleuchten seine zahlreichen Briefkontakte. Wäre Kepler nicht 1571, sondern 1971 geboren worden, hätte er heute wohl auch ein Facebook-Profil. In der Ausstellung können Besucher Posts, Selfies und Videos des Astronomen ansehen. In Videobeiträgen kommen außerdem heutige Vertreter der von Kepler ausgeübten Berufe zu Wort. Den Studierenden hat es gefallen, bei dem Projekt Praxiserfahrung zu sammeln: „Wir konnten erleben, wie eine Ausstellung entsteht – von der Idee über den Aufbau bis hin zur Eröffnung“, sagt Anne Huth. Viel Applaus gab es bei der Eröffnung für den Rapper P-Luma alias Physik-Student Pascal Brunner, der den Kepler-Text „Mysterium Cosmographicum“ auf Latein und Deutsch als Sprechgesang darbot.

Dass sich die Ausstellung zum Europatag diesmal Kepler widmet, passt laut Dr. Esther Gajek vom Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft gut. „Seine Biografie ist geprägt von Ängsten und Sorgen, die für das Zeitalter der Glaubenskriege in Europa typisch sind. Zudem war er mit vielen Gelehrten in Europa vernetzt und hat mit seinem Werk europäische Wissenschaftsgeschichte geschrieben.“ Die Bedeutung Europas für ein friedliches Zusammenleben der Völker hob Oberbürgermeister Joachim Wolbergs in seinem Grußwort hervor. Er rief auch dazu auf, am 25. Mai zur Europawahl zu gehen – diese sei „wichtiger als die Kommunalwahl“.

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