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Regensburg
Sonntag, 17. Dezember 2017 5

Wahlkampf

Die Junge Union positioniert sich

Vom Konzertgelände bis zum RVV-Ausbildungsticket: Im MZ-Gespräch legt JU-Chef Michael Lehner die Visionen des Regensburger CSU-Nachwuchses offen.
Von Daniel Steffen, MZ

Befindet sich im Wahlkampf-Endspurt: die Junge Union um Michael Götz, Tobias Grosse-Brockhoff, Dagmar Nawrocki, Michael Lehner und Thomas Sauer (von links) Foto: Nawrocki

REGENSBURG. 13 Stadtratskandidaten von der Jungen Union sind auf der CSU-Kandidatenliste vertreten – „so viele wie noch nie“, wie JU-Kreischef Michael Lehner sagt. Genoss man lange Zeit den Ruf als Partyclique, die sich politisch nicht sonderlich einmischt, will Lehner nun das Gegenteil beweisen. „Wir sind die erste Jungorganisation einer Partei, die in Regensburg ein umfangreiches Wahlprogramm auf den Weg gebracht hat“, behauptet er.

Ein längeres Kapitel, das sich die Junge Union auf die Fahnen geschrieben hat, ist das Thema Altstadt. So will sie unter anderem die Aufhebung der Sperrstunde erreichen. „Uns ist das ein wichtiger Punkt, weil wir eine Großstadt sind und von der Stadtverwaltung so beschränkt werden, wie es nicht mehr zeitgemäß ist.“ In Bayern habe man die Sperrzeiten schon vor vier Jahren abgeschafft, rief Lehner in Erinnerung. Auch regen ihn die Vorgaben in der Freisitz- und Sondernutzungsverordnung auf.

Ferner gehört nach Auffassung des JU-Kreischefs die Donau-Uferpromenade „gescheit modernisiert“. Die altmodische Pflasterung dort sei weder zeitgemäß noch sicher, bemängelt Lehner. Gerade für Radfahrer und Jogger müsse einiges getan werden. Neben einem modernisierten Weg schwebt ihm eine Brüstung für den Uferbereich vor. Auf der anderen Seite erwarte die JU mehr Überwachung auf den öffentlichen Plätzen sowie eine Verlängerung der Dienstzeiten für Bedienstete des Ordnungsamts. Man müsse sich auch nach ein Uhr nachts in der Stadt noch sicher fühlen können, begründete Lehner. Das gelte besonders für Bereiche wie die Obermünsterstraße, an der es „laufend Stress und Ärger“ gebe.

„Shared Spaces“ als Vorbild

Für den Verkehr schwebt der JU der Ausbau das Car-Sharing-Angebots vor, auch liebäugelt sie mit dem Konzept der „Shared Spaces“. Nach holländischem Vorbild sollen sich Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer den Verkehrsraum gleichberechtigt teilen. Bürgersteige wie Beschilderungen sollten zurückgebaut – und das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme geltend gemacht werden.

Die Einführung eines Stadtpasses, wie von den Sozialen Initiativen seit geraumer Zeit gefordert, begrüßt die Junge Union in einer eingeschränkten Variante: Sie ist für die Einführung eines RVV-Auszubildendentickets und für einen Sozialpass für Jugendliche.

Das Kind könne ja nichts dafür, wenn die Eltern kein Geld haben, so Lehner. Die Erwachsenen aber stünden in ihrer eigenen Verantwortung, darum solle der Pass auch nur bis zum Alter von 16 Jahren gelten. Er solle den Jugendlichen freien Eintritt in städtische Museen, Theater und in Schwimmbäder ermöglichen.

Auch der jungen Kultur ist ein eigenes Kapitel gewidmet. So erhofft sich die JU ein Festivalgelände, das der Stadt gehört. Als geeigneten Standort erachtet die JU etwa das Pürkelgut-Areal, das genügend Abstand zum Wohnbau aufweise. Ein städtisches Festivalgelände würde auch die Standortfrage für Open-Air-Konzerte und Freilichtkinos lösen, so Lehner.

Die Idee vom Kulturförderpreis

Ferner schwebt der Jungen Union die Einführung eines Kulturförderpreises für Künstler unter 25 Jahren vor. „Wir haben unglaublich viele Nachwuchsbands, die einfach besser gefördert werden müssen.“

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