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Regensburg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 3

Sanierung

Die Steinerne wird noch 2017 fertig

Bald geht es auf dem neuen Pflaster von der Altstadt bis nach Stadtamhof. Das können viele schon gar nicht mehr erwarten.
Von Heike Haala, MZ

  • Einblick ins Bauzelt: Wie ein Puzzle sanieren die Bauarbeiter die vier letzten Brückenbögen. Fotos: Haala
  • Ein Stein unter einem Brückenbogen Foto: Haala
  • Das letzte Stück Kopfsteinpflaster Foto: Haala
  • Tiefbauamtleiter Peter Bächer und Baureferentin Christine Schimpfermann im Bauzelt. Foto: Haala

Regensburg.Die Steinerne Brücke ohne Behelfsstege – manche Neu-Regensburger haben das noch nie gesehen. Seit die Sanierung des Regensburger Wahrzeichens im Jahr 2010 startete, flankieren die Stahltürme mit den Dielenbalken das Wahrzeichen und wandern mit der Baustelle. Bald aber werden sie überflüssig sein.

Denn Ende des Jahres soll die Sanierung des Regensburger Wahrzeichens abgeschlossen sein. Das sagen Baureferentin Christine Schimpfermann und Peter Bächer, Leiter des Tiefbauamts. Die Aufträge für die restlichen Bauarbeiten sind inzwischen vergeben, mit Überraschungen, die zu Verzögerungen führen könnten, rechnen die beiden nicht mehr. Die Arbeiten liegen damit im Zeitplan. Auch den Kostenrahmen von 20 Millionen Euro sprengt die Sanierung nicht. Die Stadt muss ein Drittel dieser Kosten selbst übernehmen, den Rest übernehmen mehrere Förderer wie die Bayerische Landesstiftung, der Bezirk, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz oder der Freistaat. Erst vergangene Woche kam eine Zusage über insgesamt 300 000 Euro.

Bald ist die Sanierung abgeschlossen. Unter dem Zelt ist der letzte Abschnitt. Foto: Haala

Von der Altstadt bis nach Stadtamhof auf neuem Pflaster, ohne auf den Behelfssteg ausweichen zu müssen – viele Regensburger fiebern diesem Moment schon entgegen. „Juchuuu“, sagt zum Beispiel Isabel Käser von der St. Katharinenspitalstiftung, als wir sie mit dem nahenden Ende der Brückensanierung konfrontieren. Für die Mitarbeiter des St. Katharinenspitals bedeutet das eine Erleichterung. „Den Baustellenlärm kann man einfach nicht wegmeditieren“, sagt Käser.

Ein Nadelöhr fällt weg

Im Bauzelt Foto: Haala

Sie freut sich aber auch für die Gäste im Spitalgarten: Denn sie können bald wieder den unverstellten Premium-Blick Regensburgs mit Brücke und Dom genießen. Außerdem hofft Käser darauf, dass mehr Gäste in den Biergarten kommen, wenn sie sich zuvor nicht durch das Nadelöhr Behelfssteg zwängen müssen.

Käser ist nicht die Einzige, die das Ende der Brückensanierung herbeisehnt. Joachim Buck, Touristen-Führer beim Verein Kulttouren, sieht dadurch einen praktischen und einen ästhetischen Vorteil auf sich zukommen. Die Steinerne Brücke ist eine der Hauptattraktionen der Stadt und für viele Touristen ein Muss. Sie war aber durch die Baustelle seit Jahren nicht komplett zu sehen. Deswegen hat Buck den Teilnehmern seiner Führungen unzählige Male die Notwendigkeit der Sanierung erklärt. Um den Touristen dennoch einen Eindruck von dem Bauwerk zu vermitteln, hat er stets Fotos einstecken, auf denen die Brücke ohne Gerüstaufbauten zu sehen ist. Zudem freut er sich darauf, dass die Brücke endlich wieder in ihrer vollen Breite zu nutzen ist. „Auf dem Behelfssteg kann es eng werden“, sagt Buck. So geht es auch einer Anwohnerin, die die Steinerne Brücke jeden Tag mehrfach passiert: „Der Behelfssteg kann zum Nadelöhr werden. Gerade an sonnigen Sommerwochenenden, wenn viel in der Altstadt los ist und die Touristengruppen über die Brücke geführt werden.“

Hier sehen Sie ein Video zur Steinernen Brücke.

Die Steinerne Brücke in Zahlen

Am Donauufer liegen die ehemaligen Bodenplatten der Brücke. Foto: Haala

Bis es soweit ist, müssen die Arbeiter im Inneren des Bauzelts ein riesiges Puzzle vollenden, das sich über vier Brückenbögen erstreckt. Gerade wird beispielsweise die Brüstung erneuert. Jeder einzelne dieser riesigen Granitquader ist eine Maßanfertigung, die sich nur an der vorhergesehenen Stelle nahtlos in das Bauwerk einfügen lässt. Unter den Brückenbögen und an den Brückenfronten erneuern sie das Bauwerk Stein für Stein. Dann wird auch das letzte Stück Kopfsteinpflaster verschwinden und durch einen Belag aus Granitplatten ersetzt. Darunter befindet sich eine Stahlbetonplatte, mit der die Brücke für den Autoverkehr verstärkt wurde. Auch sie kommt weg. „Autos sollen auf der Brücke nicht mehr fahren. Deswegen braucht es das nicht mehr“, sagt Bächer. Ist das alles erledigt, kann die Brücke für Radfahrer und Fußgänger freigegeben werden.

Hier finden Sie eine Bildergalerie vom Umbau des Behelfsstegs.

Steinerne Brücke: Umbau des Behelfsstegs

Große Brückenparty im Frühling

Unter dem Brückenbogen Foto: Haala

Ob das Bruckmandl noch in diesem Jahr oder erst im Frühjahr auf seinen Platz zurückkehrt, ist im Moment noch unklar. Denn zuletzt folgt noch die Sanierung der Brückenfüße. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, kommt das Mandl zurück.

Ist die Baustelle aufgeräumt, soll es außerdem ein großes Fest auf der Brücke geben, mit dem die Stadt und die Regensburger feiern, dass das Wahrzeichen nun wieder in voller Schönheit erstrahlt. Bis dahin aber müssen sich die Regensburger nun doch wieder ein bisschen gedulden. Je nach Witterung soll die große Brückenparty im kommenden Frühjahr steigen.

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