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Regensburg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 4

Einbruch

Doherty: „Ich war dabei, aber ich war's nicht“

Vor seiner Vernehmung durch die Kripo legte der Skandalrocker ein Teilgeständnis ab – auf seine Art: vor laufender Kamera.
von Helmut Wanner, Marianne Sperb und Josef Pöllmann, MZ

  • Scherben eines kaputten Schaufensters liegen am Mittwoch in Regensburg in der Auslage eines Plattenladens, in den am Dienstag eingebrochen wurde.
  • Pete Doherty: Eine Zeugin sagt, er war an einem Einbruch beteiligt. Archivfoto: dpa
  • Pete Doherty: Eine Zeugin sagt, er war an einem Einbruch beteiligt. Archivfoto: dpa

Regensburg.Isolde von Reusner von „Shadillac“ konnte am Mittwochmittag schon wieder die positiven Seiten des Einbruchs in den Plattenladen in der Kramgasse sehen, von Reusner: „Pete Doherty hat sich gedacht, eh, cooler Laden, den mach ich jetzt berühmt!“ In der Tat: „Shadillac“ wurde so mit einem Schlag weltberühmt. Der Platten und CD-Laden war heute voll mit deutschen Kamerateams, die über den neuen Skandal des Skandalrockers berichteten. Unter anderem nahmen Sat 1 und ARD die zerbrochene Schaufensterscheibe des Ladens auf und sammelten O-Töne über den Kriminalfall (250 Euro Diebstahlsschaden, 2000 Euro Sachschaden), der es ohne ihn nur in den Regensburger Polizeibericht geschafft hätte. Den großen Coup aber hat heute morgen ein privates Videoteam gelandet. Ein Kamera-Mann von Sat 1 berichtete vom Erfolg seines Kollegen: „Sein Geständnis lief schon im Fernsehen. Er hat gesagt, ich war dabei, aber ich war’s nicht. Dabei hat er sich mit dem Finger an der Nase gekratzt.“ Das Fernseh-Team hatte ihn erwischt, als er am Mittwochmorgen sein Hotel, das „Achat“ am Altdorferplatz, verließ. Noch vor seinem Date mit der Polizei sprach Doherty in eine laufende Kamera. So ein Verhalten nennt man „cool“.

Wie berichtet, hatte eine Zeugin den Musiker, der bis heute im Rokokoschloss des Barons Hoenning O’Carroll, Sünching, für Filmaufnahmen vor der Kamera steht, eindeutig erkannt.

Am heutigen Mittwochnachmittag wird der Musiker an einem geheim gehaltenen Ort von Beamten des Kommissariats 2, Eigentumsdelikte, befragt. Dann muss er auch seine Begleiter nennen. Zum Dolmetschen der Aussage des Briten ist nach MZ-Informationen das Regensburger Übersetzungsbüro Freiherr Karl von Teuffenbach engagiert.

Eine Durchsuchung des Hotelzimmers am Dienstagabend hatte keine weiteren Erkenntnisse gebracht. Mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss hatten Beamte Dohertys Zimmer in einem Regensburger Hotel nach Diebesgut durchgekämmt – ohne Erfolg.

Es war die Nacht zum Dienstag, in der es in der Altstadt zu dem Vorfall gekommen war, über den mittlerweile europaweit berichtet wird: Eine junge Regensburgerin geht gegen drei Uhr nach Hause. In der engen Kramgasse sieht sie drei junge Männer vor sich, alle drei offensichtlich betrunken. Die Frau hört, wie die Kumpels Englisch miteinander sprechen. Als sie an dem Trio vorbei geht, weicht ihr der Mann in der Mitte aus – sie sieht in sein Gesicht: „Das war Doherty, ich hab’ ihn ganz klar erkannt“, erzählt die Zeugin. Die Frau geht weiter, als sie hinter sich ein Klirren hört: Sie dreht sich um und sieht, wie sich einer der drei Männer in das Schaufenster eines Plattenladens beugt. Die Regensburgerin ruft kurze Zeit später von ihrer Wohnung aus die Polizei.

Polizeisprecher Michael Rebele bestätigte schon am Dienstag den Einbruch: Eine Gitarre wurde gestohlen. Es war eine schwarze Akkustik-Gitarre der Marke Ibanez (Wert 250 Euro).

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