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Einsatz

Donaustauf: Leiche war männlich

Seit einer Woche wird ein 17-Jähriger vermisst. Nun wurde ein Toter bei Donaustauf gefunden. Bald könnte Klarheit herrschen.
Von Mario Geisenhanslüke, Micha Matthes und Julia Weidner, MZ

Bei Donaustauf wurde eine Leiche entdeckt. Ob ein Zusammenhang mit dem seit 29. August vermissten 17-Jährigen besteht, kann die Polizei noch nicht sagen. Foto: mt

Regensburg.Der Leichnam, der am Dienstagnachmittag von einem Spaziergänger am Donauufer bei Donaustauf gefunden wurde, konnte auch am Mittwoch nicht identifiziert werden. „Der Zustand und die Verschmutzung des Leichnams lässt bislang keine Identifikation zu“, erklärt Peter Merold, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, im Gespräch mit unserem Medienhaus. Der Spaziergänger entdeckte die Leiche gegen 14.30 Uhr und alarmierte umgehend die Polizei. Der Tote wurde daraufhin von der Feuerwehr geborgen. Nach ersten Erkenntnissen ergaben sich laut Polizei keine Hinweise, die auf eine Gewalteinwirkung auf den Mann hindeuten. Ob es sich um den seit einer Woche vermissten 17-Jährigen handelt, ist noch unklar. Der Sprecher der Polizei kann bisher nur bestätigen, dass die gefundene Leiche männlich ist. „Auch wir hatten gehofft, dass heute Klarheit herrscht“, sagt Merold am Mittwochnachmittag. Jetzt werde die Obduktion am Donnerstagmittag abgewartet.

Am 29. August war der 17-jährige Asylbewerber im Bereich des Traditionsgasthauses „Wurstkuchl“ offenbar aus Unachtsamkeit in die Donau gestürzt und kurz danach untergegangen. Laut den Angaben der Polizei handelte es sich dabei um einen Unfall. Der Mann war mit einer Gruppe von Personen an der Wurstkuchl vorbeigelaufen, um am Donaukai links Richtung Steinerne Brücke abzubiegen. Dabei sei der 17-Jährige wohl einfach geradeaus weitergelaufen und in die Donau gestürzt – offenbar, weil er von seinem Mobiltelefon abgelenkt war.

Ein 17-Jähriger war am 29. August an der Donaupromenade bei der „Wurstkuchl“ in den Fluss gestürzt. Foto: mt

Anderen Berichten, wonach die Jugendlichen auf der Mauer gesessen hätten, widersprach die Polizei. Außerdem hatte ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage unseres Medienhauses bestätigt, dass der 17-Jährige laut den Angaben seines Bruders offenbar Nichtschwimmer ist.

Die sofort eingeleiteten Suchmaßnahmen von DLRG, Wasserwacht und Feuerwehr hatten für großes Aufsehen in Regensburg gesorgt, blieben in der Nacht zum Mittwoch aber ohne Erfolg. Bei der Steinernen Brücke sei die Donau besonders gefährlich, hatte DLRG-Einsatzleiter Maximilian Naumann gegenüber unserer Zeitung bestätigt. „Dort hat der Fluss eine erhöhte Fließgeschwindigkeit. Außerdem gibt es in dem Bereich viele Strudel und Untiefen.“

Große Suchaktion in Regensburg

Auch an den Folgetagen verliefen die weiteren Suchaktionen der Polizei – unter anderem mit Booten und einem Hubschrauber – erfolglos. Am Wochenende wollte die Polizeiinspektion Süd „die Hoffnung nicht aufgeben“. Allerdings bestätigte zu diesem Zeitpunkt schon ein Sprecher, dass diese sehr vage sei und man wohl davon ausgehen müsse, den jungen Flüchtling nicht mehr lebend zu finden. Solange von dem Mann weiterhin jede Spur fehlt, laufen die Suchmaßnahmen weiter – allerdings „nicht mehr so intensiv wie bisher“, hatte ein Sprecher am 1. September gesagt.

Im vergangenen April war schon einmal bei Donaustauf eine Frauenleiche gefunden worden. Die Obduktion bestätigte damals, dass es sich um Malina K. handelte, eine knapp drei Wochen lang vermisste Studentin aus Regensburg. Bei der Untersuchung wurden keine äußerlichen Spuren von Gewalt- oder Fremdeinwirkung festgestellt. Malina war wohl in der Donau ertrunken.

Bei Donaustauf wurde im Uferbereich der Donau eine Leiche gefunden. Bislang ist unklar, ob es sich bei der toten Person um den seit einer Woche vermissten 17-Jährigen handelt. Foto: Lex

Eine Spaziergängerin hatte damals die Leiche am Donauufer in Donaustauf entdeckt. Die Polizei ging aufgrund der äußeren Erscheinung und der Bekleidung sehr schnell davon aus, dass es sich um die Leiche der Studentin handelte. Endgültige Gewissheit brachte dann ein DNA-Abgleich. Die Studentin war am 19. März auf dem Heimweg von einer Party verschwunden. Kurz vor 6 Uhr hatte die 20-Jährige noch mit einer Mitbewohnerin telefoniert, um sich nach dem Weg zu erkundigen. Zu diesem Zeitpunkt befand sie sich nach eigenen Angaben im Regensburger Stadtpark. Ihr Handy entdeckte ein Spaziergänger später im wenige Hundert Meter entfernten Herzogspark am Donauufer. Der Fundort der Leiche lag etwa zehn Kilometer flussabwärts.

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