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Regensburg
Freitag, 19. Januar 2018 4

Kultur

Doppelte Vermietung bringt Probleme

„Kein Auskommen mit dem Einkommen“ wartete lange auf seine Premiere. Nun wird es vom Regensburger Bauerntheater aufgeführt.
Von Ralf Strasser

Weil es seine Rente aufbessern will, gerät ein Ehepaar in einen Zwist mit seinen Nachbarn. Foto: Dean Prather

Regensburg.Was haben eine alte Balkontür, ein Nachttischkasterl und Heidi Kabel mit dem Bauerntheater in Regensburg zu tun? Sehr viel. Denn seit zehn Jahren liegt das Stück „Kein Auskommen mit dem Einkommen“ neben dem Bett von Theaterleiter Andreas Kirner und wartet auf seine Premiere auf der Traditionsbühne.

„Was mich, neben der ewigen Suche nach der besten Besetzung, bisher dran gehindert hat, war, dass das Stück auf der Bühne einen Balkon mit Balkontüre braucht und das ist schon ein bisserl mehr Aufwand für den Bühnenbau als sonst“, sagt Theaterleiter Kirner. „Die passende, stilgerechte, Balkontür haben wir jetzt in Laaber gefunden und die Idealbesetzung auch.“

Die Rente reicht einfach nicht

Der Weg war also frei, zumal Kirner eine heimliche Schwäche für das Ohnsorg-Theater mit Heidi Kabel hat, die das Stück in den 60er Jahren gespielt hat. Die Premiere findet am Samstag, 27. Januar, statt.

Darum geht es: Beim Ehepaar Niederl reicht die Rente hinten und vorne nicht, also beschließen sie, ein Zimmer zu vermieten. Karl (Erwin Mosch-Mayer) hätte gerne eine Frau als Untermieterin, seine Frau Erna (Irene Helgert) dagegen zieht einen jungen Mann vor. Durch Zufall vermietet jeder der beiden das Zimmer in Abwesenheit des anderen. Karl an die hübsche Lisa (Daniela Hofmeister), seine Frau an den attraktiven Klaus (Hubert Kölbl).

Ende Januar findet die Premiere statt. Foto: Strasser

Von den doppelten Einnahmen begeistert, belässt es das Ehepaar dabei und nimmt beide auf. Theoretisch sollte das funktionieren, denn der Untermieter schläft am Tag und arbeitet nachts und die Frau hat einen entgegengesetzten Lebensrhythmus. Hauptsache, Lisa und Klaus begegnen sich nicht, denn die Mieter wissen nichts von der schichtweisen Vermietung.

Dass das aber nicht so einfach zu organisieren ist, sehen Karl und Erna schon bald. Neben den üblichen Streitereien mit der oberen Nachbarin Amalie Klein (Cathrina Kirner) und deren leidgeplagtem Ehemann Fritz (Andreas Kirner) geht die Sache mit der Doppelvermietung für die Niederls aber eine Weile gut. Vertrackt wird es erst, als Lisas Mutter (Doris Somogyi) und der Vater von Klaus (Thomas Leibig) auftauchen oder die Chefin von Lisa, Frau Bollmann (Claudia Prather) zu Besuch kommt, als Klaus noch im Bett liegt. Denn damit beginnen die Turbulenzen erst richtig.

Feilen bis zur letzten Minute

Soweit das gestrickte Grundgerüst, das Kirner als lustig und turbulent beschreibt und Erwin Mosch-Mayer als eine „fetzen Gaudi“ zusammenfasst. Bevor sich jedoch der Premierenvorhang am 27. Januar mit den „Laabertaler Musikanten“ im Theatersaal der Kneitinger Hubertushöhe hebt, hat er noch ein paar Hürden gesetzt: die Proben. Bis zur letzten Minute wird gefeilt – präzise, mit Disziplin und mit noch mehr Humor. An Dialogen, Pointen und Mimik müssen die Schauspieler auch noch arbeiten. Dann kann es losgehen, mit einer Komödie, die alles mitbringt, was einen echten Lachschlager ausmacht – „vor allem, weil die Idee, ein Zimmer doppelt zu vermieten, einfach wunderbar ist“, wie der Theaterleiter, Regisseur und Darsteller bemerkt.

Das heitere Spiel um das verflixte Einkommen stammt aus den 50er Jahren, wurde mit Heinz Drachen und Helen Vita verfilmt und vom Ohnesorg-Theater ins Fernsehen gebracht. Und jetzt ist es im Bauerntheater Regensburg zu sehen, und das kann wieder mit einer Top-Besetzung aufwarten.

Neben Andreas Kirner, Thomas Leibig, Hubert Kölbl, der sich langsam als Vielspieler im Spitzenensemble integriert, Daniela Hofmeister, Claudia Prater und Erwin Mosch-Mayer wird Irene Helgert als Idealbesetzung brillieren. Mit dabei ist auch Doris Somogyi, die gleich in Mehrfachfunktion als Einlassdame, Souffleuse und Darstellerin das Bayerntheater vertritt und als „große Stütze“ gar nicht mehr wegzudenken ist. Theaterchefin Cathrina Kirner ist mit von der Partie, allerdings eher stimmlich. Die Bühne steht, die Schauspieler sind motiviert, der Premierenvorhang kann sich heben.

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Das Theater ist das Ventil, das er braucht: Der Leiter des Regenburger Bauerntheaters, Andreas Kirner, spricht im MZ-Interview über seine Leidenschaft, seine Familie und seinen Job

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