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Bauen

Durchbruch für den Stobäusplatz?

Ein Münchner Investor meint es ernst mit einem Bauvorhaben auf der „historischen“ Brache. Dort sollen zwei Hotels und 100 Wohneinheiten entstehen.
Von Norbert Lösch, MZ

  • Unterschiedliche Gebäudehöhen, zwei kleine Plätze und ein begrünter Innenhof: So stellt sich die geplante Bebauung des Stobäusplatzes von Westen dar. Animation: Technopark/PSP Architekten Berlin
  • Seit Jahrzehnten eine Brache in Bestlage: der Stobäusplatz. Archivfoto: Lex

Regensburg.„Mutige Formen für den Stobäusplatz“, „Stobäusplatz soll eine Oase werden“, „Große Pläne für den Stobäusplatz“, „Neuer Anlauf am Stobäusplatz“, „Stobäusplatz wird bald Großbaustelle“ – alles Schlagzeilen aus der MZ aus den letzten vier Jahren. Schon viel länger, seit Oktober 1993, existiert ein Bebauungsplan für das Dreieck zwischen Weißenburg-, Landshuter und Greflingerstraße. Passiert ist dort seitdem nichts, zumindest nichts Sichtbares. Das verkehrsumtoste, aber durch die Innenstadtnähe durchaus attraktive Areal mit 8000 Quadratmetern ist nach wie vor eine Brache. Jetzt erscheint der Durchbruch greifbar.

Am Dienstag befasste sich der Stadtplanungsausschuss mit einem Vorbescheids-Antrag der Technopark-Grundstücksverwaltung in Grasbrunn bei München. Der vom Gestaltungsbeirat bereits befürwortete Entwurf sieht zwei Hotels mit jeweils etwa 120 Zimmern samt dazugehörigen Gastronomie- und Konferenzbereichen, mehr als 100 Wohneinheiten sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss vor. Eine zweigeschossige Tiefgarage soll fast 300 Autos aufnehmen können.

Positives Feedback der Stadt

Andreas Aigner von Technopark wollte sich am Dienstag gegenüber der MZ nicht auf eine genaue Zahl von Wohnungen festlegen. „Vorgesehen ist ein Mix aus großen und kleinen Einheiten, von der Vier-Zimmer-Wohnung bis zum Appartement. Die endgültige Nutzung hängt auch von der entsprechenden Nachfrage ab“, so Aigner.

Das Konzept weicht in Details vom gültigen Bebauungsplan ab. Um es realisieren zu können, braucht der Investor entsprechende Befreiungen, die vom Bauordnungsamt bereits signalisiert wurden. „Alle unsere Fragen zu diesem Thema sind positiv beantwortet worden“, freut sich Aigner. Das setzte sich auch im Planungsausschuss fort: Einstimmig votierten die Mitglieder für die Erteilung des gewünschten Vorbescheids. Zuvor müssen Stadt und Investor allerdings noch einen Erschließungsvertrag abschließen, was als Formsache gilt.

„Endlich geht was vorwärts am Stobäusplatz“: Mit diesem „Seufzer“ eröffnete OB Joachim Wolbergs die Diskussion um den Vorbescheids-Antrag. Sprecher aller Fraktionen begrüßten das Bauvorhaben und lobten die Hartnäckigkeit, mit der der Investor, aber auch die städtischen Ämter das Projekt vorangetrieben hätten. SPD-Fraktionschef Norbert Hartl verwies auf mehrere gescheiterte Bauvorhaben und sah aktuell die Lärmschutzproblematik „gut gelöst“. „Hut ab vor dem Bauherrn, der das Projekt an schwieriger Stelle realisiert“, so Hartl. Hermann Vanino sagte für die CSU-Fraktion, man hoffe, „dass der jetzige Investor einen ausreichend langen Atem hat“. Irmgard Freihoffer (Die Linke) freute sich über ein „deutlich besseres Konzept als das ,UFO‘ der letzten Bauvoranfrage“.

FW-Stadtrat Günther Riepl wiederholte einen Antrag, den er schon vor gut 20 Jahren bei der Aufstellung des Bebauungsplans gestellt hatte: Die vor allem vom Individualverkehr wenig genutzte Spange der Landshuter Straße zwischen der Weißenburg- und der Greflinger Straße (stadteinwärts) ist aus seiner Sicht verzichtbar und sollte zugunsten einer verkehrsberuhigten Anbindung an die Bebauung im Süden aufgelassen werden. Für die stadteinwärts fahrenden Busse sollte in der Greflinger Straße eine eigene Spur geschaffen werden. Diesem Vorschlag, den die Verwaltung im Genehmigungsverfahren erneut prüfen will, konnten einige Ausschussmitglieder durchaus etwas abgewinnen. Der OB ist allerdings skeptisch, was eine neue Verkehrsführung angeht: „Das wird schwierig, insbesondere was den ÖPNV betrifft.“

Siegerentwürfe nie verwirklicht

Pleiten, Pech und Pannen kennzeichnen die von der Stadt immer herbeigesehnte bauliche Nutzung des Platzes, der früher auch als möglicher Standort für die Stadthalle gehandelt worden war. Schon Anfang der 90er-Jahre hatte es einen Architektenwettbewerb gegeben. Der Sieger-Entwurf wurde nie verwirklicht: Der Investor wurde insolvent.

Die Zukunft des Stobäusplatzes schien zuletzt im März 2011 klar: Technopark wollte auf dem Areal den Sieger-Entwurf eines weiteren Wettbewerbs realisieren: einen rasanten, futuristisch geformten Block. Umgesetzt wurde er nicht: Den Münchner Investoren war es nach dem Wettbewerb nicht gelungen, Ankermieter für ihr Konzept zu finden. Nach eineinhalb Jahren Marktforschung und erfolgloser Partnersuche gaben sie auf. Zwischenzeitlich spielten sie sogar mit dem Gedanken, das Grundstück ganz aufgeben zu wollen. Jetzt wollen sie die Mischung aus Wohnen und Hotels – zusammen mit der Mercure-Kette – doch noch realisieren.

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