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Regensburg
Dienstag, 31. Mai 2016 23° 5

Hochschule

Ein Neubau im Herzen des Campus

Die OTH Regensburg feierte Richtfest für die Fakultät Informatik. Schwierige Bodenarbeiten verzögerten den Baubeginn.
Von Louisa Knobloch, MZ

28,8 Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern in den Neubau der Fakultät Informatik und Mathematik an der OTH Regensburg. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert. Foto: Ronja Bischof

Regensburg.Ein wenig müssen sich die Dozenten und Studenten noch gedulden: Ende 2017 soll das neue Gebäude für die Fakultät Informatik und Mathematik an der OTH Regensburg fertig sein. „Mit dem Neubau rückt die Fakultät stärker ins Zentrum des Campus und damit ins Herz unserer Hochschule“, betonte OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier beim Richtfest am Mittwoch. Denn seit 1988 sind Informatik und Mathematik – eigentlich als Übergangslösung – im Sammelgebäude der Universität Regensburg untergebracht. Dass den Fächern eine zentralere Rolle zukommt, zeigen die Zahlen: Mit über 1700 Studenten sei es die größte Fakultät ihrer Art an allen bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaft, sagte Baier.

Baugrund sorgte für Verzögerung

Auch Bau-Staatssekretär Gerhard Eck bezeichnete den Neubau angesichts steigender Studentenzahlen und aktueller Themen wie des „Megatrends“ Digitalisierung als „dringendes Anliegen“. Mit einem Gesamtvolumen von 28,8 Millionen Euro für den Neubau investiere der Freistaat kräftig in den Hochschulstandort Regensburg: „Wir bauen Zukunft“, so Eck. Besonders bedankte sich der Staatssekretär bei den Planern und Bauhandwerkern für die „ausgezeichnete Arbeit“.

Feierten das Richtfest an der OTH Regensburg: Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, OTH-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier, Jürgen Mistol, Astrid Freudenstein, Staatssekretär Gerhard Eck, Leitender Baudirektor Hans Weber und die Bereichsleiterin Hochschulbau Claudia Zirra Foto: Ronja Bischof

Die verlief nicht ganz unproblematisch: „Aufgrund des schwierigen Baugrunds konnten wir keine einfache Gründung wählen“, erläuterte Peter Krauße vom Staatlichen Bauamt Regensburg. Aufwendige Voruntersuchungen waren nötig und so verging über ein Jahr zwischen dem symbolischen Spatenstich am 7. Juni 2013 und dem eigentlichen Baubeginn im Dezember 2014. Durch parallel verlaufende Planungen sei der Zeitverlust zum Teil kompensiert worden, sagte die neue Bereichsleiterin für den Hochschulbau, Claudia Zirra. Allerdings wurde der Neubau rund zweieinhalb Millionen Euro teurer: Ursprünglich waren Gesamtkosten von 26,3 Millionen Euro eingeplant.

„Ruhiges Haus mit viel Stabilität“

Entworfen wurde das Gebäude vom Architekturbüro Atelier 30 aus Kassel, das sich in einem Wettbewerb durchgesetzt hatte. Besonders der gestaffelte Baukörper und die versetzt angeordneten Innenhöfe hatten die Jury überzeugt. Die Fassade wird mit einer Sichtbetonvorsatzschale verblendet, das Erdgeschoss erhält eine Glasfassade. Das dadurch lichtdurchflutete, große Foyer könne für Veranstaltungen genutzt werden, sagte Krauße. Das Gebäude mache einen sehr freundlichen Eindruck, fand Prof. Dr. Thomas Waas, der Dekan der Fakultät Informatik und Mathematik. Von der Wirkung her werde es „ein ganz ruhiges Haus mit sehr viel Stabilität“, beschrieb es Architekt Thomas Fischer, Geschäftsführer des Atelier 30. Im Erdgeschoss sind unter anderem zwölf Seminar- und Vorlesungsräume untergebracht, dazu ein großer, gestufter Hörsaal für bis zu 120 Personen. Mit Sichtbeton an den Wänden und einem Gestühl aus Eichenholz werde dieser Hörsaal ein „sehr archaischer Raum“, sagte Fischer. Die beiden oberen Stockwerke bieten Platz für Arbeits- und Laborräume sowie Büros.

Mehr Bilder vom Richtfest sehen Sie in unserer Fotostrecke:

Richtfest an der OTH Regensburg

Hochschulen vor Ort zu haben, sei ein besonderer Standortfaktor, betonte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Mit dem Technologie-Campus, der gegenüber von der OTH entsteht, und vor allem dem dortigen Innovationszentrum Tech-Base wolle man Wirtschaft und Wissenschaft künftig noch besser vernetzen, so Wolbergs.

Nicht zuletzt ist der Neubau auch ein weiterer Schritt auf dem Weg, alle Hochschuleinrichtungen auf einem Campus zusammenzuführen. Mit der Fakultät Architektur, die sich im Osten anschließen soll, und der Verwaltung sind zwei weitere Baumaßnahmen in Planung. „Wir hoffen, dass wir diese Gebäude noch in diesem Jahrzehnt beziehen können“, sagte Baier.

Bauprojekte an der Hochschule

  • Fakultät Informatik und Mathematik:

    Das dreigeschossige Gebäude verfügt über 5100 Quadratmeter Nutzfläche. Baubeginn war im Dezember 2014, die Fertigstellung ist für Ende 2017 geplant. Die Gesamtkosten für den Neubau liegen bei 28,8 Millionen Euro.

  • Haus der Technik:

    Der Neubau mit vier Baukörpern bietet auf rund 6200 Quadratmetern Nutzfläche Raum für Hörsäle, Seminarräume und Labore. Ab dem Wintersemester 2016/17 soll er die Fakultäten Bauingenieurwesen und Allgemeinwissenschaften sowie die Studiengänge Biomedical Engineering, Gebäudeklimatik und Regenerative Energien beherbergen. Rund 33,7 Millionen Euro wurden hier investiert.

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