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Regensburg
Samstag, 22. Juli 2017 30° 2

Stadt

Eine Bank sorgt für Kopfschütteln

Die Regensburger Altstadt bekommt neue Sitzgelegenheiten. Lässt man sich auf einer davon nieder, blickt man auf eine Wand.
von Mario Geisenhanslüke, MZ

Die Platzierung dieser Bank am Georgenplatz stößt bei vielen Regensburgern auf Unverständnis. Foto: Geisenhanslüke

Regensburg.Zwei Bäumchen, ein Fenster und vor allem: ganz viel weiße Hauswand. Diesen Blick haben Regensburger und Touristen aktuell, wenn sie sich auf eine der neuen Bänke am Georgenplatz setzen. Aus dem Café vor Ort ist zu erfahren: Dort sitze vielleicht ein Mal pro Woche jemand – und auch nur, wenn alle anderen Bänke besetzt seien. Schließlich wolle niemand auf eine Wand schauen.

Die Bank ohne Ausblick am Georgenplatz ist nur eine von vieren. Sie gehört – mit Mülleimern, neuen Bäumen und Fahrradständern – zum Vorhaben der Stadt Regensburg, die Innenstadt neu zu möblieren. Rund eine halbe Million Euro wird die Stadt alleine in diesem Jahr für die erste Phase des neuen Möblierungskonzepts für die Altstadt ausgeben. Insgesamt 54 Bänke und 13 neue Bäume sollen die Aufenthaltsqualität verbessern.

Im August geht es richtig los

Hier genießen schon viele den Blick. Foto: Stadt Regensburg / Peter Ferstl

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte Dagmar Obermeier-Kundel aus der städtischen Pressestelle mit: „Ab August 2017 beginnt der Einbau der neuen Stadtbänke sowie weiterer Abfallbehälter und Fahrradabstellbügel für den sogenannten Spaziergang 1.“ Dieser führe vom Georgenplatz über den Kohlenmarkt und Haidplatz weiter zum Bismarckplatz und von dort über die Gesandtenstraße zum Gutenbergplatz und Neupfarrplatz sowie weiter zum Domplatz und Altdorferplatz, um am Dachauplatz zu enden. 27 Bänke – mal mit und mal ohne Lehne – sollen montiert werden.

Eine Videoumfrage zum Thema sehen Sie hier:

Videoumfrage zu den neuen Bänken in Regensburg Video: MZ

Bis alles fertig ist, wird es allerdings noch dauern. Denn obwohl der Stadtplanungsausschuss des Stadtrats schon im März grünes Licht gegeben hatte, waren teilweise europaweite Ausschreibungen nötig. Für die neuen Bäume sind laut Auskunft der Stadt außerdem aufwendige Tiefbauarbeiten und das Verlegen von Leitungen nötig. Daher könnten die Bäume voraussichtlich im Frühjahr 2018 gepflanzt und dann auch die letzten Bänke aufgestellt werden.

Viele Regensburger scheinen es jedenfalls zu begrüßen, dass es künftig mehr Sitzmöglichkeiten außerhalb von Bars und Cafes geben wird. „Ich finde es gut und praktisch“ oder „Ich finde es super, dass man sich einfach mal hinsetzen kann“ bekommt man zu hören, wenn man nach den neuen Bänken fragt. Lediglich bei der Bewertung des Designs – nicht nur der bunten, provisorischen Möbel – sind die Regensburger zwiegespalten.

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Die Stadt Regensburg in Person von Dagmar Obermeier-Kundel spricht derweil von „durchweg positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung“. Zwar würden die Bänke am Georgenplatz, dessen Umgestaltung weitgehend abgeschlossen sei, noch nicht so stark genutzt. Dies liege aber wohl auch an den laufenden Bauarbeiten für das Museum der bayerischen Geschichte. Die dauerhaften Bänke am Brückenbasar in Stadtamhof und die lange Bank am Karavan-Denkmal würden aber schon intensiv genutzt. Das gleiche gelte für die aktuell noch übergangsweise möblierten Standorte in der Altstadt: Kassians-platz, Domplatz und Stadtamhof.

Die Sondermöbel spalten weiter

Die Umgestaltung des Georgenplatzes ist eigentlich abgeschlossen. Foto: Geisenhanslüke

Die ganze Bandbreite an Meinungen gibt es noch immer im Hinblick auf die bunten Sondermöbel. Solche stehen aktuell noch an der Wurstkuchl, am Neupfarrplatz, am Gutenbergplatz und am Bismarckplatz. Für Bauarbeiten oder kommende Veranstaltungen wie das Bürgerfest müssen die Sondermöbel, die bisher am Kohlenmarkt, am Domplatz, am Haidplatz und am Dachauplatz stehen, umgestellt werden. Sie werden dann unter anderem am Alleenring, am Donauufer am Villapark oder Stadtamhof zu finden sein. Dagmar Obermeier-Kunde meint jedoch: „Das innovative Design wurde anfänglich von einigen Bürgerinnen und Bürgern kritisch gesehen. Insgesamt überwiegen aber positive Rückmeldungen.“

Wenn dann Ende des Jahres oder spätestens Anfang 2018 alle Bänke und Bäume der ersten Phase stehen, geht es weiter. In den nächsten Planungsschritten, so die Stadt, solle bis zum Jahr 2020 entlang weiterer Spazierrouten innerhalb der Altstadt und in den entsprechenden Grünflächen die Möblierung ergänzt werden.

Und die Möblierung am Georgenplatz samt der Bank, die auf eine Wand starrt? Die Umgestaltung sei eigentlich abgeschlossen. Außerdem, so erklärt es Dagmar Obermeier-Kundel, sollen die Bänke im Kronenbereich der Bäume stehen, damit man im Schatten sitzen könne. Außerdem sei das starke Gefälle ein Grund für die aktuelle Gruppierung der Bänke. Allerdings sagt Obermeier-Kundel auch: „Es wird jedoch geprüft, ob die (...) angesprochene Bank in ihrer Ausrichtung geändert werden kann.“

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