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Regensburg
Montag, 11. Dezember 2017 4

Entwicklung

Eine Flaniermeile für 13 Millionen Euro

Die Stadtratsgremien geben grünes Licht für den Umbau der Promenade am Regensburger Donaumarkt. In vier Jahren soll alles fertig sein.
Von Norbert Lösch, MZ

  • Eine ganz neue Aufenthaltsqualität zwischen der Donau und dem neuen Landesmuseum schaffen – das ist das Ziel der Neugestaltung des Donaumarkts. In vier Jahren soll es dort so aussehen wie auf dieser Grafik.Animation: Stöbo/Cisca Bogman & Oliver Störmer
  • Fußweg, begrünte Böschung, dahinter die Baustelle Donaumarkt: So sieht der Bereich zwischen Donaulände und Eiserner Brücke heute aus. Foto: Lösch

Regensburg.Die Zustimmung des Stadtrats in seiner Sitzung am Donnerstag dürfte nur noch Formsache sein: In den nächsten vier Jahren soll das Donauufer zwischen Donaulände und Eiserner Brücke zu einer attraktiven Flaniermeile mit hoher Aufenthaltsqualität werden. Der Stadtplanungsausschuss hat am Dienstag schon mal grünes Licht für die Umsetzung der Pläne gegeben. Damit beginnt nach einer langen Planungsphase samt aufwendiger Bürgerbeteiligung die Realisierung des insgesamt mehr als 13 Millionen teuren Projekts.

Die Neugestaltung des Donaumarkts steht in engem Kontext mit dem Bau des Museums der Bayerischen Geschichte, den der Ministerrat am 17. Mai 2011 beschlossen hatte. Teil einer Vereinbarung über die Bebauung des Donaumarkts zwischen dem Freistaat und der Stadt ist etwa die Verpflichtung der Stadt, einen Hochwasserschutz für die Gebäude an der Donaulände, insbesondere für den Österreicher Stadel, zu errichten.

Umbau von Gassen und Plätzen

Der Stadel, später als Depot für das neue Landesmuseum vorgesehen, markiert die östliche Grenze des Planungsgebiets, die Auffahrtsrampe zur Eisernen Brücke stellt die westliche Grenze dar. Allein die Hochwasserschutzmaßnahmen verschlingen laut der Kostenschätzung 800000 Euro. Kostspielig werden auch die Sanierung beziehungsweise der Umbau der Gassen zwischen Ostengasse und Donaumarkt (Trunzer-, Klostermeyer- und Gichtlgasse) sowie des St. Georgen- und des Schwanenplatzes.

Das Kernstück der Flaniermeile, die Promenade am Donauufer, ist mit fast fünf Millionen Euro veranschlagt. Dafür wird nicht nur das Stadtbild an dieser exponierten Stelle erheblich aufgewertet. Eine große Freitreppe, die zu einem dreiseitig umschlossenen Hof vor dem Museum führt, sowie alleenartig gepflanzte Baumreihen sollen später eine Aufenthaltsqualität bieten, die es so an dieser Stelle noch nie gegeben hat.

Ob der Hof vor dem Museum tatsächlich wie vorgesehen mit einem „grünen Quadrat“ aus neun Robinien gestaltet werden oder eine „bespielbare“ Freifläche bleiben soll, war einer der strittigen Diskussionsbeiträge in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses. SPD-Fraktionschef Norbert Hartl stellte unmissverständlich fest: „Wir wollen diese Bäume nicht.“ Die Stadtplaner wollen allerdings daran festhalten, weil das Karree Teil einer für sie stimmigen Grünplanung ist. Wo Kai- und Stützmauern und breite Promenaden auf zwei Ebenen das Bild prägen werden, müsse auch das Grün zu seinem Recht kommen. Da die Zeit nicht drängt, sich auf dieses Detail festzulegen, sagte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs zu, die gegensätzlichen Interessen und Argumente noch einmal abzuwägen.

Kein Verständnis für eine neue Diskussion im Detail hatte CSU-Stadtrat Josef Zimmermann. Er zeigte sich „irritiert“ über die Ansätze neuer Debatten. „Der Planungsprozess einschließlich der Bürgerbeteiligung ist abgeschlossen.“ Er forderte, dem Maßnahmenbeschluss wie von der Verwaltung vorgelegt „jetzt endlich abschließend zuzustimmen“.

Das taten die Ausschussmitglieder dann auch. Benedikt Suttner (ÖDP) und Irmgard Freihoffer (Die Linke) verweigerten dem Grundsatzbeschluss, das Areal ab 2015 schrittweise umzugestalten, allerdings ihre Zustimmung. Vor allem Suttner vermisste einen Wettbewerb für die Gestaltung der Freiflächen, wie es ihn für den Museumsbau und das Thema Kunst am Bau sehr wohl gegeben habe. Das hatten seiner Meinung nach zu Recht auch manche Bürger moniert.

Das Kunstwerk ist unumstritten

Dagegen fanden sowohl die Auftragsvergabe für das Kunstwerk „Ein goldener Waller für Regensburg“, das auf der großen Freitreppe platziert werden soll, als auch das Vorhaben, die Sperrung der Durchfahrt zum Unteren Wöhrd über die Eiserne Brücke für Autos beizubehalten, die uneingeschränkte Zustimmung des Ausschusses.

Dass sich die Politik aus der Diskussion über die Kunst am Bau herausgehalten und das Plazet für den goldenen Waller stattdessen einer fachkundig besetzten Jury überlassen hatte, fand der OB besonders erfreulich. „Wenn dieses Thema hier so diskutiert werden würde wie in der Öffentlichkeit, dann könnten wir uns solche Dinge in Zukunft schenken“, sagte Wolbergs.

Die Platzfläche vor dem künftigen Museum soll komplett mit Flossenbürger Granit gepflastert werden. An der Donaulände, die künftig 13 Meter breit sein wird, wird teilweise ausgebautes Großsteinpflaster von der Steinernen Brücke wiederverwendet.

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