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Regensburg
Montag, 29. August 2016 33° 8

Justiz

Erneute Niederlage für Urmann

Der umstrittene Jurist kassiert die nächste Schlappe: Eine Kammer am Landgericht Regensburg wies Urmanns Berufung zurück.

Thomas Urmann gefiel sich als Advokat der Pornoindustrie; nun kassiert er vor Gerichten Niederlage um Niederlage. Foto: Archiv/ altrofoto.de

Regensburg.Vor Gericht erschien weder Thomas Urmann noch einer seiner Verteidiger, als die Berufungskammer um den Vorsitzenden Richter Karl Iglhaut ihre Entscheidung bekannt gab: Thomas Urmann, der als Abmahn-Anwalt zu bundesweiter Bekanntheit gelangt ist, muss auch in diesem Prozess eine Niederlage einstecken. Zuvor versuchte der umstrittene Jurist noch mit Befangenheits- und Ablehnungsanträgen gegen die Kammer vorzugehen, aber am Dienstag war es dann soweit. Das Gericht wies Urmanns Berufung zurück, das Berufungsurteil ließ eine Revision nicht zu. Rechtskräftig ist das Urteil in dieser Sache noch nicht: Urmann kann gegen diese Entscheidung eine Nichtzulassungsbeschwerde einlegen.

Wieder ging es eigentlich um Abmahnungen; wieder gab es Zweifel an der Zulässigkeit: Thomas Urmanns Kanzlei U+ C hatte im Auftrag der inzwischen insolventen KVR Handelsgesellschaft mbH massenhaft Abmahnungen an Betreiber von Online-Shops geschickt – wegen angeblich mangelnder Impressumsangaben und Fehlern in den allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das wollte aber eine Abgemahnte nicht hinnehmen und ging gerichtlich dagegen vor. Sie bekam recht. Im Juli 2013 stufte dann das Regensburger Amtsgericht Urmanns Vorgehen als sittenwidrig ein, seine Gesinnung sei „besonders verwerflich“. Nun ist klar – sofern eine Nichtzulassungsbeschwerde scheitert: Urmann und sein damaliger Mandant Frank Drescher müssen der Abgemahnten Gerichts- und Anwaltskosten erstatten. Diesem Musterprozess könnten weitere Regressforderungen von all denen folgen, die Post von Urmann erhalten hatten.

Im August wurde Thomas Urmann bereits wegen Insolvenzverschleppung und Sozialkassenbetrugs von einem Schöffengericht in Augsburg verurteilt: Der ehemalige Geschäftsführer einer Wurstwarenfabrik erhielt zwei Jahre auf Bewährung.Auch dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte es dann soweit werden, droht ihm ein anwaltgerichtliches Verfahren – und möglicherweise auch der Entzug seiner Lizenz. (pd)

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