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Regensburg
Donnerstag, 29. Juni 2017 27° 2

Platzgestaltung

Europabrunnen wird zum Wasserspiel


Von Heike Haala, MZ

Geht es nach dem Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger, plätschert auf dem Ernst-Reuter-Platz „zeitnah“ eine ebenerdige, begehbare Bodensprenkelanlage. Das sagte Juliane von Roenne-Styra, die Pressesprecherin der Stadt, im MZ-Gespräch. Sie beschreibt ein Wasserspiel, auf dem beispielsweise Kinder spielen können, aus dem Wasserfontänen schießen oder Bachgeplätscher fließen.

1997 hatte der OB dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten Benno Zierer versprochen, mit dem Brunnen eine Würdigung für die Auszeichnung der Stadt mit dem Europapreis zu schaffen. Der Europapreis ist die höchste Auszeichnung, die der Europarat zu vergeben hat. Die Stadt hatte 714.000 Euro für einen Plan und 300.000 Euro für die Brunnenanlage investiert. Doch seit 2003 tut sich baulich nichts mehr an dieser Stelle. Der Bau wurde vor zehn Jahren eingestellt, weil nicht klar war, ob der Platz wegen des geplanten Kongresszentrums auf dem Keplerareal gebraucht werde.

Nun kommt nach fast 16 Jahren Bewegung in die Sache: Der OB hat ein Wasserspiel ins Gespräch gebracht. Die Planungen für die Stadthalle werden sich wohl noch über zehn Jahre hinziehen, sagt Pressesprecherin von Roenne-Styra. Den Bretterverschlag, der die Brunnenanlage momentan verdeckt, will der OB so nicht bis zur Umgestaltung des Platzes stehen lassen. „Deswegen favorisiert er eine günstige Lösung, die einfach realisiert werden kann“, sagt sie.

Zierer ist auf den Entwurf gespannt

Benno Zierer, dem Schaidinger den Brunnen versprochen hat, empfindet es prinzipiell als positiv, dass sich der OB nun einer Lösung annimmt. Zierer hätte ihn dreimal daran erinnert, sagt er im MZ-Gespräch. „Ich möchte nicht, dass die Auszeichnung mit dem Europapreis in Vergessenheit gerät“, sagt er. Auf den Entwurf ist er jetzt schon gespannt. Wenn der Brunnen etwas kleiner ausfalle als bisher geplant, mache ihm das nicht viel aus, aber „mickrig“, das soll der Brunnen nun Bitteschön auch nicht werden.

Stadtrat Jürgen Huber stellte Ende 2011 eine Anfrage im StadtEuropabrunnen wird zum Wasserspielrat mit dem Ziel, dass die Verwaltung über das geplante Vorgehen berichtet. Damals führte er ins Feld, ob es nicht besser sei, einen neuen Wettbewerb auszuloben. Eine Sprenkleranlage wie etwa vor den Regensburg Arcaden sieht er auf dem Ernst-Reuter-Platz aber nicht: „Wenn so etwas kommt, wäre das das Sahnehäubchen auf dem Skandal, ein wahrer Schildbürgerstreich“, sagt der Stadtrat. Huber sieht die Lösung für diesen Fall weiterhin in einem neuen Wettbewerb. Die Situation am Ernst-Reuter-Platz und entlang der Maxstraße bezeichnet er als offene Wunde. Dort sollte seiner Meinung nach der Zugang zur Altstadt entstehen. Den Brunnen nun gesondert zu behandeln, kommt in seinen Augen einem Heftpflaster gleich.

So sieht es auch Jakob Friedl. Egal, wie der Brunnen aussehen wird, ihm wird das Ergebnis auf keinen Fall gefallen. Der Künstler hatte den „Europa-Brunnendeckel“ in den Jahren 2009 und 2010 für einige Projekte genutzt. Er erstellte auf der Anlage Kunstinstallationen. Außerdem organisierte er auf dem Deckel eine Lesung oder ein Konzert. Mit dem Wasserspiel würde für lange Zeit festzementiert, wie der Platz aussehen werde. Er würde sich von der Stadt wünschen, dass sie die Angelegenheit nicht auf Referentenebene angeht, sondern, dass sie die Stelle thematisiert. Ihm schweben ein ganzheitliches Konzept für den Platz oder eine öffentliche Diskussion zu dem Thema vor. Die Lösung des OB kommt ihm reichlich uninspiriert vor.

RKK-Planungen mit neuer Richtung

Der Grund dafür, dass Bewegung in die Sache kommt, ist laut von Roenne-Styra auch, dass die Fläche, auf der das Wasserspiel entstehen soll, nicht so für die Kongresshalle gebraucht werde, wie es einst vorgesehen war. Deswegen könnte die Anlage nicht nur eine Übergangs-, sondern eine Dauerlösung für die Stelle sein.

Eigentlich war an dieser Stelle ein ehrgeiziges Projekt im Zuge der Umgestaltung der Maximilianstraße geplant. Ein großer Würfel sollte dort einen Akzent setzen. Es war geplant, dass diese Figur sich in der Maximilianstraße wiederholt. Doch da die Umgestaltung zur Prachtmeile so nie stattgefunden hat, mache der Würfel wenig Sinn.

Momentan sei die Verwaltung mit der Überprüfung und der Planung beschäftigt. Von Roenne-Styra geht davon aus, dass das Projekt noch dieses Jahr in eine Beschlussvorlage gegossen werden kann und in den Stadtrat geht. Wie viel die Anlage kosten wird und wann sie fertig sein könnte, dazu können laut von Roenne-Styra noch keine Angaben gemacht werden: „Fest steht jedoch schon heute: Es wird keinen Wettbewerb geben.“

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