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Regensburg
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Prozess

Ex-Jahn-Jugendcoach freigesprochen

Der 27-Jährige stand seit Mitte Februar wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Aschaffenburg vor Gericht.
Von Andrea Rieder, MZ

Ein halb abgerissener Aufkleber des SSV Jahn: Der ehemalige Jugendtrainer des Regensburger Fußballvereins stand in Aschaffenburg wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht. Symbolbild: Lex

Regensburg.Der Prozess gegen den ehemaligen Jugendtrainer des SSV Jahn Regensburg endete mit einem Freispruch – einem „lupenreinen Freispruch“, wie einer seiner zwei Verteidiger, Professor Dr. Jan Bockemühl, unserem Medienhaus mitteilte. Sein 27-jähriger Mandant stand seit Mitte Februar wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Aschaffenburg vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Fußballtrainer vorgeworfen, an zwei Spielern der U11-Mannschaft des Jahn – beide zum fraglichen Zeitpunkt zehn Jahre alt – sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben.

Staatsanwaltschaft forderte einen Teilfreispruch

In der Anklage war von zwei Vorfällen Ende 2013/Anfang 2014 die Rede, wobei einer als schwerer sexueller Missbrauch eingestuft worden war. Das Gericht war am Ende der Hauptverhandlung jedoch nicht davon überzeugt, dass der Angeklagte diese Taten begangen hat. Die Aussagen hätten kein einheitliches Bild ergeben, teilte ein Sprecher des Landgerichts mit.

Nach Auskunft Bockemühls habe während des Prozesses eine Sachverständige ausgesagt, dass die Aussagen über die angeblichen Taten „nicht als glaubwürdig tituliert“ werden könnten. Auch die Nebenklage habe am Ende auf Freispruch plädiert.

Die Staatsanwaltschaft forderte dagegen nur einen Teilfreispruch: Den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs in einem Fall sah sie durch die Hauptverhandlung nicht bestätigt. Für sexuellen Missbrauch im anderen Fall forderte sie acht Monate auf Bewährung sowie eine Bewährungsauflage von 2500 Euro. Das Gericht folgte jedoch den Forderungen der Verteidigung und Nebenklage.

Prozess erst im zweiten Anlauf

Erst im zweiten Anlauf war es überhaupt zu einem Prozess gegen den Jugendtrainer gekommen. Ende 2015 hatte das Landgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Hauptverfahrens abgelehnt und bereits damals schon auf ein psychologisches Gutachten verwiesen. Eine Sachverständige sei darin zu dem Ergebnis gelangt, „dass nicht mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden könne, dass der Spieler den geschilderten Sachverhalt auch tatsächlich erlebt hat“. Die Staatsanwaltschaft hatte damals gegen diese Entscheidung Beschwerde eingelegt, woraufhin es im Februar doch noch zu einem Prozess kam. Teile der Verhandlung waren nicht öffentlich, da betroffene Personen noch im Kindesalter sind. Auch die Plädoyers wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten.

Der Angeklagte saß ab November 2014 mehrere Monate in Untersuchungshaft. Für diese Zeit wird er nun entschädigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob sie Rechtsmittel einlegen will.

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