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Regensburg
Dienstag, 6. Dezember 2016 4

Vorsätze

Fitness und Yoga boomen zum Jahresbeginn

Im Januar melden sich in Regensburg deutlich mehr Menschen für Sportangebote als in anderen Monaten des Jahres.
Von Julia Ried, MZ

Doppelt so viele Neukunden wie in anderen Monaten hat das Studio „Clever fit“ im Januar.Foto: Ried

Regensburg.Christine Weigl geht mit einem straffen Programm ins neue Jahr. „Ich habe mir vorgenommen, zweimal in der Woche zu Fuß zur Arbeit zu gehen“, erzählt sie. 25 bis 30 Minuten braucht die Regensburger Architektin dorthin. Sonntags geht sie ohnehin immer walken – diesen Vorsatz aus dem Jahr 2015 setzt die 58-Jährige bis jetzt um – einmal in der Woche schwimmt sie. Nun soll neben dem sportlichen Arbeitsweg für mehr Bewegung an der frischen Luft noch eine Yogastunde pro Woche dazukommen, für bessere Beweglichkeit: Nächsten Mittwoch beginnt ihr Kurs.

„Alles für die Gesundheit, weil die einfach das Wichtigste ist“, sagt sie. Ihr Ziel, fitter zu werden, teilt sie offenbar mit vielen Regensburgern. Im Fitnessstudio „Clever fit“ gibt es im Januar 50 Prozent mehr Neukunden als in Durchschnittsmonaten. Bei der AOK, zu deren Gesundheitsprogramm Weigls Yogakurs gehört, sind die Mitarbeiter so stark beschäftigt damit, den Andrang abzuarbeiten, dass sie ihn noch nicht exakt beziffern können.

An Neujahr ist Andrang „massiv“

„Ich sitze gerade an 40, 50 Einträgen von gestern“, erzählte Dieter Reisinger von der AOK am Donnerstag. Den Feiertag Heilige Drei Könige nutzten viele, um sich für einen der geförderten Kurse zu registrieren. Schon an Neujahr sei der Zulauf „ganz massiv“ gewesen. „Im neuen Jahr gingen bei uns bis jetzt 88 Anmeldungen per Mail ein. Im Vergleich dazu hatten wir von Mitte bis Ende Dezember lediglich 22 Einträge im Postfach.“ Dabei kündigen sich die meisten Teilnehmer aus Stadt und Landkreis telefonisch an.

„Der absolute Renner“ seien die Yogakurse, gefolgt von Aqua-Fitness, Pilates, Abnehmen und Reaktiv-Fitness, ein Angebot, bei dem die Teilnehmer mit speziellen, mit einer Schwungmasse gefüllten Hanteln die tieferliegenden Muskeln und das Bindegewebe stärken. Die Interessenten an Übungen für die „Faszien“, die Bindegewebshüllen um die Muskeln, müssen noch auf neue Angebote warten – die entsprechenden Kurse waren schon Ende des vergangenen Jahres ausgebucht.

„Bei Rauchernentwöhnungsprogrammen ist jetzt nicht der große Run spürbar“, ergänzt Reisingers Kollegin Karin Germann-Bauer. „Das war in den letzten Jahren sehr viel mehr“, sagt sie über die Nachfrage, was wohl mit der Einführung des Rauchverbots in Gaststätten zusammenhänge.

80 Prozent der Teilnehmer an den AOK-Kursen sind Frauen, da zeichnet sich auch heuer keine Trendwende ab. Die Krankenkasse stellt aber fest, dass mehr jüngeres Publikum ab 20 kommt, gerade zum Jahresbeginn.

Liegestütze sind im Trend

Im Fitnessstudio „Clever fit“ in Königswiesen, das als Discount-Studio eher Jüngere anspricht, freut sich Christian Lichtenauer dagegen, nun eine „50:50“-Balance zwischen weiblichen und männlichen Besuchern erreicht zu haben. Denn viele Neue steuern nicht das Obergeschoss an, wo sie an den schweren Geräten spezielle Muskeln aufpumpen können. Gefragt ist ein Raum im Erdgeschoss, der mit Matten auf dem Boden, einem Holzkasten darauf, von der Decke hängenden Gurten und Sandsäcken einem Gymnastikraum alter Schule ähnelt. In der Tat sind auch klassische Liegestützen Bestandteil des „funktionellen Trainings“ für den ganzen Körper.

Mitinhaber Markus Lindner erwartet in seinem Studio „ab 10., 12. Hochkonjunktur“: „Jetzt drücken sie so langsam rein“, berichtet er. „Die Leute sind hochmotiviert Anfang des Jahres. Zur Faschingszeit lässt es dann schon wieder nach.“ Der Großteil der Kunden wolle abnehmen, ein kleiner Teil „etwas für den Rücken tun“.

Viele gehen die Umsetzung ihres Vorsatzes, mehr Zeit in die Gesundheit zu investieren, auch mit einem Arztbesuch an. „Doppelt so viele wie sonst kommen auf alle Fälle“, sagt Dr. Susanne Zimmermann von den „Sportdoctors“ in der Ziegetsdorfer Straße, einer allgemein- und sportmedizinischen Gemeinschaftspraxis über die Nachfrage nach dem Check-up, der Ganzkörperuntersuchung mit Blutanalyse. Noch stärker stieg in den ersten Tagen des neuen Jahres der Bedarf an ihrem Rat als Ernährungsmedizinerin, berichtet sie. Im Januar, Februar, werde sie noch vermehrt Abnehmwillige beraten, weiß sie aus Erfahrung. „Dann lässt’s wieder nach.“

Christine Weigl sagt: „Man muss sich feste Termine setzen, sonst funktioniert es nicht.“ Sie weiß: Wenn sie nächste Woche aus dem Urlaub an den Arbeitsplatz zurückkehrt, werden ihre Vorsätze zur Herausforderung. „Da bin ich jetzt mal gespannt.“

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