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Regensburg
Sonntag, 19. November 2017 3

Freizeit

Football: „Der geilste Sport der Welt“

Die Spielerinnen der Phoenix Rocs Regensburg lieben die Herausforderung. Nächste Saison starten sie in die Liga der Damen.
Von Theresa Stangl, MZ

  • Die sportbegeisterten Spielerinnen geben im Training mächtig Gas. Der Teamzusammenhalt motiviert sie. Foto: Theresa Stangl
  • Nach dem Aufwärmen geht es richtig zur Sache. Fotos: Theresa Stangl

Regensburg.Die Sonne geht langsam unter, das Flutlicht sorgt für die nötige Beleuchtung des Trainingsgeländes. Auf der gegenüberliegenden Seite des Feldes beginnen die Frauen ihren Lauf. Im Hintergrund rauscht ein Zug in die gegensätzliche Richtung. Alle Spielerinnen kommen zusammen. Arme werden in die Höhe gestreckt, Handgelenke aneinandergedrückt. So sichern sich die Frauen gegenseitige Unterstützung zu.

Die bekannteste amerikanische Sportart Football ist in Deutschland im Gegensatz zu Fußball ziemlich exotisch. Doch längst nicht für alle: Die Frauen-Footballmannschaft „Phoenix Rocs“ wurde im Mai 2016 unter Cheftrainer Karl-Heinz Scholz in Regensburg gegründet. Zusammen mit den Männern und den Jugendmannschaften von Phoenix gehören die Damen zum ESV 1927. In der kommenden Saison möchten sie sich in der Liga beweisen.

Gegenseitige Unterstützung

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich Football in Deutschland. Seit 1986 praktizieren auch Frauen den amerikanischen Nationalsport. Laut dem American Football Verband Deutschland gibt es derzeit 22 aktive Footballmannschaften, die in der deutschen Bundesliga der Damen spielen. Die Prognose für die zukünftige Entwicklung des Frauenfootball fällt positiv aus: Vor 15 Jahren habe es nur zehn aktive Mannschaften gegeben. Der Zulauf werde definitiv größer.

Gemeinsames Kampfgeschrei gibt den nötigen Antrieb, um motiviert ins Training zu starten. Das Aufwärmprogramm beginnt: Kniebeugen, Liegestützen, Sprinten – die Mädels halten sich fit. Routiniert ziehen sie sich ihre Schulterschoner über den Kopf. Danach kommt der Helm dran. An diesem ist ein Mundschutz befestigt. „Je nach Position kann man zusätzlich Handschuhe anziehen“, sagt Kapitänin Julia Floryszczak. Stollenschuhe seien das A und O beim Football, die gäben den richtigen Halt. Die Hosen der Mädchen haben Protektoren zum Schutz vor Verletzungen. In kleinen Gruppen beginnen die Sportlerinnen, Wurfübungen zu machen, den Ball zu fangen und Blocken zu üben. „Wenn ich alleine laufen gehe oder ins Fitness, dann verliere ich schnell meinen Antrieb“, sagt Sandra Ruhland. Das Team motiviere sie im Training.

Football: "Der geilste Sport der Welt"

Auf die Frage, wieso die jungen Frauen sich diese untypische Sportart ausgesucht haben, geben die Footballerinnen verschiedene Antworten: „Es hat mich einfach gepackt“, sagt Sandra Ruhland. Stephanie Richter erzählt: „Ich war 22, als ich angefangen habe, Football zu spielen. Fang mal in dem Alter mit Fußball an. Hier kann man auch mit 30 noch einsteigen.“ Carina Liebenthal ist der Ansicht, dass Football ein sehr anstrengender und abwechslungsreicher Sport sei.

„Hast du meinen Catch gerade gesehen?“ Isabelle Geh läuft strahlend auf ihre Teamkameradinnen zu. Der Spaßfaktor scheint ein weiterer Pluspunkt zu sein. Andere dagegen sind sehr direkt: „Ich spiele Football, weil man richtig schön die Sau rauslassen kann“, sagt Julie Winkler mit einem Grinsen im Gesicht. Man erkennt deutlich, dass die Mädels ihren Spaß haben, auch wenn es anstrengend sein kann.

Die Spielerinnen kennen sich mit dem amerikanischen Nationalsport bestens aus. Sie erklären, dass es um Raumgewinn und Punkte geht. Jedes Team bekommt abwechselnd vier Versuche, um zehn Yards zu überbrücken. Headcoach Karl-Heinz Scholz ist der Ansicht, dass Football – insbesondere Frauenfootball – in Deutschland eine Randsportart bleiben werde. „Trotzdem steigt der Zulauf stark an“, sagt er.

Für jeder Frau gibt es eine Position

Die Phoenix Rocs haben laut Headcoach Scholz derzeit 23 Spielerinnen, sie bräuchten jedoch mindestens 30, um erfolgreich in die Saison zu starten. In der zweiten Liga der Damen stehen – anders als bei den Männern – zweimal neun Spielerinnen auf dem Feld. Das mache es für viele Vereine einfacher, eine Damenmannschaft zusammen zu bekommen.

Die Spielerinnen sind sich vor allem in einer Sache einig: Für jede Frau, egal wie groß, schnell oder schwer, gebe es beim Football die passende Position. „Für ein Team braucht man unterschiedliche Charaktere“, sagt Cheftrainer Karl-Heinz Scholz. Daher hätten alle sportbegeisterten Frauen die Chance, einzusteigen.

Am Freitag, 8. September, und am 5. November bietet das Football-Team der Damen, wie das der Herren und der Spieler der U15 und der U19 jeweils von 15 bis 17 Uhr offene Trainingseinheiten an. Interessierte können sich auf dem Trainingsgelände am Weinweg einfinden. Am 18. September sind die Phoenix Rocs im Rahmen der 50-Jahr-Feier im Donaueinkaufszentrum. Für die Mannschaft sind am Nachmittag kurze Auftritte eingeplant. Hier ist Frauenfootball für jeden zum Greifen nah. Mehr Informationen sind unter www.regensburg-phoenix.com zu finden.

Football ist eine Leidenschaft für die Spielerinnen der Phoenix Rocs. Unsere Umfrage unter den Sportlerinnen:

Umfrage unter den Regensburger Football-Spielerinn

Mehr Informationen finden Sie unter: www.regensburg-phoenix.com.

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