mz_logo

Regensburg
Dienstag, 25. Juli 2017 20° 6

Projekt

Für die MINT-Girls ging es hoch hinaus

In der Forschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze sammelten die Schülerinnen viele Infos für ihr eigenes Vorhaben.
Von Louisa Knobloch, MZ

Die MINT-Girls mit den Projektleitern Dr. Stephan Giglberger und Armin Gardeia machten sich auf zur Exkursion auf die Zugspitze. Foto: MINT-Girls

Garmisch-Partenkirchen.Eine Exkursion auf den höchsten Berggipfel Deutschlands – das alleine klingt schon spannend. Die MINT-Girls Regensburg wollten aber nicht nur die Aussicht genießen: Das Ziel der 17 Schülerinnen aus Ostbayern und ihrer Betreuer war das Schneefernerhaus, das ein wenig unterhalb des Gipfels der Zugspitze liegt. Das ehemalige Hotel beherbergt heute eine Umweltforschungsstation, in der Wissenschaftler verschiedener Universitäten und Institutionen vor allem Klimaforschung betreiben. Ziel war es, einmal den Profis über die Schulter zu schauen.

Wind und Wolken werden gemessen

Ziel der Mädchen war die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus. Foto: MINT-Girls

Im Rahmen ihres Projekts „Green Tech“, das im April gestartet ist, wollen die Schülerinnen nämlich selbst einen mit Messgeräten ausgestatteten Stratosphärenballon losschicken und im Herbst eine Wetterstation bauen.

Nach einer etwas abenteuerlichen Anreise von Garmisch aus – aufgrund eines Weichenschadens bei der Zugspitzbahn musste die Gruppe auf die Eibsee-Gondelbahn ausweichen – gelangten die Schülerinnen am vergangenen Samstagvormittag zur Umweltforschungsstation.

Mit einem Ultraschall-Anemometer lässt sich die Windgeschwindigkeit in allen drei Raumrichtungen gleichzeitig messen. Foto: MINT-Girls

Dort erzählte ihnen der Geophysiker Dr. Till Rehm Wissenswertes zur Geschichte des Gebäudes, führte sie durch die Labore und demonstrierte die verschiedenen Gerätschaften. Mit einem Ultraschall-Anemometer lässt sich beispielsweise die Windgeschwindigkeit in allen drei Raumrichtungen gleichzeitig messen.

Zur Wolkendynamik forscht auf der Zugspitze das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Da Wolken einen abkühlenden Effekt haben und damit einen Teil des Treibhauseffekts kompensieren, sind die Ergebnisse wichtig für Klimamodellrechnungen.

Planung für den Stratosphärenflug

Mit den Auswirkungen von kosmischer Strahlung und Radioaktivität auf das Klima beschäftigt sich das Helmholtz-Zentrum München. „Das war für die MINT-Girls ein spannendes Thema“, sagt Dr. Stephan Giglberger von der Uni Regensburg, der das Projekt zusammen mit Armin Gardeia von der OTH Regensburg leitet. Die Mädchen überlegten nun, einen Geigerzähler in ihren Stratosphärenballon einzubauen und die auf dem Flug gesammelten Daten mit denen der Forscher auf der Zugspitze zu vergleichen. Allerdings ist das Gewicht, das der Ballon tragen kann, begrenzt – welche Sensoren tatsächlich eingebaut werden, wird noch entschieden.

Auch über den Bereich Satellitenbeobachtung und Früherkennung, bei dem es um die schnelle Erkennung von Naturkatastrophen wie Tsunamis geht, und über das Thema Umwelt- und Höhenmedizin informierten sich die Schülerinnen.

„Die MINT-Girls haben auf der Zugspitze viel gelernt, insbesondere für ihre Vorbereitung auf den Flug des Stratosphärenballons“, sagt Giglberger. Und vor allem hat die Exkursion den Mädchen viel Spaß gemacht.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Anmelden

Hinweis: Bitte schützen Sie Ihr Konto auf öffentlichen Geräten, indem Sie sich nach der Nutzung im Profil-Bereich abmelden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht