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Regensburg
Montag, 11. Dezember 2017 7

MZ-Serie

Fürst Albert, der geschätzte Wohltäter

MZ-Serie mit historischen Bildern: Das einstige Chef des Hauses Thurn und Taxis gründete 1919 die Notstandsküche.

Fürst Albert war ein kunstsinniger Mensch und ein großer Anhänger von Richard Wagner. Foto: Ernst Berger

Regensburg.Die MZ öffnet wieder ihr Archiv und erinnert an ein weiteres Mitglied aus dem Hause Thurn und Taxis: „Manni“ riefen ihn Familie und Freunde. Albert Maria Joseph Maximilian Lamoral Fürst von Thurn und Taxis (1867 bis 1952), war eigentlich nicht als Chef des Fürstenhauses vorgesehen. Seine Mutter Helene, die Schwester von Kaiserin Sisi, hatte nach dem frühen Tod ihres Mannes Erbprinz Maximilian Anton in diesem Sinne erzogen. Doch ihr ältester Sohn wurde nur 23 Jahre alt, woraufhin der 18-jährige Albert diese Aufgabe übernehmen musste. Fürst Albert entwickelte sich zu einem Wohltäter für Regensburg. Er gründete 1919 die Notstandsküche, die bis zum heutigen Tag 400 Essen an Bedürftige ausgibt. In der Nazi-Zeit machte das Fürstenhaus keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Hitler. Insbesondere Alberts Sohn Karl August übte öffentlich Kritik an Hilter, weshalb er 1944 von der Gestapo verschleppt wurde und bis Kriegsende inhaftiert blieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg öffnete Fürst Albert sämtliche fürstlichen Schlösser in und um Regensburg für die zahlreichen Flüchtlinge.

Mit seiner Frau Margarete, einer gebürtigen Erzherzogin aus Österreich, der er bereits als Sechsjähriger das Eheversprechen gab, hatte Fürst Albert acht Kinder. Das Paar, das 62 Jahre verheiratet war, teilte die Leidenschaft für Kunst und Musik. Gemeinsam sah man sie auch häufiger bei Pferderennen auf dem Rennplatz in Regensburg-Prüfening. Fürst Albert war zudem ein leidenschaftlicher Wagnerianer. Als die Büste von Richard Wagner zu dessen 100. Geburtstag in der Walhalla aufgestellt wurde, bat er Prinzregent Luitpold persönlich, die Kosten dafür übernehmen zu dürfen.

Am 22. Januar 1952 starb der Fürst im Alter von 84 Jahren im Schloss. Seinen Enkel Johannes hatte er testamentarisch zum Universalerben des riesigen Vermögens der Thurn und Taxis eingesetzt und seinen Söhnen Franz Joseph (dessen einziger Sohn Gabriel im Zweiten Weltkrieg umkam) und Karl August, dem Vater von Johannes, nur den Nießbrauch überlassen.

Historische Bilder Fürst Albert

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