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Regensburg
Mittwoch, 7. Dezember 2016 12

Aktion

Ganz Regensburg liest gleiches Buch

Der Roman Glückskind soll ab Ende April die ganze Stadt beschäftigen. Spezielle Aktionen sollen selbst Lesemuffel locken.
Von Martin Kellermeier, MZ

Sie hat „Glückskind“ schon gelesen: Mitinitiatorin Carola Kupfer. Foto: Kellermeier

Regensburg.Die Idee ist fabelhaft, das Vorhaben kein Kleines: Autorin Carola Kupfer und sechs weitere Mitglieder der Buchbranche im Regensburger kreativForum wollen es schaffen, dass ab Ende April eine ganze Stadt das gleiche Buch liest. Wie soll das funktionieren, selbst „Nicht-Leser“ aus der Reserve zu holen? „Das Buch muss gesellschaftliche Werte und Themen ansprechen, die viele Leute betreffen“, sagt Carola Kupfer. Und sie ist zuversichtlich: „Wir rechnen mit einem großen Interesse.“

Den Lesestoff haben die Initiatoren der Aktion „Regensburg liest ein Buch“ bereits ausgewählt: Glückskind von Steven Uhly. Ein Roman, der auf 280 Seiten die Geschichte von Hans D. erzählt. Er ist kurz davor mit seinem Leben abzuschließen, bis er im Müll ein Kind findet. Es beginnt ein Entscheidungsprozess, an dessen Ende das Kind überlebt und Hans D. die Liebe als Schlüssel für ein gutes Leben entdeckt.

Lesungen zwischen Müllcontainern

Das Buch bietet sich nicht nur für Erwachsene an, auch Schüler ab der achten Klasse können mitlesen.

Warum sich der Roman so gut für die Aktion ab April eignet, erklärt Carola Kupfer im MZ-Video.

Carola Kupfer erklärt das Projekt im Interview. Video: Kellermeier

„Lehrer, denen wir das Buch gezeigt haben, waren sofort begeistert“, schildert Carola Kupfer. Die Folge: Sie wollen bei der Lese-Aktion mit eigenen Ideen mitmachen. Das ist auch der Plan der Buchbranche, die fest auf den Input von außen setzt. Denn die Aktion „Regensburg liest ein Buch“ soll mehr als nur pures Lesen sein. Sie macht das Buch erlebbar. Kleines Beispiel: Warum sollte das Kapitel, in dem gerade Müll eine Rolle spielt, nicht auch zwischen Müllcontainern gelesen werden. Carola Kupfer: „Wir haben da schon mehrere Müllfirmen angesprochen.“

Ein Buch wird Gesprächsthema

  • Der Plan:

    Nach der Kick-off-Veranstaltung Ende April soll das Buch Glückskind nicht nur an den verschiedensten Orten, wie Mülldeponien und Polizeistationen, gelesen werden. Geplant sind auch Filmvorführungen oder Tanzveranstaltungen. Wer eine Idee hat, kann sie jederzeit miteinbringen.

  • Das Buch:

    Der Roman Glückskind von Steven Uhly hat 280 Seiten und kostet 9,99 Euro im Buchhandel.

  • Die Geschichte:

    Hans D. findet im Müll ein Kind. Es beginnt ein Entscheidungsprozess: Das Kind behalten oder es verbergen? Am Ende sind die Dinge neu geordnet. Das Kind überlebt und Hans D. erkennt die Liebe als Schlüssel für ein gutes Leben.

  • Die Initiatoren:

    Die Idee zu „ Regensburg liest ein Buch“ hatten Mitglieder der Buchbranche im kreativForum. Sie suchen für die Aktion noch Sponsoren.

Aktion geht bis Schuljahresende

Und es geht noch weiter: die OTH, die Stadtbücherei oder auch das Regina-Kino wollen mitmachen. Zum Buch gibt es nämlich auch einen Kinofilm. Die Hauptrolle darin spielt Herbert Knaup. „Da sind wir dran, ihn nach Regensburg zu holen“, sagt Kupfer. Fehlen dürfen auch Lesungen mit dem Autor Steven Uhly nicht. Kupfer: „Er hat sein Kommen schon zugesagt“. Kurzum „Regensburg liest ein Buch“ soll von Ende April bis zum Beginn der Sommerferien zeigen, dass gedruckte Seiten nicht nur gelesen werden können. „Man kann ein Buch auch singen, ein Buch tanzen oder ein Schauspiel dazu aufführen“, findet Carola Kupfer.

Eine ähnliche Aktion gab es auch schon in Augsburg. „Da war das ein voller Erfolg. Das Projekt wurde sogar verlängert“, erzählt Carola Kupfer. Das Glück der Augsburger: Das Theater hat sich mitbeteiligt. Bei der Leseaktion wird übrigens auch das Glück in Regensburg gesammelt: Jeder kann seine Gedanken zum Glück an eine Stellwand im Degginger Haus pinnen.

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